Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Ottawa Senators und den Florida Panthers

Auf dieses Aufeinandertreffen haben sich Eishockey-Fans über den gesamten Sommer gefreut: Brady Tkachuk kehrte am Mittwochabend mit seinen Florida Panthers an die alte Wirkungsstädte im Canadian Tire Centre zurück. Dort erlebte der ehemalige Kapitän einen eisigen Empfang und einen brandheißen Tim Stützle, der den Ottawa Senators zu einem 4:1-Heimsieg verhalf.

Gnadenlose Fans bei Tkachuks Rückkehr

Am 21. Juni 2026 war Brady Tkachuk von den Senators zu den Panthers getradet worden, nachdem der Spieler auf einen Wechsel gedrängthatte. Auf den Tag genau vier Monate später (123 Tage) kehrte der Power Forward an den Ort zurück, an dem er seine ersten acht NHL-Jahre verbracht hatte.

„Es war schön, wieder hier zu sein, natürlich nicht mit dem Ergebnis, das wir uns vorgestellt hatten“, sagte Tkachuk. „Ich hatte viele großartige Momente hier, viele Hochs und Tiefs. Meine Familie und ich haben hier so viele tolle Dinge erlebt. Das alles war neu für mich. Diese Jungs waren vor nicht allzu langer Zeit noch meine Mitspieler. Es war eine einmalige Erfahrung in diesem Moment und habe versucht, so viel Spaß zu haben, wie möglich.“

Die Fans jedenfalls nahmen Tkachuk sowohl den Wechselwunsch als auch den Transfer übel und quittierten das mit Pfiffen und Sprechchören. Selbst bei einem gezeigten Video, um den ehemaligen Leistungsträger zu ehren, wurde Tkachuk gnadenlos ausgepfiffen, was dieser mit einem breiten Lächern quittierte.

FLA@OTT: Senators ehren Tkachuk bei dessen Rückkehr nach Ottawa

„War es so gnadenlos?“, stellte Tkachuk darauf angesprochen eine eher rhetorische Rückfrage. „Es war gut, es hat gezeigt, wie viel Leidenschaft die Fans hier haben.“

Viele Emotionen - auch bei den Senators

Ganz spurlos ging die Tkachuk-Rückkehr auch an Ottawas Spielern nicht vorbei. Ob ein erfahrener Spieler wie Claude Giroux (38) in seinen 20 Jahren in der NHL schon einmal so viel Feindseligkeit seitens der Fans gegen einen Spieler erlebt habe, wurde dieser nach dem Spiel gefragt.

„Nicht, dass ich erinnern könnte“, antwortete Giroux. „Nein, es war mit Sicherheit ein einzigartiges Spiel. Es ist großartig, dass wir gewinnen konnten. Es hat sich wie ein Playoff-Spiel angefühlt. Wir sind bei stehenden Ovationen der Fans aufs Eis gekommen. Es war so viel Energie in der Halle. Aber wir haben gegen die Florida Panthers gespielt und wollten zwei Punkte haben. Das haben wir geschafft. Wir sind richtig gut damit umgegangen. Die Jungs haben sich darauf fokussiert, hart zu spielen. Wir hatten einen Gameplan und haben diesen verfolgt.“

Am Vorabend des Spiels hatte Tkachuk seine alten Kollegen zum Abendessen eingeladen. Tim Stützle erschien nicht.

„Es gab keine Nachricht (an Brady), wir haben einfach unser Spiel gespielt. Jeder respektiert sich, und wir haben einen Weg gefunden, zu gewinnen“, sagte Stützle nach dem Spiel. „Es war großartig mit so viel Energie. Das hatten wir schon erwartet und sind konzentriert geblieben. Wir haben unser Spiel durchgezogen und haben uns davon nicht beeindrucken lassen. Ich habe die Rufe der Fans natürlich gehört, habe aber versucht, es auszublenden und bei mir zu bleiben. Wir haben uns von den Zuschauern regelrecht ernährt. Es macht so viel Spaß, vor so einem Publikum zu spielen. Sie haben uns heute sehr geholfen.“

Stützle leitet die Wende ein

Dass ausgerechnet Brady Tkachuk (1-0-1, -2, sechs Strafminuten 13:13, drei Torschüsse, sechs Hits) den ersten Treffer bei seiner Wiederkehr erzielte (11., im Powerplay) passte perfekt in die Geschichte dieses Spiels. Dies sollte in den ersten 15 Minuten allerdings der einzige Torschuss der Panthers geblieben sein.

