Jede Serie geht einmal zu Ende. Dafür fängt dann oft eine neue an oder geht eine andere weiter. Die Zehn-Spiele-Siegesserie der Colorado Avalanche ist am Freitag mit einer 2:3-Niederlage nach Shootout in der Grand Casino Arena zu St. Paul gegen die Minnesota Wild beendet worden. Sehr unzufrieden war man bei den Gästen allerdings nicht.

Das liegt zum einen daran, dass die Mannschaft von Trainer Jared Bednar mit jetzt 40 Punkten aus 24 Spielen weiterhin das beste Team der gesamten NHL ist. Zum anderen, und das ist mit ein Grund dafür, warum die Avalanche punktemäßig so gut dastehen, haben die Gäste wieder einen Zähler von diesem Gastspiel mitgenommen. Diese Serie des Teams aus Denver, mindestens einen Punkt mitzunehmen, dauert jetzt schon 15 Partien an (12-0-3). Es bleibt dabei, dass Colorado in dieser Saison erst einmal keinen Punkt geholt hat.

Beeindruckende Shutout-Serie reißt

Das Penaltyschießen, dass am Ende durch Matt Boldy entschieden wurde, weil Cale Makar seinen Versuch nicht an Wild-Keeper Jesper Wallstedt (39) vorbeibrachte, verlängerte ebenfalls zwei Serien: Die Wild haben bislang alle Shootouts in dieser Saison gewonnen (3-0), die Avalanche alle verloren (0-3). „Wir haben schon oft darüber gesprochen, dass wir verschiedene Wege finden müssen, Spiele zu gewinnen. Offensichtlich haben wir noch keinen Weg gefunden, mal eins im Penaltyschießen zu gewinnen“, meinte Avalanche-Torwart Scott Wedgewood (35 Saves).

Er durfte sich am Ende darüber freuen, dass er gemeinsam mit Mackenzie Blackwood das Torwartduo bei den Avalanche bildet, das einen Franchiserekord für die längste Zeit ohne Gegentor am Stück aufgestellt hat. 217:42 Minuten waren es, womit die Marke von 192:39 von 10. bis 20. November 2001 geknackt wurde. Kirill Kaprizov beendete diese Serie nach genau zwölf Minuten im zweiten Drittel zum zwischenzeitlichen 1:1 und in der 39. Minute sogar zur 2:1-Führung der Gastgeber. Es waren die Saisontore 15 und 16 für den Russen. „Wir alle wissen, dass Colorado ein gutes Team ist und erst einmal nach 60 Minuten verloren hat. Es ist schön, das beste Team der Liga zu schlagen“, sagte der Doppelpacker.

COL@MIN: Kaprizov gelingt sein 200. Tor in seiner NHL-Karriere

Knackpunkt Mittelabschnitt

Mit dem Auftritt seines Teams im Mittelabschnitt war Bednar auch nicht zufrieden. „Wir haben im ersten Drittel gut gespielt. Im zweiten nicht, da hatten wir kein gutes Scheibenmanagement.“ Die Wild seien in der offensiven Zone wettbewerbsfähiger gewesen als sein Team in der eigenen Verteidigungszone. Im dritten Drittel habe sich sein Team aber wieder berappelt und sei auch verdient zum Ausgleich durch Kapitän Gabriel Landeskog gekommen (52.).

„Wir haben ein richtig gutes erstes Drittel gespielt. Im zweiten Drittel haben wir ein bisschen unsere Linie verlassen und Minnesota eingeladen, zurück ins Spiel zu kommen. Sie sind ein gutes Team, und wenn diese Jungs mal das gewisse Gefühl bekommen und in der offensiven Zone richtig loslegen, hat man alle Hände voll zu tun“, sagte Landeskog. Die Avalanche seien in dieser Phase zu passiv zu Werke gegangen.

Nathan MacKinnon hatte die Avalanche in der 15. Minute in Führung gebracht. Damit hat der Superstar des Teams 22 Scorerpunkte (9-13-22) in den vergangenen elf Spielen bei einer Plus/Minus-Statistik von plus 18. MacKinnon bereitete auch Landeskogs Treffer vor. Der Kanadier führt mit 41 Punkten sowohl die Scorerliste der Liga als auch mit 19 die Torjägerliste an. Makar, der bei Landeskogs Tor ebenfalls einen Assist gutgeschrieben bekam, ist mit 31 Scorerpunkten (9-22-31) weiterhin der punktbeste Verteidiger der Liga und mit neun Toren gemeinsam mit Zach Werenski (Columbus Blue Jackets) auf Platz zwei hinter Jakob Chychrun (Washington Capitals), der zehnmal getroffen hat. Wedgewood führt die Liga immer noch mit 13 Siegen an.

„Wir hätten im dritten Drittel früher ein paar Tore machen können“, meinte Bednar. Im Shootout könne man dann eine Münze werfen. Unterm Strich war der Coach aber dann doch zufrieden mit dem Auftritt seines Teams auf fremdem Eis. „Es war ein wichtiger Punkt. Jetzt geht es weiter gegen Montreal.“ Colorado verpasste es, zum zweiten Mal in der Franchisehistorie eine Siegesserie von elf Spielen hinzulegen. In der Saison 1998/99 gewann das Team sogar zwölf Spiele in Folge.

Serie der Wild geht weiter

Die Siegesserie der Avalanche ist also beendet, die der Wild steht dagegen nach dem Sieg nun bei sieben Spielen. Die Wild, bei denen der Deutsche Nico Sturm in 7:08 Minuten Eiszeit ohne Punkt blieb, haben zum ersten Mal in der Geschichte der Organisation die Siegesserie eines Gegners beendet, die zehn Spiele angedauert hat. Die Bestmarke zuvor stand bei sieben Spielen. Solche Serien haben die Wild dreimal beendet, am 2. März 2019 in Calgary, am 17. Dezember 2013 gegen Vancouver und am 11. Januar 2007 in Vancouver. Wallstedt, dessen Bilanz nun bei 7-0-2 steht, hat die längste Serie mit Spielen, in denen die Wild mindestens einen Punkt geholt haben, zum Start einer Saison in der Geschichte des Teams.

Die Wild, die weiterhin auf den verletzten Österreicher Marco Rossi verzichten müssen, spielen im November exzellentes Eishockey. Ihre Bilanz steht in diesem Monat bei 11-1-1 (23 Punkte). Erst zweimal hat das Team in einem Kalendermonat mehr Punkte gesammelt: im April 2022 (12-2-2, 26 Punkte) und im Dezember 2016 (12-1-1, 25). Und die Marke aus dem Jahr 2016 können die Wild noch erreichen. Denn zum Abschluss des Monats spielen sie am heutigen Samstag noch zu Hause gegen die Buffalo Sabres. Colorado empfängt in der Ball Arena ebenfalls am Samstag die Montreal Canadiens. Ob das der Start einer neuen Siegesserie wird?

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