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Bundestrainer Marco Sturm äußert sich zu NHL Themen

Der ehemalige NHL-Stürmer schreibt in seiner exklusiven Kolumne über die NHL, Teams und Spieler

von Marco Sturm / exklusiv für NHL.com/de

Marco Sturm hat zwar nie den Stanley Cup gewinnen können, aber er hat als Deutscher in der NHL die meisten Spiele absolviert und Punkte geholt. Von 1997 bis 2012 war er in der NHL für sechs Mannschaften aktiv und hat 938 Spiele in der regulären Saison und 68 Playoff Spiele gespielt. Der heutige deutsche Bundestrainer mit festem Wohnsitz in Florida wird in einer regelmäßigen Kolumne exklusiv für NHL.com/de seine Ansichten zu Teams, Spielern und brennenden Fragen teilen.

Hier die nächste Ausgabe:

Die reguläre Saison neigt sich dem Ende zu. Während in der Western Conference die Teilnehmer schon klar sein dürften, kämpfen in der Eastern Conference mehrere Mannschaften noch um die letzten Plätze.

Eines ist sicher, nämlich dass bis zum Schluss alles gegeben wird. Ich denke für die Carolina Hurricanes und die New York Islanders mit Dennis Seidenberg und Thomas Greiss wird es eng werden. Momentan haben die Boston Bruins die Nase vorne und die Erfahrungen aus den letzten beiden Jahren, als sie zum Schluss noch abgefangen wurden, sollte ihnen helfen, dieses Jahr zu bestehen, doch die Tampa Bay Lightning haben zu einem starken Schlussspurt angesetzt. Von daher wird am Ende jeder Punkt wichtig sein.

Mein ehemaliges Team Florida Panthers zeigt wiederum wie es geht, wenn eine Saison nicht optimal läuft. Sie haben viele gute Spieler und gute Torleute, doch die konnten ihre Leistungen nicht immer abrufen. Der überraschend frühe Trainerwechsel hat so gut wie nichts gebracht. Natürlich kamen auch Verletzungsprobleme dazu, aber im Großen und Ganzen ist es für die Franchise eine enttäuschende Saison.

Anders sieht es bei den kanadischen Teams aus. Nach dem Desaster im letzten Jahr, als kein kanadisches Team die Playoffs erreichte, sind dieses Jahr wohl fünf Teams dabei. Diese können sicher für die eine oder andere Überraschung gut sein, ob es für den ganz großen Coup schon reicht, bleibt abzuwarten.

Die Calgary Flames haben gerade in der zweiten Saisonhälfte aufgedreht und könnten Etablierte etwas ärgern, für das Finale wird es aber meiner Meinung nach nicht reichen. Die Toronto Maple Leafs spielen ein schönes Eishockey, sind aber trotzdem noch etwas zu jung. Die Ottawa Senators und die Montreal Canadiens sehe ich noch nicht so weit.

Edmonton hat vielleicht die besten Chancen, wobei ihnen ein Quäntchen Erfahrung fehlt. Sie könnten für eine Überraschung gut sein, denn sie haben einen guten Mix aus jungen und erfahrenen Spielern. Es macht Spaß ihnen zuzusehen. Wenn sie auch das nötige Glück haben, dann können sie schon weit kommen.

Freuen würde es mich insbesondere für Leon Draisaitl, der schon bei der Olympia-Qualifikation gezeigt hat, wozu er in der Lage ist. Er hat sich während der NHL Saison noch deutlich gesteigert. Connor McDavid und Leon sind Riesentalente und vielleicht das beste Paar, sowie zusammen mit Patrick Maroon die möglicherweise beste Reihe der Liga. Sie spielen unheimlich klasse zusammen und haben beide verdient, dass sie in den Top 10 der Scorerwertung stehen, McDavid diese sogar deutlich anführt und an die 100 Punkte kratzt.

Video: VAN@EDM: McDavid läuft in den Slot und trifft

Doch wer sind nun die Favoriten für die Playoffs? Ich muss mich einer Floskel bedienen und sagen, dass in den Playoffs alles möglich ist. Grundsätzlich haben natürlich die Mannschaften in den Top 4 die besten Chancen. Doch die Erfahrung hat gezeigt, dass gerade Mannschaften, die einen Lauf haben und so noch in die Playoffs kamen unberechenbar sind. Von daher sind Prognosen oder die Benennung eines Favoriten schwierig. Die einfließenden Faktoren während den Playoffs sind immens.

Für mich beginnt jetzt die intensive Vorbereitung auf die Eishockey-Weltmeisterschaft in Deutschland und Frankreich, auf die ich mich sehr freue.

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