Die beeindruckende Heimserie der Boston Bruins ist gerissen. Nach 13 Siegen in Folge im TD Garden mussten sich die Bruins am Donnerstag den San Jose Sharks mit 2:4 geschlagen geben. Damit endete die längste Heim-Erfolgsserie des Teams seit Jahren – zugleich die siebtlängste in der Geschichte der Organisation.

Dabei hatte alles auf einen weiteren erfolgreichen Abend hingedeutet. Boston war seit dem 23. Dezember zu Hause ungeschlagen gewesen und hatte zudem acht Heimspiele in Folge gegen San Jose gewonnen. Ein weiterer Sieg hätte die Serie auf 14 Erfolge auf heimischem Eis ausgebaut – eine Marke, die in den vergangenen 49 Jahren nur zweimal erreicht wurde, in den Spielzeiten 2022/23 und 2008/09.

Doch diesmal erwies sich San Jose als unangenehmer Gegner. Die Bruins erspielten sich zahlreiche Chancen, doch am Ende fehlte ihnen die Effizienz vor dem Tor – und ein überragender gegnerischer Torhüter machte den Unterschied.

Chancen vorhanden – doch Boston wartet zu lange auf das erste Tor

Über weite Strecken des Spiels wirkten die Bruins keineswegs wie ein Team, das kurz vor einer Niederlage stand. Boston kontrollierte viele Phasen der Partie und generierte zahlreiche Abschlüsse, doch der Puck wollte zunächst einfach nicht ins Tor.

„Wir haben zu lange auf ein Tor gewartet. Wir hatten unsere Chancen, aber es hat lange nicht geklappt“, beklagte Bruins-Trainer Marco Sturm nach der Partie. „Mit einem früheren Tor hätten wir das Publikum noch mehr auf unsere Seite gezogen. Wir haben es ihnen heute einfach nicht schwer genug gemacht.“

Ein großes Hindernis war Sharks-Torhüter Alex Nedeljkovic. Der Goalie zeigte eine starke Leistung und parierte 39 Schüsse. „Ich habe mich wirklich gut gefühlt und den Puck gut gesehen“, erklärte Nedeljkovic später. „Wir haben außerdem einen guten Job gemacht, Schüsse zu blocken oder Rebounds schnell zu klären.“

Auch aus Sicht der Bruins lag hier der Schlüssel zum Spiel. Verteidiger Hampus Lindholm meinte: „Wir haben genug Chancen kreiert, um heute zu gewinnen. Ihr Torwart hat einen guten Job gemacht. Vielleicht hätten wir noch etwas härter vor dem Tor arbeiten und mehr Verkehr vor ihm erzeugen müssen.“

Dass Boston letztlich vier Gegentreffer kassierte, machte die Aufholjagd zusätzlich schwierig.

Sharks nutzen ihre Möglichkeiten konsequent

Während Boston seine Chancen zunächst liegen ließ, zeigte sich San Jose deutlich effizienter. Bereits in der sechsten Minute brachte Michael Misa die Gäste mit einem sehenswerten Doppelpass mit William Eklund in Führung.

Im zweiten Drittel erhöhte Tyler Toffoli im Powerplay auf 2:0 (35.). Ein Schuss von Macklin Celebrini wurde dabei vor dem Tor abgefälscht und landete über Toffoli im Netz.

Richtig bitter für Boston wurde es im Schlussabschnitt. Zunächst erzielte Collin Graf ein Unterzahl-Breakaway-Tor zum 3:0 (44.). Kurz darauf sorgte Eklund mit einem spektakulären Treffer für die Vorentscheidung. Nach einem langen Pass von Sam Dickinson zog der Schwede nach innen, scheiterte zunächst an Jeremy Swayman – und schlug den Abpraller im Fallen aus der Luft unter die Latte.

SJS@BOS: Eklund baut die Führung aus

„Es ist ein riesiger Sieg“, sagte Eklund. „Das Rennen ist eng, wir kämpfen um einen Playoffplatz. Jeder Punkt zählt.“

Er selbst war vor der Partie noch eine „Game-Time Decision“, weil er mit einer Unterkörperverletzung zu kämpfen hatte. Dennoch wollte er unbedingt spielen. „Während der Saison gibt es immer irgendetwas. Man fühlt sich nie zu hundert Prozent fit – man muss einfach durchziehen.“

Boston kam zwar noch einmal zurück. Fraser Minten verkürzte nur zehn Sekunden nach Eklunds Treffer auf 1:4 (49.), und kurz vor Schluss traf David Pastrnak bei gezogenem Torhüter zum 2:4 (60.). Doch die Aufholjagd kam zu spät.

„Es ist schwer zurückzukommen, wenn man 0:4 zurückliegt“, befand dann auch Bruins-Stürmer Elias Lindholm. „Wir hatten Chancen, aber es war einfach zu spät.“

Celebrini schreibt weiter NHL-Geschichte

Auch wenn Eklunds Highlight-Tor die Szene des Abends lieferte, stand ein anderer Sharks-Spieler ebenfalls im Fokus: Rookie-Star Macklin Celebrini.

Mit seinem Assist baute der Teenager seine Karrierebilanz auf 154 Punkte (58 Tore, 96 Assists) aus und überholte damit Ron Francis auf Platz fünf der NHL-Geschichte für die meisten Assists eines Teenagers. Vor ihm liegen in dieser Kategorie nur noch absolute Legenden wie Sidney Crosby (147), Wayne Gretzky (144), Dale Hawerchuk (109) und Steve Yzerman (107).

Auch in der laufenden Saison sammelt Celebrini weiterhin beeindruckende Zahlen. Mit 58 Assists zog er mit Hawerchuk (1981/82) und Gretzky (1980/81) gleich – der sechstbeste Wert eines Teenagers in einer einzelnen NHL-Saison. Insgesamt steht er nun bei 91 Punkten und erreichte damit ebenfalls einen historischen Wert unter Spielern seines Alters. Hier steht er auf Rang acht in der ewigen Bestenliste.

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Zudem verlängerte er seine persönliche Punktserie auf sieben Spiele – bereits das dritte Mal in dieser Saison, dass ihm eine Serie dieser Länge gelingt. Damit gehört er zu nur zehn Teenagern in der NHL-Geschichte, die in einer Spielzeit mindestens drei solche Serien erreicht haben.

Für Boston bleibt nach dem Ende der Heimserie vor allem eine Erkenntnis: Trotz vieler guter Ansätze fehlte an diesem Abend die Konsequenz vor dem Tor.

Trainer Sturm wollte die Niederlage daher schnell abhaken. „Leider haben wir die Punkte heute liegengelassen“, sagte er. „Aber es nützt nichts. Wir müssen jetzt einfach weitermachen. Es stehen noch wichtige Spiele vor uns.“

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