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NHL.com/de präsentiert in der Rubrik Rookie Watch aktuelle Themen rund um die diesjährigen Rookies. In dieser Ausgabe: Fowler auf den Spuren von Legenden.

Im Draft hoffen die 32 NHL-Mannschaften stets auf den großen Glücksgriff. Auf Spieler, die nicht zu den großen Favoriten gehören und später im Draft noch zur Auswahl stehen, sich aber als echte Stars herausstellen. Die Entwicklung junger Talente ist oft schwer vorhersehbar. Das gilt ganz besonders für Torhüter. Ein solches Schnäppchen gelang offenbar den Montreal Canadiens mit Jacob Fowler, denn der 21-jährige Schlussmann sorgt in dieser Saison laufend für Schlagzeilen.

Montreals stolze Tradition

Torhüter haben es in Montreal nicht unbedingt leicht, denn sie werden immer wieder mit absoluten Legenden verglichen. Einige der besten und bekanntesten Torhüter trugen die Farben des Traditionsvereins.

Von 1917 bis 1926 stand Georges Vezina in Montreal zwischen den Pfosten. Nur ein Jahr nachdem er seine Karriere beendet hatte, wurde erstmals die nach ihm benannte Vezina Trophy verliehen, mit der bis heute der beste Torhüter der Saison ausgezeichnet wird. Auf Vezina folgten weitere Namen, die prominente Plätze in den Geschichtsbüchern des Sports einnehmen, wie Jaques Plante, Ken Dryden und Rogie Vachon, drei Mitglieder der Hockey Hall of Fame.

Patrick Roy, der stets als einer der besten Torhüter aller Zeiten genannt wird, holte mit Montreal zwei seiner vier Stanley Cups, zwei seiner drei Conn Smythe Trophys und drei Vezina Trophys. Bis vor wenigen Jahren konnten die Canadiens auf Carey Price vertrauen, der im November dieses Jahres offiziell in die Hall of Fame aufgenommen wird.

Für einen jungen Torhüter wie Fowler ist es sicherlich unglaublich für eine Mannschaft mit einer solchen Geschichte das Tor zu hüten, doch damit kommt auch großer Druck, denn die Erwartungen sind extrem hoch. Der Rookie scheint darunter aber nicht zu leiden.

Traumstart für Fowler

Fowler deutete bereits vergangene Saison an, dass die Canadiens eine gute Entscheidung getroffen hatten, als sie ihn in der dritten Runde des NHL Draft 2023 mit dem 69. Pick auswählten. Am 11. Dezember 2025 feierte er sein NHL-Debüt mit einem 4:2-Sieg gegen die Pittsburgh Penguins, bei dem er 36 von 38 Schüssen hielt. Im Laufe der Saison kam er zu 16 weiteren Einsätzen. Er beendete die Saison mit einer Bilanz von 9-6-2, 90,8 Prozent Fangquote und 2,43 Gegentoren pro Spiel. Am 20. Dezember 2025 fuhr er in seinem vierten Spiel bereits seinen ersten Shutout ein.

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Die Leistungen von vergangener Saison sind aber nichts im Vergleich zu seinem Auftreten über den ersten Monat der aktuellen Spielzeit. Nach einem äußerst wackligen Start von Jakub Dobes, der eigentlichen Nummer eins im Tor der Canadiens, bestritt Fowler sieben der vergangenen zehn Spiele. Zuletzt stand er am Dienstag auf dem Eis, als er beim 2:0 gegen die St. Louis Blues 46 Schüsse parierte. Damit stellte er einen Rekord für den Shutout mit den meisten Saves eines Rookies in der Franchise-Geschichte auf.

In den beiden vorherigen Spielen hatte er nur jeweils ein Tor kassiert. Insgesamt kommt er auf eine Bilanz von 6-1-0, 94,2 Prozent Fangquote, 1,54 Gegentore pro Spiel und zwei Shutouts. Er verlor lediglich sein erstes Saisonspiel am 8. Oktober, seitdem ist er in sechs Spielen in Folge ungeschlagen.

Seltene Calder-Chance für Torhüter

Mit seinem grandiosen Start in die Saison wurde Fowler schnell zum Favoriten auf die Calder Trophy für den besten Rookie der Saison. Er kann es sich sogar leisten, noch etwas nachzulassen und wäre trotzdem noch einer der Spitzenkandidaten. Eine leichte Verschlechterung seiner Statistik ist auch zu erwarten, denn 94,2 Prozent Fangquote sind über eine komplette Saison kaum zu halten.

Aktuell hat Fowler die zweitbeste Fangquote in der NHL hinter Linus Ullmark (94,5 Prozent) von den Ottawa Senators. Vergangene Saison führte Scott Wedgewood von den Colorado Avalanche die Liga mit 92,1 Prozent an. Sollte Fowler sich im ligaweiten Vergleich weiterhin so gut halten, wäre er nicht nur im Rennen um die Calder Trophy, sondern auch um die Vezina Trophy ganz weit vorne.

MTL@STL: Fowler stellt mit einem 46-Save-Shutout einen persönlichen Rekord auf

Wie gut Fowler ist, zeigt sich im Vergleich zu den anderen sechs Rookie-Torhütern, die in dieser Saison zum Einsatz kamen. Nur einer davon erreichte eine Fangquote von mindestens 89 Prozent. Dylan Garand musste bei den New York Rangers aufgrund vieler Verletzungen unerwartet die Hauptrolle im Tor übernehmen. In New York wird der junge Torhüter zurecht gelobt, denn in einer schwierigen Situation liegt er mit 89,9 Prozent Fangquote über dem Durchschnitt der Liga, der 89,1 Prozent beträgt. Fowler überbietet Garand nochmal um 4,3 Prozentpunkte.

Sollte der 21-Jährige aus Florida tatsächlich die Calder Trophy gewinnen, wäre das ein seltenes Kunststück. Der beste Rookie der Saison wird seit 1933 jährlich gekürt. Seither wurden aber nur 16 Torhüter ausgezeichnet. Zuletzt wurde diese Ehre Steve Mason in der Saison 2008/09 zuteil. Ob Fowler sich tatsächlich in die Galerie von Montreals Torwart-Legenden einreihen kann, wird sich im Laufe seiner Karriere erst noch zeigen müssen, doch die Calder Trophy wäre ein erster Schritt.

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