Es war einer dieser seltenen Abende für Draisaitl, an dem für den deutschen Superstar der Oilers nicht viel zusammenlief. Während sein Kollege Connor McDavid auch im elften Spiel der Saison einen Scorerpunkt holte - er traf zum zwischenzeitlichen 2:3, standen bei Draisaitl diesmal sehr viele Nullen in der Statistik. Kein Tor, keine Vorlage, kein Hit, kein geblockter Schuss, ja noch nicht mal ein Schuss aufs Tor wollte ihm diesmal gelingen. Und das, obwohl er 24:28 Minuten Eiszeit bekam. Quasi als negativen Höhepunkt wies seine Plus-/Minus-Statistik einen Wert von minus zwei aus.
Während also der eine ehemalige Spieler der Jungadler Mannheim einen gebrauchten Tag erwischte, lief es für den anderen wesentlich besser. Seider machte mit seinem Schuss ins leere Tor und dem damit verbundenen 4:2 den sprichwörtlichen Deckel auf die Partie. Es war sein zweiter Treffer in dieser Spielzeit. Außerdem standen für ihn drei Torschüsse und zwei Hits in der Statistik. Das alles in 19:25 Minuten Eiszeit. Und anders als bei Draisaitl wies seine Plus-/Minus-Statistik einen Wert von plus zwei aus.
Seider zeigte aber auch in der Verteidigung, dass die Red Wings mit ihm einen guten Fang gemacht haben. Etwa im dritten Drittel, als er beim Stand von 3:2 Oilers-Stürmer Kailer Yamamoto bei dessen Alleingang entscheidend störte und so verhinderte, dass der Gegner gezielt zum Abschluss kam. Da waren noch zwölf Minuten zu spielen, und die Aufholjagd der Oilers wäre fast noch von Erfolg gekrönt gewesen. Fast noch wichtiger: Seider stoppte Yamamoto mit legalen Mitteln, musste hernach also nicht auf die Strafbank, ein weiterer Beweis für die Klasse des jungen Deutschen. Der verkürzte mit seinem Treffer in der Rookie-Scorerwertung auch noch den Abstand zu Teamkollege Lucas Raymond. Der Deutsche, vor Kurzem erst zum Rookie des Monats Oktober gewählt, hat jetzt elf, der Schwede 14 Zähler.
Die meisten Schulterklopfer bekamen bei den Red Wings an diesem Abend allerdings andere. Zum Beispiel Vladislav Namestnikov. Der Russe schnürte einen Doppelpack, traf zum 1:0 und 2:0, und bewies damit ansteigende Form. Es waren für ihn die Saisontore sechs und sieben bei 14 Partien. Zum Vergleich: In der vergangenen Saison kam er in 53 Spielen auf acht Treffer, darunter waren fünf ins leere Tor. "Das war definitiv eines unserer besten Spiele in dieser Saison. Wenn wir so weitermachen, werden wir noch viele Spiele gewinnen", zeigte sich Namestnikov optimistisch. Die vergangene Saison sei komisch gewesen. "Wir mussten mit der Pandemie umgehen, und es kam mir so vor, als ob ich sehr oft den Pfosten getroffen habe. Diesmal hatte ich einen super Sommer, und die Scheibe geht ins Tor."
Sein Trainer machte die Partie gegen Edmonton betreffend derweil eine kleine Einschränkung: "Wir haben schon einige gute Spiele in dieser Saison abgeliefert. Ich denke, wir waren zwei Drittel lang sehr gut gegen einen Gegner, der eine sehr gute Bilanz hat. Das dritte Drittel war nicht mehr so gut. Aber es ist wichtig für uns, dass wir lernen, solche Spiele zu gewinnen", befand Jeff Blashill.