De Minors

Jede Woche blickt NHL.com/de auf bemerkenswerte Leistungen der deutschsprachigen, bereits gedrafteten Spieler und sich abzeichnende Entwicklungen in der AHL, der ECHL und im Junioren-Eishockey zurück. Diese Woche ein Ausblick auf die am Freitag, 14.10. begonnene AHL-Saison.

Das Feld der Spieler aus dem DACH-Raum in der American Hockey League (AHL), wo die NHL-Farmteams ihren Meister und den Calder Cup ausspielen, hat sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich ausgedünnt. Insgesamt stehen zum Auftakt in die 87. Saison der AHL zwei Schweizer und vier Deutsche auf dem Eis und ein Deutscher neu hinter der Bande. Titelverteidiger für den Calder Cup sind die Chicago Wolves, Farmteam der Carolina Hurricanes.
Der Schwund bei den Beteiligten liegt zum einen daran, dass JJ Peterka (Buffalo Sabres) und Marco Rossi (Minnesota Wild) in den Training Camps erfreulicherweise den Sprung in die NHL (zunächst?) geschafft haben. Andererseits haben Spieler wie Dominik Bokk (in die DEL zu den Löwen Frankfurt), Tobias Geisser (in die National League zum EV Zug) und Sven Bärtschi (in die National League zum SC Bern) Nordamerika (vorerst?) verlassen und sind in ihre Heimatländer zurückgekehrt. Der deutsche Stürmer Marc Michaelis, zuletzt bei den Toronto Marlies aktiv, ist ebenfalls in die Schweiz zu den SCL Tigers gewechselt.
So verbleibt vorerst ein Trio, bestehend aus dem Schweizer Torhüter Akira Schmid (Utica Comets / New Jersey Devils), dem deutschen Verteidiger Leon Gawanke (Manitoba Moose / Winnipeg Jets) und dem deutschen Stürmer Lukas Reichel (Rockford IceHogs / Chicago Blackhawks), die gerne den Sprung in die NHL geschafft hätten, aber zunächst daran gescheitert sind. Alle drei hatten sich aufgrund starker Leistungen in der Vorsaison sicher mehr ausgerechnet.

Rockford IceHogs

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Cleveland Monsters

Hinzukommen der Schweizer Verteidiger Tim Berni, der weiterhin bei den Cleveland Monsters aufläuft und versucht sich für die Columbus Blue Jackets als deren Zug im NHL Draft 2018 (6. Runde; 159. Stelle) interessant zu machen und der deutsche Stürmer Julian Napravnik. Der Bad Nauheimer versucht schon seit 2016 sein Glück in Nordamerika und hatte sich im Frühjahr durch starke Leistungen im College-Team der Mankato Mavericks (Minnesota State University) einen Vertrag bei den Hershey Bears (Farmteam der Washington Capitals) verdient.
Ein neues Gesicht ist Verteidiger Kai Wissmann, der nach seinen starken Auftritten insbesondere im Nationalteam bei den Weltmeisterschaften im Frühjahr einen Ein-Jahres-Vertrag mit den Boston Bruins abgeschlossen hat. Der langjährige Spieler der Eisbären Berlin wird bei den Providence Bruins zum Einsatz kommen und sich dort beweisen müssen. Im Training Camp hat sich angedeutet, dass Wissmann eine Option für die Bruins sein könnte, wenn es zukünftig in der Defensive von Boston Verletzte gibt.

Julian Napravnik

Neu in der AHL ist Trainer Marco Sturm, der die Ontario Reign, das Farmteam der Los Angeles Kings anführen wird. Der Auftakt für den Dingolfinger in die neue Saison am Freitag verlief schon einmal hoffnungsvoll. Die Reign besiegten die Abbotsford Canucks in heimischer Halle mit 8:2.
Erfolgreich in die neue Spielzeit starte auch Wissmann mit Providence. Sie gewannen ihr Auftaktspiel zu Hause gegen die Bridgeport Islanders mit 3:1. Die Monsters behielten mit Berni in den Reihen ebenfalls daheim die Oberhand und zwar mit 6:5 nach Shootout gegen die Syracuse Crunch. Beide Verteidiger blieben allerdings ohne Scorerpunkt.

MS

Allgemein hat die neue AHL-Saison einiges an Neuerungen zu bieten. Zum ersten Mal in der Ligageschichte wird in der Saison 2022/23 mit 32 Teams agiert, darunter die Coachella Valley Firebirds, die als Farmteam der Seattle Kraken antreten. In dieser Saison geben auch die Calgary Wranglers ihr Debüt, bei denen sich die besten Nachwuchsspieler der Flames versammeln.
Alle 32 Vereine werden 72 Spiele bestreiten, da die Liga zum ersten Mal seit der Gründung der Pacific Division im Jahr 2015 zu einem homogenen Spielplan zurückkehrt. Zum Schluss der regulären Saison, die am 16. April endet, qualifizieren sich 23 Teams für die Postseason, in der in fünf Playoff-Runden der Calder Cup Champion 2023 gekürt wird. Sechs von acht Teams aus der Atlantic Division, fünf von sieben Teams aus der North und Central Division und sieben von zehn Teams aus der Pacific Division werden in der Postseason vertreten sein.
Die American Hockey League besteht seit 1936 und ist die wichtigste Entwicklungsliga für Spieler, Trainer, Manager, Medienschaffende und Mitarbeiter aller 32 Teams der National Hockey League. Fast 90 Prozent der heutigen NHL-Spieler kommen aus der American Hockey League und mehr als 100 geehrte Mitglieder der Hockey Hall of Fame verbrachten in ihrer Karriere Zeit in der AHL.
Ein Blick geht auch immer in Richtung Ontario Hockey League, in der der Schweizer Verteidiger Brian Zanetti weiterhin für die Peterborough Petes an den Start geht. Die Saison läuft dort bereits seit dem 1. Oktober und die Petes scheinen besser in Schwung zu kommen als letztes Jahr, in dem sie nur durch einen Schlussspurt von vier Siegen in Folge noch die Playoffs erreichten. Vier Siege und zwei Niederlagen bedeuten den 2. Platz in der East Division. Der 19-jährige Zanetti aus Lugano konnte jedoch nach seinen vier Toren und 22 Assists in 56 Spielen in der abgelaufenen Saison bisher noch nicht punkten. Er wurde im NHL Draft 2021 in der vierten Runde an insgesamt 110. Position von den Philadelphia Flyers ausgewählt.