Logan Stanley #64 of the Buffalo Sabres warms up prior to an NHL game against the San Jose Sharks on March 10, 2026 at KeyBank Center in Buffalo, New York. (Photo by Bill Wippert/NHLI via Getty Images)

Dennis Seidenberg hat als Höhepunkt seiner Karriere im Jahr 2011 als zweiter Deutscher den Stanley Cup gewonnen. Der heutige Entwicklungstrainer der New York Islanders wird in einer monatlichen Kolumne exklusiv für NHL.com/de seine Ansichten zu Teams, Spielern und brennenden Fragen teilen.

Hier die siebte Ausgabe 25/26:

Es war spannend zu sehen, wie die Teams die Olympia-Pause weggesteckt oder genutzt haben. Es war klar, dass es einigen besser bekommen würde als anderen. Absolut positiv hervorzuheben sind die Buffalo Sabres, die sich von einem Wildcard-Platz mit einer aktuellen Siegesserie auf den ersten Platz in der Atlantic Division hochgearbeitet haben. Sie sind schon seit einigen Monaten richtig gut in Schwung. Sie spielen unglaublich gutes Eishockey und haben auch die nötige körperliche Robustheit. Allein ihr 8:7-Erfolg gegen die Tampa Bay Lightning am Sonntag war Eishockey auf höchstem Niveau – so, wie es die Fans, aber weniger die Trainer, sehen wollen. Es war eines der verrücktesten Spiele der Saison. Die Sabres haben gezeigt, dass sie solche engen Spiele gewinnen können, und das macht ein Team stark.

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Die Colorado Avalanche haben wieder etwas in die Spur zurückgefunden, wenn auch nicht mehr so gut wie zu Saisonbeginn. Die Dallas Stars hatten eine tolle Siegesserie, die im Spiel gegen Colorado endete. Auch die Carolina Hurricanes sind wieder auf dem Vormarsch und zählen im Osten zu den Favoriten. Es spitzt sich langsam zu. Die Teams, die vor der Olympia-Pause oben standen, sind weiterhin dabei. Bisher konnte keiner aus dem hinteren Bereich besonders glänzen. Aber es sind noch etwa 18 Spiele pro Team zu absolvieren. Es bleibt also spannend, und der eng getaktete Spielplan tut sein Übriges.

Es ist ohnehin sensationell, dass die New York Rangers, die Florida Panthers und die Toronto Maple Leafs das Tabellenende der Eastern Conference bilden. Damit hätte vor der Saison absolut niemand gerechnet. Besonders bei Florida ist zu erkennen, dass sie nach den drei Finalteilnahmen in Folge eine längere Pause benötigen, um mental Kraft zu tanken, sich zu erholen und dann neu anzugreifen. Das wird zwar niemand öffentlich zugeben, aber sie werden wohl froh sein, eine größere Pause zu haben. Es ist noch zu früh, aber es sieht momentan so aus, als ob sie die Stanley-Cup-Playoffs nicht erreichen werden.

Die Edmonton Oilers sind weiterhin ein Sorgenkind, denn sie spielen sehr inkonstant und kassieren zu viele Gegentore. Mit dem Toreschießen haben sie dank ihrer offensiven Starpower nie ein Problem, aber in der Defensive hapert es. Zwar machen die letzten Siege gegen die Vegas Golden Knights und die Colorado Avalanche Hoffnung auf eine Besserung, aber ich bin gespannt, wie nachhaltig diese ist.

Ein Team, das noch alles dafür gibt, reinzukommen, sind die Ottawa Senators mit Tim Stützle. Ich habe es in den letzten Jahren schon gesagt: Es ist eine aufstrebende Mannschaft, die mehr draufhaben müsste. Sie haben auf jeden Fall das Potenzial, wie Buffalo mal einige Spiele in Folge zu gewinnen. Doch so richtig geklickt hat es dort immer noch nicht, auch wenn ich der Meinung bin, dass es nur eine Frage der Zeit ist. Ob es diese Saison noch reicht, werden wir sehen, aber sie sind auf jeden Fall nahe dran.

Bemerkenswerte Transfers am Stichtag der NHL Trade Deadline 2026

Bei der Trade Deadline gab es wenig Aktivität. Einerseits lag das daran, dass schon vorher einiges passierte, beispielsweise der Huges-Trade von den Minnesota Wild oder der Panarin-Trade von den Los Angeles. Andererseits haben dieses Jahr mehr Teams die Chance, noch in die Playoffs zu kommen. Außerdem liegt es wahrscheinlich an den neuen Regeln beim Salary Cap, dass man in den Playoffs nicht mehr so überziehen kann wie in der Vergangenheit. Von daher war es nicht einfach, irgendwelche Deals zu machen.

Aus deutscher Sicht ist es erfreulich, dass Lukas Reichel zu den Boston Bruins ging. Dort trifft er mit Marco Sturm auf einen Cheftrainer, der ihn sicher fördern will, nachdem es an seinen bisherigen Stationen, den Chicago Blackhawks und den Vancouver Canucks, nicht gut lief. Es liegt nahe zu vermuten, dass er in Boston eine neue Chance bekommt. Die Bruins hätten ihn nicht verpflichtet, wenn sie sein Potenzial nicht sähen. Als Erstrunden-Draft-Pick hat er ein gewisses Standing. Marco kennt ihn schon eine Weile und weiß, was für ein Talent er ist. Zudem hat Lukas ein ordentliches Olympia-Turnier gespielt. Er war einer der Aktivposten in der deutschen Offensive. Aber man braucht in der NHL auch einen Trainer, der an einen glaubt, und das dürfte Lukas mit Marco jetzt haben.

Zur Dreiviertel-Marke der Saison gab es wieder einige statistische Fakten zu lesen. Erneut gibt es über 40 Prozent Comeback-Siege, und der Torschnitt liegt erneut bei über sechs Toren pro Spiel. Zudem wäre es der größte Austausch an Teams, die letztes Jahr die Playoffs verpasst haben und dieses Jahr reinkommen würden. All das zeigt, dass die Liga bestens funktioniert und für die Fans spannend und abwechslungsreich ist. Die Trainer dürften das etwas anders sehen, vor allem beim Thema Comeback-Siege.

Und die beste Nachricht zum Schluss: Morgen findet der Hockey Day Germany in Düsseldorf statt. Ich freue mich natürlich sehr, dass die NHL Deutschland jetzt mehr in den Fokus nimmt. Das ist gut für das Eishockey bei uns und wird sich hoffentlich positiv auf die zukünftige Entwicklung des Sports in unserem Land auswirken. Wenn ihr die Möglichkeit habt, dann besucht diesen Freitag und Samstag den Hockey Day Germany in Düsseldorf. Es ist bestimmt ein tolles Event und den Stanley Cup bekommt man auch nicht so häufig live zu sehen.

Bis demnächst! Euer Dennis

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