FLA@OTT: Tkachuk trifft bei seiner Rückkehr nach Ottawa im Powerplay zum 1:0

Stattdessen glich Stützle (1-1-2, +1,19:41 Minuten Eiszeit, ein Torschuss, ein Block, 70 Prozent gewonnene Faceoffs) mit einer fulminanten Direktabnahme im Powerplay mit dem 11. Torschuss seiner Senators aus (15.).

Der Pass kam von Jake Sanderson. Der Verteidiger hatte sein Comeback gefeiert und steuerte an diesem Abend gleich zwei Assists bei (0-2-2, +1, 22:36 Minuten Eiszeit).

„Immer, wenn er den Puck hat und er einen Pass spielt, dann sieht das so einfach aus. Es macht so viel Spaß, ihm zuzuschauen“, lobte Stützle explizit seinen Vorarbeiter, aber auch jeden anderen seiner Mitspieler: „Die Jungs sind heute füreinander eingesprungen. ‚Ritz‘ (Ridly Greig) war unglaublich, ‚Cozy‘ (Dylan Cozens) hat das beste Spiel der Saison geliefert. Es hat Spaß gemacht. Es war ein großartiger Erfolg der Mannschaft. Wir haben unser Spiel über 60 Minuten durchgedrückt. Ich bin stolz auf die Jungs, wir sind drangeblieben und haben nicht zu viele Strafen bekommen und haben einfach weitergespielt.“

Stützle selbst spielte in einer neu-formierten Sturmreihe neben Giroux und Fabian Zetterlund.

FLA@OTT: Stützle trifft im Powerplay mit einer starken Direktabnahme

Ottawa zieht davon - Ullmark verletzt

Nach Stützles Ausgleichstreffer sorgten Claude Giroux (30.), Shane Pinto (38.), Warren Foegele (48.) und Stephen Halliday (55.) für einen 5:1-Heimsieg und beste Stimmung in der kanadischen Hauptstadt.

„Für einen Mittwochabend im Oktober hat es sich schon sehr nach einem Playoff-Spiel angefühlt. Es war emotional, körperlich und hart-umkämpft. Unser Team war heute exzellent“, freute sich auch Ottawas Trainer Travis Green. „Es war ein emotionales Spiel mit viel Gesprächsbedarf in den Unterbrechungen. Wir sind richtig gut damit umgegangen und in den letzten Jahren erwachsen geworden. Du brauchst deine wichtigsten Spieler in wichtigen Spielen. ‚Timmy‘ (Stützle) und ‚Sandy‘ (Sanderson) waren großartig. Dylan Cozens hat exzellent gespielt, auch wenn er nicht getroffen hat. Die Pinto-Amadio-Greig-Reihe hat gegen (Sam) Bennett, Brady und Matthew (Tkachuk) gespielt, was keine leichte Aufgabe war.“

Einen Wehrmutstropfen hatte der Heimsieg der Senators trotzdem: Torwart Linus Ullmark (17 Saves, 94,4 Prozent Fangquote) schied im letzten Drittel verletzt aus und musste von Samuel Ersson (ein Save, 100 Prozent) ersetzt werden.

„Ich kann noch nicht viel sagen“, so Green. „Er musste raus mit einer Zerrung im Unterkörper-Bereich. Wir werden ihn uns morgen genauer anschauen.“

Ottawa (7-3-0) ist Dritter in der Atlantic Division. Florida (5-3-2) folgt auf Rang vier.

„Sie hatten einen guten Start und spielen großartig“, sagte Brady Tkachuk über sein altes Team. „Es war einfach nicht unser bestes Spiel. Wir haben viel zu lernen, machen weiter und werden für morgen bereit sein.“

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