Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Florida Panthers und den Winnipeg Jets

Die Florida Panthers trotzen auch beim 5:2-Heimsieg gegen die Winnipeg Jets den Verletzungssorgen, stellen ihre Bilanz auf 8-4-2 und feiern bereits den fünften Hattrick der Saison. Der Stanley-Cup-Sieger von 2024 und 2025 muss, wie schon in der Vorsaison, auf wichtige Leistungsträger verzichten, kann das in dieser Saison bislang kompensieren und musste erst viermal nach 60 Minuten als Verlierer vom Eis. Der Erfolg gegen die Jets war der dritte in Serie und der sechste aus den zurückliegenden acht Auftritten.

Mit Anton Lundell rückte ein Spieler als Torschütze in den Vordergrund, der in den bisherigen 13 Matches der Saison nur einen Treffer erzielt hatte. Gegen Winnipeg folgten drei weitere. „Ich habe einfach weitergekämpft und daran geglaubt, dass ich irgendwann dafür belohnt werde“, so Lundell nach seinem ersten NHL-Hattrick. „Heute kam alles zusammen.“

Lundells Befreiungsschlag

„Es hat ihn belastet, dass er nicht getroffen hat“, beschrieb Trainer Paul Maurice die Gefühlswelt von Lundell, der zum 2:0 (23.), 4:2 (54.) und 5:2 (59. EN) einnetzen konnte. Maurice ergänzte, dass der Angreifer mit hohen Erwartungen in die Saison gestartet sei.

WPG@FLA: Lundell erzielt seinen ersten Hattrick in der NHL

Für Lundell fühlte sich der Hattrick „wie eine Befreiung“ an und das Selbstvertrauen, das er nach vielen vergebenen Chancen in der Saison verloren hatte, schien mit jeder guten Aktion und jedem Treffer weiter zu wachsen. Bei seinem Empty-Net-Tor sei er nervös gewesen, erklärte Lundell, da er aus großer Distanz geschossen habe. Die Scheibe landete im Tor und gab ihm ein unwirkliches Gefühl, das er in 372 Spielen zuvor nicht hatte. Der persönliche Erfolg von Lundell zeigt, wie in Florida andere Spieler Verantwortung übernehmen, wenn Top-Akteure fehlen.
Als Mannschaft zusammengewachsen

Unter den Ausfällen der Panthers sind mit Aleksander Barkov, Brad Marchand (beide Knie), Jacob Markstrom (Oberkörper) und Jonah Gadjovich (Nacken) teilweise zentrale Stammkräfte. Besonders der erneute Ausfall von Kapitän Barkov schmerzt, nachdem er bereits die gesamte Vorsaison verpasst hatte und sich nun, am 1. Oktober, erneut verletzte.

Während Markstrom offenbar kurz vor einer Rückkehr steht, fehlt Gadjovich weiter auf unbestimmte Zeit. Barkov und Marchand haben zwar das Eistraining wieder aufgenommen, gab Maurice ein Update zum Zustand, doch ist mit drei bis vier weiteren Ausfall-Wochen zu rechnen.

Gerade durch die Ausfälle der beiden Angriffssäulen Barkov und Marchand fehlen den Panthers Offensive, Spielstruktur und Führungsqualität – Defizite, die die Mannschaft aktuell ausgleichen kann. „Es hat ein paar Spiele gedauert, bis wir uns daran gewöhnt hatten, Barkov und Marchand zu verlieren“, erklärte Seth Jones. „Aber ich denke, wir sind als Mannschaft wirklich zusammengewachsen.“

Für Maurice sind die Verletzungen kein Grund für einen Umbau: „Die Rollen haben sich nicht wirklich verändert, aber jeder hat einen wichtigen Anteil.“ In den Special Teams können nun auch andere Spieler zeigen, dass sie die zusätzliche Verantwortung annehmen.

Special Teams als Erfolgsgarant

Die Panthers starteten mit einem eher schwachen Powerplay in die Saison, haben sich aber in numerischer Überlegenheit gefunden und liegen nun bei einer Quote von 24,2 Prozent (Rang 11). Gegen die Jets trafen Sam Reinhart und Jones in Überzahl und untermauerten die positive Entwicklung für Florida.

