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Frisch auf in Richtung Zukunft

Kaum ist der Kampf um den Stanley Cup entschieden, da geht der erste Blick schon wieder in Richtung nächste Spielzeit

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Zugegeben, die Feierlichkeiten der Pittsburgh Penguins nach ihrem jüngsten Stanley Cup-Finalerfolg über die Nashville Predators sind derzeit noch gar nicht ganz verhallt. Und trotzdem beginnen in diesen Tagen auch bereits wieder die ersten Eishockeyfreunde damit den Blick in die Zukunft zu richten. Das wollen daher auch wir hier bei NHL.com/de heute schon einmal kurz riskieren.

Sicher, viele Veränderungen wird es in den kommenden Tagen und Wochen bei allen Teams auch erst noch geben. Und natürlich macht auch die große Ausgeglichenheit, welche in der besten Eishockeyliga der Welt bekanntlich vorherrscht, und welche ja auch mitverantwortlich dafür ist, dass mit den Pittsburgh Penguins erstmals seit 19 Jahren, als das den Detroit Red Wings gelang, wieder eine Mannschaft ihren Titel verteidigen konnte, einen wirklich fundierten Blick über 12 Monate in die Zukunft mehr als schwierig.

Und trotzdem ist es doch gerade auch dieser noch sehr frühe und bei allen Teams wieder recht optimistische Blick in die relativ ferne Eishockeyzukunft, der uns sportbegeisterte stets so fasziniert und immer wieder mit großem Vergnügen beschäftigt.

Logisch und unstrittig scheint vermutlich für fast alle hier ja zu sein, dass der Titelträger der Jahre 2016 und 2017 automatisch auch wieder zu den großen Favoriten in 2018 zählen dürfte.
 
Mit den Pittsburgh Penguins wird also auch im nächsten Frühjahr mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder zu rechnen sein. Auch wenn man bei Wiederholungstätern ja ein gewisses Nachlassen der Konzentration und auch der Motivation mit einplanen muss, auch wenn das die Beteiligten selber wohl niemals einräumen würden.

Video: ANA@NSH, Sp4: Subban versenkt versteckten Schuss

Spannender ist da schon die Frage, ob auch ihr Finalgegner aus diesem Jahr, die Nashville Predators, wieder in ein Finale folgen könnten. Und auch wenn Predators-Aktive wie P.K. Subban ja direkt nach der Niederlage von Spiel Sechs ein trotziges 'Wir kommen wieder' in die Mikrofone der Medienvertreter verlautbaren ließen, muss die Möglichkeit dazu wohl eher als gering eingeschätzt werden. Nicht nur, dass die 'Preds' ja nur als letztes Team im Westen überhaupt in die Playoffs gekommen waren, nicht selten ist in der Vergangenheit des Sports ein solches Überraschungsteam ja dann in seine sportlichen Einzelteile zerfallen.

Erinnert sei hier zum Beispiel an die Edmonton Oilers im Jahre 2006. Die Jungs aus Edmonton kamen damals ebenfalls als Achtplatzierter des Westens in das Stanley Cup Finale gegen die Carolina Hurricanes, unterlagen dort unglücklich, wurden dann aber über Jahre hinweg nicht mehr in der KO-Runde gesehen. Ob den Jungs aus Nashville nun ein ähnliches Schicksal erspart bleibt? Man darf höchst gespannt sein.

Nicht unwahrscheinlich, dass die Mannschaften, welche erst kurz vor dem großen Ziel abgefangen wurden auch im kommenden Jahr wieder gute Chancen haben werden weit zu kommen.

Zu nennen sind da in erster Linie natürlich erneut die jungen und aufstrebenden Edmonton Oilers rund um den Deutschen Shootingstar Leon Draisaitl. Mit etwas mehr Erfahrung ist dem Team der große Wurf nach den in diesem Jahr bereits gezeigten Leistungen durchaus zuzutrauen.

Ob aber die Anaheim Ducks hingegen noch einmal zu der zuletzt gezeigten Form auflaufen können? Viele Führungsspieler der Kalifornier sind hier ja schon etwas älter. Aber grundsätzlich ist auch den Ducks von Coach Randy Carlyle erneut eine gute Saison zuzutrauen.

Nicht aufgeben werden ihren Traum vermutlich auch die Washington Capitals, die in diesem Jahr einmal mehr allzu früh ihre Pläne begraben mussten. In welcher Formation das dann jedoch konkret geschehen kann, darüber wird derzeit noch vielfach diskutiert. Selbst der Name Alex Ovechkin wird im Fanlager vielfach genannt. Wie wird seine Rolle im Herbst aussehen? Noch können wir nur spekulieren.

Video: PIT@WSH, Gm1: Ovechkin genau ins Toreck

Können die Ottawa Senators noch einmal an die Form der vergangenen Monate anknüpfen? Mit einer Teilnahme am Eastern Conference-Finale des Jahrs 2017 hatten wohl im Vorfeld nur die Wenigsten ernsthaft gerechnet. Dabei ist der Kader der Hauptstädter doch durchaus hochkarätig besetzt, wie die letzten Wochen ja bewiesen haben.

