Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Boston Bruins und den Chicago Blackhawks

Nach zwei Auswärtsniederlagen in Folge haben die Boston Bruins mit dem deutschen Trainer Marco Sturm und Stürmer JJ Peterka wieder zurück in die Spur gefunden. Beim 5:4-Heimsieg nach Verlängerung gegen die Chicago Blackhawks am Samstag bewies die Mannschaft Nehmerqualitäten. Dabei ragte einmal mehr Stürmer David Pastrnak heraus. Der Tscheche überholte einen alten Freund in der ewigen Torjägerliste des Franchise.

Pastrnaks Torjägerqualitäten sind unbestritten. Seit er in der Saison 2014/15 in die Liga gekommen ist macht er als herausragender Scharfschütze und Albtraum eines jeden Torwarts von sich reden. Seine ersten beiden Tore schoss er passenderweise im damaligen Wells Fargo Center (heute Xfinity Mobile Arena) in Philadelphia. Dort haben ihn die Bruins im NHL Draft 2014 in der ersten Runde an Position 25 gezogen. Mittlerweile hat er 848 Partien in der regulären Saison in der NHL absolviert und dabei 428 Treffer erzielt. Karrieretor Nummer 428 erzielte er beim jüngsten Heimsieg im TD Garden gegen Chicago. Es war ein besonderes Tor, weil er damit einen weiteren Meilenstein in seiner Karriere erreichte. Und auch wenn ihm Rekorde vielleicht nicht ganz so wichtig sind, so war dieser doch ein ganz spezieller.

CHI@BOS: Pastrnak schießt Breakaway-Tor und überholt Bergeron auf Platz 3 der ewigen Torschützenliste der Bruins

Nur noch Esposito und Bucyk vor Pastrnak

Mit diesem Tor schob sich der Tscheche auf Position drei in der ewigen Torjägerliste der Bruins. Er überholte damit seinen ehemaligen Teamkameraden Patrice Bergeron, der am 9. November in die Hockey Hall of Fame eingeführt wird. Bergeron brachte es in 1294 Partien für die Bruins auf 427 Tore. Sein letztes schoss er im 1288. Spiel. Vor Pastrnak sind jetzt nur noch Phil Esposito (459) und Johnny Bucyk (545).

„Bergeron ist eine Legende, ein unglaublicher Spieler. Ich fühle mich geehrt und darf mich auch glücklich schätzen, dass ich ihn zu meinen Freunden zählen darf. Es ist eine Ehre, dass ich ihn kenne und dass ich von ihm lernen durfte“, sagte Pastrnak nach der Partie gegen Chicago. Dass er so viel von seinem Mentor gelernt habe, sei gleichermaßen einer der Gründe, warum er diesen nun überholt habe. Auch Pastrnaks Coach zeigte sich begeistert: „Das ist ein wichtiger Meilenstein. Wenn man das mit einem Franchise wie den Bruins erreicht, ist das umso beeindruckender. Das zeigt einfach, welche Art Spieler er ist. Ich weiß jetzt nicht genau, wie alt er ist, aber er ist noch nicht am Ende angekommen“, betonte Sturm.

Lob aus berufenem Munde

Lob und Zuspruch gab es ebenfalls von den beiden NHL-Größen, die noch vor dem 30-Jährigen in der Statistik stehen. „In ein paar Jahren wird mich David wahrscheinlich überholen. Und es wird mich für ihn freuen. Er hat einen großartigen Schuss, ist ein guter Schlittschuhläufer, aber viel wichtiger ist, dass er auch noch ein sympathischer Junge ist. Man kann mit ihm sprechen, er ist sehr höflich. Ich kann ihn gar nicht genug loben. Ich will einfach nur, dass er so weitermacht“, erklärte Bucyk.

