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Canadiens schießen aus dem Startblock

Nach fünf Spieltagen zeichnet sich für den Altmeister aus Montreal ein Sensationsstart in die neue Saison ab

von Marc Rösch / NHL.com/de Autor

Dass die Montreal Canadiens derart rasant in die neue Saison 2018/19 starten würden, das hätten selbst die größten Optimisten im Fanlager der Frankokanadier nicht prophezeit. Dank des famosen 7:3-Erfolgs gegen die Detroit Red Wings am Montag, rangieren die Canadiens nach fünf Spieltagen auf dem dritten Platz in der Atlantic Division. Drei Siege bei nur einer Niederlage nach regulärer Spielzeit und einer weiteren nach Verlängerung lautet die respektable Bilanz des Altmeisters. Leicht vergisst man angesichts solcher Erfolgsmeldungen, dass vor einem halben Jahr der Jammer in der frankokanadischen Metropole riesengroß war, angesichts des Abschneidens ihres Teams.

Auch wenn ein Kantersieg gegen die noch sieglosen Red Wings alleine keine Sensationsmeldung wert ist, so scheinen sich die Canadiens zweifellos auf dem richtigen Weg zu befinden. Nach einer Seuchen-Saison 2017/18, in der sie lediglich 29 Siege einfuhren und die Stanley Cup Playoffs deutlich verpasst hatten - ihnen fehlten stolze 26 Zähler auf einen Postseason-Platz - scheint es als haben die Verantwortlichen der Canadiens im Sommer an den richtigen Stellschrauben gedreht.

Eine dieser Stellschrauben war ein Megatransfer mit den Vegas Golden Knights. Dieser führte Tomas Tatar zusammen mit dem Prospect Nick Suzuki und einem Zweitrunden-Draftpick für den NHL Draft 2019 im Austausch gegen Teamkapitän Max Pacioretty nach Montreal. Dass die Canadiens als Sieger aus dem spektakulären Trade hervorgehen könnten, wollte zunächst kaum jemand glauben. Immerhin galt Ex-Kapitän Pacioretty doch lange Jahre als größter Rohdiamant und Heilsbringer in der Reihen der Canadiens. Seinen mit 4,5 Millionen Dollar Jahressalärs hoch dotierten Arbeitsvertrag wurde er zuletzt nur selten wirklich gerecht.

Weder Tatar noch Pacioretty sorgten in der abgelaufenen Spielzeit für die großen Schlagzeilen, sie blieben stattdessen weit hinter ihren Erwartungen zurück. Tatar gelangen in 20 Partien für die Golden Knights gerade einmal vier Tore und zwei Vorlagen, Pacioretty bestritt 64 Spiele und brachte es hierbei auf 37 Scorerpunkte (17 Tore, 20 Assists).

Video: PIT@MTL: Tatar zieht schnell vom Slot ab und trifft

Was ein Tapetenwechsel jedoch bewirken kann, stellte Tatar am Montagabend eindrucksvoll unter Beweis.
Gegen seinen Ex-Klub aus Detroit markierte der 27-jährige Slowake ein Tor und zwei Assists. Er schraubte seine Ausbeute auf sieben Punkte (drei Tore, vier Assists) hoch und lässt Montreals General Manager Marc Bergevin in einem ziemlich guten Licht dastehen.

"Ich hörte schon viel von ihm", lobte Canadiens Jonathan Drouin, der gegen Detroit doppelt traf, seinen Reihen-Kollegen. "Ich schau viel und oft Eishockey. Er hat alle Skills. Er hat eine gute Scheibenführung und einen exzellenten Schuss. Sein größtes Talent ist, dass er sehr stark am Puck ist. Er kann die Scheibe grandios behaupten und in den eigenen Reihen halten. Das ist extrem wichtig", sagte Drouin und holte noch weiter aus.

"Er hilft uns ungemein. Wenn man sich seine Tore anschaut, dann sind sie vielleicht nicht schön, aber er zieht immer direkt vor den Kasten. Sicherlich wird man diese Treffer nicht auf den bekannten Highlight-Streifen wiederfinden, aber für uns sind sie sehr wichtig."

Tatar verkörpert eben jene Spielweise, die die Canadiens in den ersten Wochen der neuen Spielzeit auszeichnet und die Verantwortlichen und Fans frohen Mutes auf die zukünftigen Aufgaben stimmt. Und das, obwohl die Laune spätestens nach dem Abgang von Pacioretty in den Keller gesunken zu sein schien. Tatar, der zur Trading-Deadline im vergangenen Frühjahr zu den Golden Knights wechselte, schien alles zu sein aber nicht der vielumjubelte Heilsbringer.

Bei den Golden Knights war er öfters der Ersatzmann, als ihm lieb war. Von den 20 Playoff-Spielen inklusive der Stanley Cup Finalserie absolvierte Tatar gerade einmal acht. Zwölf Mal war er das fünfte Rad am Wagen und musste auf der Tribüne Platz nehmen.

Für Montreals Coach Claude Julien war die Verpflichtung des Slowaken dennoch ein Deal, der sich bezahlt macht. "Natürlich haben wir einen Jungen abgegeben, der hier konstant über 30 Tore pro Jahr geschossen hat [in den Jahren von 2011 bis 2017 fünfmal]", analysierte Julien. "Dafür haben wir Tatar bekommen und er ist auch für 20 bis 25 Tore pro Saison gut. Das hat er in seiner Karriere schon häufig unter Beweis gestellt."

 

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Seit der Saison 2014/15 erzielte Tatar in jeder Spielzeit mindestens 20 Treffer. Sein erfolgreichstes Jahr war 2014/15, als er für die Red Wings 29 Mal ins Schwarze traf.

"Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich die Skeptiker nicht gehört habe", ergänzte Julien. "Aber es ist halt so, dass man die negativ eingestellten Leute immer lauter hört als die positiv gestimmten."

Dieses Verhältnis an Rezensenten hat sich nach dem Sensationsstart der Canadiens sicherlich zum Guten gewandelt.

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