Kann das Team aus der kanadischen Metropole dieses Kunststück noch einmal wiederholen, sich gar noch etwas steigern? Erik Karlsson & Co. wäre das zuzutrauen. Auch Torhüter Craig Anderson, der zuletzt viele private Probleme zu überstehen hatte, ist durchaus eine noch bessere Spielzeit im nächsten Frühjahr zuzutrauen, wenn die Senators das Team über den Sommer beisammen halten können, sich punktuell sogar noch etwas verstärken.

Und während sowohl in der Western als auch in der Eastern Conference einige Teams vertreten sind, welche in einer Umbauphase sind, sie auch in der nächsten Runde wohl keine ernsthafte Rolle bei der Titelvergabe spielen dürften, genannt seien hier u.as. die Colorado Avalanche, die Vancouver Canucks, die Arizona Coyotes, die Carolina Hurricanes, die Buffalo Sabres, die New Jersey Devils oder auch die Detroit Red Wings, kommen auch im kommenden Jahr vermutlich wieder einige Teams mit in das Rennen, welche in diesem Jahr aus recht unerfindlichen Gründen noch an den Playoffs gescheitert sind.

Erwähnt seien in dieser Kategorie hier nur einmal stellvertretend die Los Angeles Kings, immerhin der Titelträger der Jahre 2012 und 2014, oder auch die Tampa Bay Lightning, welche vor diesem Jahr von vielen Beobachtern ebenfalls noch zum Kreis der Titelanwärter gezählt wurden, dann aber nicht in der Endrunde vertreten waren. Ob sich beide wieder auf das von ihnen erwartete Leistungsniveau werden steigern können? Die Chancen dürften zumindest nicht schlecht stehen.

Und dann haben wir ja auch noch die früh gescheiterten Mitfavoriten aus Chicago und New York. Die Blackhawks dürften, was auch immer in dieser Off-Season noch mit ihrem Kader passiert, erneut mit einer titelfähigen Mannschaft in das Rennen um den Stanley Cup gehen. Bei den Rangers sind die Fragezeichen da schon etwas zahlreicher. Aktuell wird mit nicht unerheblichen Kaderumbaumaßnahmen am Broadway gerechnet. Was wird zum Beispiel aus dem erfahrenen Schweden Henrik Lundqvist im Tor?

Grundsätzlich ist es aber immer der Anspruch der Blueshirts eine Führungsrolle in der Liga zu spielen. Bei den Nachbarn aus Long Island wären Thomas Greiss und Co. vermutlich schon wieder froh die Endrunde der NHL überhaupt zu erreichen. Auch wenn GM Garth Snow im Vorjahr einen Angriff auf den Cup in Kürze in Aussicht stellte, erscheint das Vorhaben aktuell eher unrealistisch, auch wenn man sich zuletzt unter Neu-Coach Doug Weight deutlich steigern konnte, die Playoffs am Ende sogar fast noch erreicht hätte.

Spannend auch, wie der weitere Aufbau bei den Toronto Maple Leafs weiter verlaufen wird. Der mit so vielen Hochkarätigen Talenten gespickte Kader aus Ontario konnte im Frühjahr ja durchaus schon überzeugen. Mit einem weiteren Aufbau unter Coach Mike Babcock darf durchaus gerechnet werden. Ob es aber schon zu einem ernsthaften Versuch im Titelkampf von Auston Matthews und Kollegen reichen kann? Auch das wird im Herbst sehr spannend zu beobachten werden.

Video: WSH@TOR, Sp6: Matthews trifft aus dem Handgelenk

Ähnliches gilt auch für die San Jose Sharks, immerhin SC-Finalist im Vorjahr, und auch für die St. Louis Blues. Beides Teams die zweifelsohne unverändert zur Spitzengruppe im Westen zählen dürften. Aber ist das wirklich aktuell dann das Kaliber das um den großen Silberling kämpfen kann, wenn es hart auf hart geht? Zu den ganz großen Favoritenwerden beide Teams in den Augen der meisten Beobachter zumindest nicht zählen.

Können die Columbus Blue Jackets an ihre starke Hauptrunde anschließen, die Minnesota Wild ihren zuletzt so erfolgreichen Aufbau unter Coach Bruce Boudreau weiter vorantreiben? All das wird auch in der kommenden Spielzeit viel Faszination ausstrahlen.

Was wird aus den Montreal Canadiens, welche uns zuletzt so viel Freude gemacht hatten? Kann Carey Price das Team im nächsten Anlauf weiter führen als zuletzt? Hält seine Gesundheit dauerhaft? Viel wird davon abhängen.

Und echte Überraschungen sind, ja, und das haben die gerade erst abgelaufenen Playoffs ja wieder einmal eindrucksvoll gezeigt, in der NHL besser möglich als in vielen anderen professionellen Sportligen der Welt. Ausschließen kann man hier eigentlich im Vorfeld so gut wie gar nichts wirklich.

Und genau deshalb lieben wir diese Liga doch auch so sehr, oder? Es gibt als bereits jetzt zu diesem frühen Zeitpunkt des Jahres durchaus ausreichend Gründe um sich auf den Fortgang der Dinge in der besten Eishockeyliga der Welt zu freuen.

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