Auch Esposito hat nur wenig Zweifel daran, dass Pastrnak seine 459 Tore überholen wird und auch Bucyks 545 nicht außer Reichweite sind. „Er ist ein fantastischer Spieler. Er ist clever und weiß, wohin er zu gehen hat und wie er sich freilaufen muss, speziell in Überzahl. Er bewegt sich gut und bringt sich selbst in gute Schussposition. Er hat einen guten Schuss und wird diesen auch schnell los, wie ich damals“, meinte Esposito.

Alleine auf weiter Flur, das war Pastrnak auch bei seinem Treffer gegen Chicago. Es war zwar kein Powerplaytor, dafür aber ein Alleingang nach Vorlage von Pavel Zacha. Diese Gelegenheit ließ sich Pastrnak nicht nehmen. „Das war eine super Aktion von Pavel. Er hat das ein paar Minuten vorher schon einmal ähnlich gemacht, da konnte ich das aber nicht nutzen“, meinte der Torschütze.

Geekies Ausgleich kurz vor Schluss

Pastrnaks Treffer war das zwischenzeitliche 1:1 im ersten Drittel. Die Bruins hatten gegen die Blackhawks alle Mühe, den Sieg einzufahren. Im letzten Drittel lagen sie schon 2:4 zurück. Doch Mason Lohrei und Morgan Geekie zwölf Sekunden vor der Schlusssirene sorgten für den Ausgleich und die Verlängerung. Bei beiden Treffern lieferte Peterka die Vorarbeit. In der Verlängerung war es dann Elias Lindholm, der nach gut zweieinhalb Minuten für die Entscheidung sorgte und die Fans im TD Garden jubeln ließ.

„Beim jüngsten Roadtrip haben wir nicht gerade unsere beste Form gezeigt. Die vergangenen Spiele haben auch nicht unserem Standard als Team entsprochen. Heute dann so zurückzukommen, spricht für den Charakter der Mannschaft. Morgen schauen wir uns das an und können mit Sicherheit viel davon lernen. Es zeigt uns, wie wir gewinnen können, wenn wir nicht unsere beste Leistung zeigen“, befand Geekie.

„Mitte des zweiten Drittels hat es so ausgesehen, als wollten wir den Puck ins Tor tragen. Ich bin der festen Überzeugung, dass es immer gut ist, wenn man viele Schüsse abgibt. Das hat uns in letzter Zeit etwas gefehlt. Aber wir arbeiten dran“, sagte Sturm.

CHI@BOS: Lindholm in der Verlängerung

Bruins zeigen Comebackqualitäten

Die Bruins hatten zuletzt zwei Partien in Folge und drei der vorherigen fünf Partien verloren. Und das nach ihrer mit fünf Siegen in Folge längsten Erfolgsserie der Saison. Rückstände im dritten Drittel aufzuholen, das ist etwas, mit dem die Bruins vertraut sind. Diese Fähigkeit haben sie in dieser Saison auch schon mehrfach unter Beweis gestellt. Es war zwar das erste Mal in dieser Spielzeit, dass sie eine Partie gewannen, nachdem sie im Schlussabschnitt mit zwei oder mehr Toren zurückgelegen hatten. Aber es war schon das vierte Comeback im Schlussdrittel in dieser Saison, womit die Mannschaft Spitze ist in der NHL. Sturms Team baute damit seine Heimbilanz in der Saison 2026/27 auf 6-1-0 aus. Zum ersten Mal seit der Saison 2023/24 hat Boston sechs der ersten sieben Heimauftritte gewonnen.

„Es super, wie wir uns noch die zwei Punkte geholt haben. Manchmal braucht man ein solches Spiel, um wieder zurück auf die Siegerstraße zu kommen. Es war nicht einfach. Wenn man ein paar Spiele in Folge verliert, will man diesen Sieg unbedingt“, sagte Pastrnak. Die ganze Mannschaft habe einen super Job abgeliefert. „Es war nicht schön, aber unterm Strich haben wir die Punkte. Das ist alles, auf das wir uns konzentrieren.“

Bereits am Montag haben Pastrnak und die Bruins die Möglichkeit, die nächsten Punkte einzufahren. Dann geben die Vegas Golden Knights ihre Visitenkarte in Boston ab.

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