Ottawa Senators v Los Angeles Kings

Die Ottawa Senators kommen in der NHL derzeit einfach nicht ohne größere Rückschläge durch ein Spiel. Beim Gastspiel in Los Angeles verspielte das Team von Trainer Travis Green im zweiten Drittel erneut viel zu viel und musste sich trotz einer beeindruckenden Aufholjagd am Ende mit 5:6 nach Verlängerung geschlagen geben. Besonders die wiederkehrenden Schwächen im Mittelabschnitt bereiten den Kanadiern zunehmend Sorgen.

Dabei hatte Ottawa zunächst einen ordentlichen Auftritt hingelegt. Nach der Führung durch Tyler Kleven im ersten Drittel schien die Partie aus Sicht der Senators in die gewünschte Richtung zu laufen. Doch dann folgte ein regelrechter Einbruch. Innerhalb von nur 8:52 Minuten kassierte Ottawa im zweiten Abschnitt vier Gegentreffer. Die Kings zogen dadurch auf 5:1 davon und schienen die Begegnung bereits entschieden zu haben.

Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Los Angeles Kings und den Ottawa Senators

Ein wiederkehrendes Problem mit Folgen

Die Zahlen unterstreichen, dass es sich längst nicht mehr nur um einen Ausrutscher handelt. Bereits 20 Gegentore im zweiten Drittel stehen für Ottawa in dieser Saison zu Buche. Nur die Vancouver Canucks (24) weisen in dieser Hinsicht einen noch schlechteren Wert auf. Fast die Hälfte aller bislang 44 kassierten Treffer entfällt damit auf diesen Spielabschnitt.

Dabei präsentieren sich die Senators vor und nach der zweiten Pause durchaus konkurrenzfähig. Im ersten Drittel kassierten sie lediglich neun Gegentore – der viertbeste Wert der Liga. Im Schlussabschnitt erzielten sie dagegen bereits 18 Treffer und gehören damit ebenfalls zu den offensivstärksten Mannschaften. Die Bilanz im zweiten Drittel fällt mit minus sechs Toren hingegen deutlich negativ aus.

Tim Stützle fand nach der Partie entsprechend deutliche Worte: „Unser zweites Drittel war einfach nicht gut genug. Ähnliche Probleme hatten wir zuletzt schon gegen Vegas. Normalerweise waren wir in dieser Saison in diesem Abschnitt eigentlich ziemlich stark. Diesmal haben wir es aber nicht geschafft, unser Spiel durchzuziehen.“

Stützle sieht die Lösung im Schlussdrittel

Der deutsche Nationalspieler, der gegen Los Angeles drei Assists verbuchte, machte vor allem unnötige Strafzeiten und eine verpasste Gelegenheit im Powerplay für den Einbruch mitverantwortlich. Eine wichtige Überzahlsituation bei vier gegen drei konnte Ottawa nicht nutzen.

Im Schlussdrittel zeigte die Mannschaft dann allerdings ein völlig anderes Gesicht. Mit einem deutlich direkteren Spiel, konsequentem Forechecking und mehr Durchsetzungsvermögen an den Banden kämpften sich die Senators zurück. Dylan Cozens mit zwei Treffern, Drake Batherson und Shane Pinto sorgten schließlich für den Ausgleich. Pinto traf 1:40 Minuten vor dem Ende, nachdem Ottawa bereits den Torhüter zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers vom Eis genommen hatte.

„Wir haben wieder direkter gespielt, die Scheiben hinter die gegnerische Abwehr gebracht und sie dort aggressiv zurückerobert. So müssen wir auftreten“, erklärte Stützle.

OTT@LAK: Stützles drei Assists helfen den Senators, einen Punkt zu
erkämpfen

Green lobt die Moral, fordert aber mehr Konstanz

Auch Trainer Travis Green zeigte sich mit der Reaktion seiner Mannschaft zufrieden. Ihm sei es vor dem Schlussdrittel nicht ausschließlich darum gegangen, den Vier-Tore-Rückstand aufzuholen. Vielmehr habe er von seinen Spielern erwartet, wieder zu ihrem eigentlichen Spiel zu finden und Charakter zu zeigen. Das sei ihnen gelungen, auch wenn am Ende die Belohnung ausblieb.

Quinton Byfield entschied die Partie 1:23 Minuten vor dem Ende der Verlängerung zugunsten der Kings. Für Ottawa bleibt immerhin ein Punkt, der angesichts des zwischenzeitlichen Rückstands durchaus wertvoll ist.

Allerdings ist die Ausbeute aus den bisherigen Spielen der fünfteiligen Auswärtstour mit einer Niederlage und einer Niederlage nach Verlängerung überschaubar. Besonders bedenklich: Liegen die Senators nach zwei Dritteln zurück, steht ihre Saisonbilanz inzwischen bei 1-5-1. Führen sie dagegen nach 40 Minuten, haben sie bislang alle vier Begegnungen gewonnen.

Schon am Samstag (4 p.m. ET; 21 Uhr MEZ) bei den San Jose Sharks bietet sich Ottawa die nächste Gelegenheit, die auffälligen Schwankungen abzustellen. Dass die Mannschaft kämpfen kann, hat sie in Los Angeles eindrucksvoll bewiesen. Entscheidend wird allerdings sein, künftig auch über 60 Minuten eine überzeugende Leistung abzurufen.

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