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Minnesota Wild wollen mit breitem Kader punkten

Serie 31 in 31 von NHL.com/de: Nach fünf Jahren des Scheiterns in den ersten beiden Playoffrunden, wollen die Wild den Fluch brechen

von Alexander Gammel / NHL.com/de Autor

Der Startschuss zur NHL-Saison 2017-18 steht zwar noch nicht unmittelbar vor der Türe, doch die Nachwuchs-Camps sind geschafft und die Trainingscamps in Sichtweite. Wir denken, dass es das Beste sei, die Sommerhitze im August mit Analysen Eurer Lieblingsteams zu bekämpfen.

Jeden Tag wird Euch NHL.com/de im Rahmen der 31 in 31 Serie mit fundierten Einschätzungen der Mannschaften versorgen.

Wo wird die Reise für den Liganeuling Vegas Golden Knights hingehen? Können die Pittsburgh Penguins ihre dritte Meisterschaft in Folge feiern? Welche Teams könnten uns alle überraschen?

Alle diese Fragen werden in den täglichen Artikeln beantwortet.

Heute analysieren wir die Minnesota Wild.

Bilanz 2016/17: 49-25-8, 2. Platz in der Central Division

Playoffs 2017: 1:4 Niederlage in der 1. Runde gegen die St. Louis Blues

Trainer: Bruce Boudreau, seit 7. Mai 2016

Neuzugänge: Tyler Ennis, Marcus Foligno, Dante Salituro, Niklas Svedberg, Kyle Quincey, Kyle Rau, Landon Ferraro, Cal O'Reilly, Alex Grant, Ryan Murphy

Abgänge: Marco Scandella, Jason Pomminville, Jordan Schroeder, Alex Tuch, Erik Haula, Tyler Graovac, Martin Hanzal, Darcy Kuemper, Nate Prosser, Christian Folin

Wo sie herkommen:

Die Minnesota Wild sind eines der jüngeren Teams der NHL. Sie nahmen, genau wie die Columbus Blue Jackets, 2000-01 erstmals am Spielbetrieb Teil. Bereits in ihrer dritten Saison, gelang ihnen ihr größter Erfolg. Sie erreichten unerwartet das Conference Finale, wo sie dann allerdings in vier Spielen gegen die Mighty Ducks of Anaheim ausschieden.

In den folgenden Jahren konnten sie sich nur zwei weitere Male für die Endrunde qualifizieren, doch seit der Saison 2012-13, gehören sie zum festen Teilnehmerfeld in der Runde der letzten 16. Sie erreichten nun fünf Mal in Folge die Playoffs, schieden aber immer spätestens in der zweiten Runde aus.

Die letzte Niederlage setzte es in der ersten Runde der Western Conference in der vergangenen Saison.Sie unterlagen den St. Louis Blues 1:4, obwohl sie spielerisch über weite Strecken überlegen waren, doch sie fanden einfach keinen Weg, den Puck im Netz unterzubringen. In der regulären Saison hatten sie mit 49 Siegen einen Franchiserekord aufgestellt und belegten, hinter den Chicago Blackhawks, den zweiten Platz der Western Conference.

Was sie änderten:

Nach dem frühen Ausscheiden in den Playoffs, trotz einer überzeugenden Leistung in der regulären Saison, tat sich diesen Sommer einiges in den Reihen des Teams. Erik Haula wurde von den Vegas Golden Knights im Expansion Draft gewählt. Martin Hanzal, Nate Prosser, Christian Folin und Zweittorwart Darcy Kuemper unterschrieben allesamt bei anderen Teams und Jason Pomminville und Marco Scandella gingen in einem Transfer an die Buffalo Sabres.

Mit Haula, Hanzal und Pomminville, fehlen den Wild drei offensive Stammspieler der letzten Saison. Hanzal, der zudem eine beeindruckende physische Präsenz auf dem Eis darstellt, kam in nur 20 Spielen auf vier Tore und neun Assists, nachdem er von den Arizona Coyotes kam. Haula kam auf 15 Tore und 26 Punkte und Pomminville machte 13 Tore und 47 Punkte.

Um diesen Verlust auszugleichen und dem Angriff mehr Tiefe und Effektivität zu verschaffen, holten die Wild in dem Transfer mit den Sabres Tyler Ennis und Marcus Foligno. Foligno soll mit seinen 190 cm und seinen 103 Kg Hanzals Körperspiel ersetzen und dabei auch noch für Torgefahr sorgen. In der vergangenen Saison erzielte er immerhin 13 Tore für Buffalo, ein persönlicher Rekord.