Jones selbst wollte seine Leistung aber nicht an den Punkten gemessen haben: „Ich beurteile mein Spiel nicht anhand von Punkten, sondern danach, wie klug meine Entscheidungen sind und wie effizient ich den Puck aus der eigenen Zone bringe.“ Gegen die Jets legte er neben seinem Tor weitere zwei Tore auf und verbesserte seine Oktoberbilanz auf 18 Punkte (2-16), ein Franchise-Rekord für einen Verteidiger in einem Monat.

WPG@FLA: Jones schließt nach Reinharts Pass im PP direkt ab

In Unterzahl überstanden sie 1:54 Minuten bei drei gegen fünf, ehe sie sich doch Kyle Connor geschlagen geben mussten. Doch auch hier ist die Quote mit 84,7 Prozent (Rang 7) stark und einer der Erfolgsfaktoren für Florida.

Maurice hob hervor, dass genau diese Spielsituationen einen entscheidenden Anteil daran haben, die Ausfälle kompensieren zu können. „Die Special Teams waren bisher der entscheidende Faktor, der uns ermöglicht hat, ohne diese beiden Spieler zu bestehen.“

Mehr als ein Hattrick

Der Fokus auf den Dreifach-Torschützen ist nach dem Spiel unvermeidlich, doch Lundells Bedeutung für das Team geht weit über die Treffer hinaus. Der Finne besticht durch die Arbeit in der Rückwärtsbewegung und kompensiert das Fehlen von Barkov. „Er ist einer unserer besten Zwei-Wege-Center“, so Jones. „Er übernimmt derzeit jeden Abend die schwierigsten Gegenspieler, solange Barkov fehlt.“

Auch gegen Winnipeg stand Lundell gegen die Top-Spieler, Mark Scheifele und Kyle Connor, auf dem Eis. Flankiert wurde er dabei von Eetu Luostarinen und Lars Eller, mit denen die Chemie noch wachsen muss. Eller erklärte nach dem Match, dass er mit dem Zusammenspiel in den ersten 40 Minuten nicht immer zufrieden, die Chancenverwertung aber herausragend gewesen sei.

Lundell beschrieb Eller als „unglaublich intelligenten Spieler“, der „diese kleinen Pässe“ fände. Es mache ihm großen Spaß, mit ihm zu spielen.

Floridas Hattrick-Flut

„Ich hatte schon Spiele mit zwei Toren, aber das dritte war immer schwer zu erzielen. Ein Hattrick ist schon ziemlich verrückt“, sagte Lundell nach dem Spiel. Drei Tore eines Spielers scheinen für die Panthers in der laufenden Saison aber eher zum Normalzustand zu werden.

VAN@FLA: B. Tkachuk vollendet seinen Dreierpack in der Verlängerung

Brady Tkachuk (13. Oktober und 15. Oktober), Carter Verhaeghe und Sam Bennett (beide 17. Oktober) sorgten bereits vor Lundell für vier Drei-Tore-Spiele. Mit Lundells Hattrick egalisierten die Panthers den zweitbesten Saisonwert der Franchise-Geschichte (1999/2000, 2019/20, 2020/21). Lediglich 2021/22 sammelten sie in der gesamten Saison mehr Hattricks (6).

Die Panthers sorgten mit ihren fünf Hattricks im Oktober auch für den besten Wert in einem Monat seit den Chicago Blackhawks, denen dieses Kunststück im Dezember 1991 gelang.

Gegen alle Widerstände

Nach Niederlagen bei den Ottawa Senators und Pittsburgh Penguins haben die Panthers wieder in die Erfolgsspur gefunden und dreimal in Serie gewonnen. Insgesamt zeigt sich trotz der Ausfälle ein positiver Trend, der auch auf Akira Schmid im Tor zurückzuführen ist. Der Schlussmann überzeugte gegen Winnipeg als Vertreter von Markstrom mit 22 Paraden und seinem dritten Sieg in Folge.

Mit der Rückkehr der Verletzten könnten die Panthers weiter Fahrt aufnehmen und ihrem Anspruch, wieder zur Ligaspitze zu gehören, gerecht werden. Das sieht auch Lundell so: „Wir verbessern uns ständig. Wir wissen, wie schwierig diese Liga und unsere Division sind. Jedes Spiel ist enorm wichtig.“

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