DAL-Michael-Raffl

Nachdem die Dallas Stars im September 2020 noch bis in das Stanley Cup Finale gegen die Tampa Bay Lightning vordrangen (2:4-Siege), verpasste die Mannschaft in der Spielzeit 2020/21 die Teilnahme an den Stanley Cup Playoffs. Die Enttäuschung darüber war in Texas groß. Logisch, dass die diesjährige Offseason dazu genutzt werden sollte, an den notwendigen Stellschrauben des vorhandenen Kaders zu drehen, so dass sich der sportliche Erfolg möglichst rasch wieder einstellen kann.

Am Mittwoch standen die Stars folglich im Blickpunkt des Geschehens, als die Free Agency begann. Mit der Untervertragnahme des dreimaligen NHL All-Star-Verteidigers Ryan Suter und Torwart Braden Holtby holten die Verantwortlichen zwei Veteranen nach Dallas, deren Verträge von ihren vorherigen Teams per Buyout vorzeitig beendet wurden.
Suter erhielt bei seinem neuen Arbeitgeber einen Vierjahresvertrag, der mit insgesamt 14,6 Millionen US-Dollar dotiert ist. Weniger als zwei Wochen vorher hatte die Organisation den 22-jährigen Miro Heiskanen mit einem Achtjahresvertrag über 67,6 Millionen Dollar bis zur Saison 2028/29 ausgestattet, und damit zu einem der bestbezahlten Defensivspieler der NHL gemacht. Beide sollen in Zukunft das defensive Rückgrat der Mannschaft bilden.
Holtby erhielt bei den Stars ein Arbeitspapier über zwei Millionen US-Dollar für die nächste Saison, nachdem er von den Vancouver Canucks verschmäht und aus seinem Vertrag herausgekauft wurde. Der erfahrene Goalie stößt in Texas zu einer Torhütergruppe hinzu, zu der mit Anton Khudobin, Ben Bishop und Jake Oettinger bereits drei gestandene Vertreter ihrer Zunft gehören.
Am Donnerstag wurde zudem bekannt, dass auch der Österreicher Michael Raffl seine Schlittschuhe ab sofort im American Airlines Center zu Dallas schnüren wird. Raffl erzielte in der Saison 2020/21 vier Tore und elf Punkte in 44 Spielen, die er mit den Philadelphia Flyers und den Washington Capitals bestritt.

Der 32-Jährige hat in seiner bisherigen Karriere 514 NHL-Spiele bestritten und dabei 82 Tore und 163 Punkte erzielt. In Zukunft soll er die Breite im Kader vergrößern und die Chancen auf eine erfolgreiche Runde erhöhen. "Michael ist ein solider Zwei-Wege-Stürmer mit einem guten Gespür für das Eishockey, was ihm erlaubt, in einer Vielzahl von Situationen zu spielen", lobte General Manager Jim Nill den Neuen. "Er hat eine starke, physische Präsenz auf dem Eis und wird unsere Aufstellung mit seiner Erfahrung und Tiefe bereichern."
Raffl wird, wenn es planmäßig läuft, in der kommenden Saison die Chance erhalten, für ein Team aufzulaufen, das zum erweiterten Favoritenkreis auf den Gewinn des Stanley Cups gehören wird.
Neben Raffl gehört seit Donnerstag auch Verteidiger Jani Hakanpaa, der vom Klub mit einem Dreijahresvertrag über 4,5 Millionen Dollar ausgestattet wurde, zur Mannschaft. Der 29-jährige Hakanpaa erzielte in der vergangenen Saison in 57 Spielen, die er mit den Anaheim Ducks und den Carolina Hurricanes bestritt, zwei Tore und vier Punkte. "Jani ist ein großer, physischer Verteidiger, der das Eis gut sieht und für einen Mann seiner Größe auf hohem Niveau läuft", sagte der GM in Bezug auf ihn. "Er ist ein zuverlässiger Penaltykiller und wird dazu beitragen, unsere Hintermannschaft ausgeglichener zu machen."

BOS@WSH: Raffl trifft aus spitzem Winkel

Dallas verpflichtete außerdem den Stürmer Luke Glendening, der alle seine bisherigen acht NHL-Saisons bei den Detroit Red Wings gespielt hat. Er unterzeichnete einen Zweijahresvertrag über drei Millionen US-Dollar.
Die erste Phase der Free Agency sorgte für viele zufriedene Gesichter in Dallas. Erste Statements in Bezug auf die Neuverpflichtungen verdeutlichten zudem, dass die Stars erwartungsfroh in die kommenden Wochen und Monate gehen.
Insbesondere auch Neuzugang Suter soll dafür sorgen, dass es in der Tabelle rasch wieder aufwärtsgeht. "Ryan ist ein echter Profi und passt hervorragend in unsere Top-Vier", befand der General Manager. "Er hat einen großen Einfluss auf das Spiel mit seiner Fähigkeit, Spielzüge zu entschärfen, was seinen Mitspielern ein Gefühl der Ruhe verleiht. Er ist in der Lage, in jeder Situation zu spielen, und als Veteran von 16 NHL-Saisons wird sein Erfahrungsschatz eine große Bereicherung für unsere Umkleidekabine sein."
Seit seinem Eintritt in die NHL im Jahr 2005 liegt Suter mit 1.198 absolvierten Spielen an der Spitze aller Verteidiger und seine 607 Punkte sind die viertmeisten unter den Abwehrspielern. In der vergangenen Saison erzielte er 19 Punkte (drei Tore, 16 Assists) und erhielt in 56 regulären Saisonspielen durchschnittlich mehr als 22 Minuten Eiszeit für die Minnesota Wild.
Auf der Torhüterposition herrscht nach der Verpflichtung von Holtby aktuell ein Überangebot an Kandidaten auf den Startplatz im Oktober. Diese Situation gibt dem bisherigen Stammtorhüter Bishop jedoch die notwendige Ruhe, seine Verletzung auszukurieren. Nill sagte, dass der 34-Jährige seine Reha fortsetzen soll, bestätigte aber zugleich, dass die Ungewissheit über seinen Gesundheitszustand ein Faktor für die Hinzunahme von Holtby als zusätzliche Verstärkung war. "Wir wissen schlicht noch nicht, wann er spielen wird und ob er überhaupt wieder spielen kann. ... Sein Plan ist es immer noch, irgendwann im Laufe der Saison bereit zu sein. Aber wir wissen nicht, wann das sein wird, also dachten wir, es ist einfach ein zu großes Risiko, uns auf ihn zu verlassen", erklärte Nill.
Der 31-jährige Holtby kam in der vergangenen Saison auf eine Bilanz von 7-11-3 in 21 Spielen für die Canucks. Er hatte die vorangegangenen zehn Spielzeiten beim Team der Capitals verbracht, wo er im Jahre 2018 den Stanley Cup gewinnen konnte. In der Saison 2015/16 gewann er zudem die Vezina Trophy.
"Wir freuen uns darauf, dass Braden uns das Elite-Torwartspiel gibt, zu dem er während seiner gesamten Karriere fähig war", gab sich Nill zufrieden über seine Neuverpflichtung. "Er hat alle wichtigen Auszeichnungen gewonnen, die ein Torwart gewinnen kann, und wir sind begeistert, dass eine Person mit seinem Werdegang unserer Organisation beitritt."
Die Stimmung im Umfeld der Stars ist nach den ersten Tagen der Free Agency positiv, zu einem gewissen Teil auch dank der Verpflichtung von Raffl.