Video: BUF@NJD: Ennis dreht sich zum Ausgleich

Ennis ist ein kleiner, wendiger Spieler, der mit mindestens 20 Toren in drei Saisons und 15 Toren in nur 48 Spielen in der Saison 2011-12, bereits bewiesen hat, wie gefährlich er vor dem gegnerischen Tor sein kann. In den letzten beiden Saisons war er von Verletzungen geplagt und konnte sein volles Potential nicht zeigen, wenn er Gesund bleibt, kann er der Torjägerabteilung der Wild aber einen Schub verschaffen.

Zusätzlich dürften die Wild auf die Dienste der Nachwuchstalente Joel Eriksson Ek und Luke Kunin setzen, um im Angriff breiter aufgestellt zu sein. Eriksson Ek kam letzte Saison bereits 15 Mal zum Einsatz und erzielte drei Tore und sieben Punkte, ein ordentlicher Schnitt für einen 20-jährigen Rookie. Auch auf internationalem Eis konnte er beeindrucken. Bei der U20 WM 2017 führte er Team Schweden als Kapitän mit sechs Toren und neun Punkten in sieben Spielen an, bei der IIHF WM 2017 holte er mit Schwedens Nationalmannschaft Gold und erzielte ein Tor und drei Punkte in zehn Spielen.

Video: MIN@BUF: Eriksson Ek trifft im kurzen Eck

Kunin verbrachte die vergangene Saison an der University of Wisconsin, wo er 22 Tore und 38 Punkte in 35 Partien verbuchen konnte und bei den Iowa Wild in der American Hockey League, für die er in 12 Auftritten fünf Treffer und acht Punkte erreichte. Bei der U20 WM 2017, führte er Team USA als Kapitän zur Goldmedaille und kam auf zwei Tore und vier Punkte in sieben Spielen.

In der Abwehr sind die Abgänge von Prosser, Folin und Scandella zu verzeichnen. Die vier Topverteidiger dürften kommende Saison Ryan Suter, Jared Spurgeon, Matt Dumba und und Jonas Brodin sein. Für die dritte Abwehr stehen Neuzugänge Kyle Quincey und Ryan Murphy, sowie Nachwuchstalent Gustav Olofsson zur Verfügung.

Im Tor holte Minnesota Niklas Svedberg, der mit Alex Stalock um die zweite Position hinter Startorwart Devan Dubnyk konkurrieren und die klare Nummer eins entlasten soll.

Wie sie abschneiden könnten:

Die Neuzugänge dürften gut in das Konzept der Wild passen, die unter Cheftrainer Bruce Boudreau eins der ausgeglichensten Teams der Liga war, was die Verteilung der Punkte innerhalb des Teams angeht.

Wichtig wird die Leistung von Dubnyk zwischen den Pfosten. Er kam letzte Saison auf einen Gegentorschnitt von 2,25, eine Fangquote von 92,3% und fünf Shutouts in 65 Spielen. In den Playoffs erreichte er 92,5% Fangquote, einen Gegentorschnitt von nur 1,86 und einen Shutout in fünf Spielen. Mehr Entlastung in der regulären Saison könnte ihm vielleicht gut tun.

Mit einem Deal mit den Golden Knights machten die Wild einen klugen Schritt. Sie gaben Alex Tuch ab, um die Zusage zu bekommen, dass der Liganeuling Haula wählen würde und nicht Veteran Erik Staal, oder einen der Verteidiger. Staal ist mit seinen 32 Jahren zwar nicht mehr der jüngste, hatte mit 28 Toren und 65 Punkten aber seine beste Saison seit Jahren.

Ein wichtiger Coup war auch die Vertragsverlängerung mit zwei Leistungsträgern der letzten Saison, Nino Niederreiter und Mikael Granlund. Granlund war mit 26 Toren und 69 Punkten der Topscorer seines Teams und stellte in allen Bereichen persönliche Rekorde auf. Auch der Schweizer Niederreiter legte mit 25 Toren und 57 Punkten mit Abstand seine beste Saison hin. Beide sind um die 25 Jahre alt, genau wie Charlie Coyle und Jason Zucker, die ebenfalls einen Sprung in ihrer Produktivität zeigten. Alle vier könnten ihre Leistungen kommende Saison erneut steigern.

Video: MIN@WPG: Granlund lenkt Koivus Pass im PP ab

Mit einer guten Mischung aus Erfahrung und Jugend in ihrem ausgeglichenen Kader, dürften die Minnesota Wild wieder ein aussichtsreicher Kandidat für die Playoffs sein und können sich Hoffnungen darauf machen, endlich wieder über die zweite Runde hinaus zu kommen.

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