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Marcel Goc nimmt zur NHL Stellung

Der ehemalige NHL-Stürmer schreibt in seiner exklusiven Kolumne über die Trade Deadline, die Stadium Series uvm.

von Marcel Goc exklusiv für NHL.com/de

Marcel Goc gehörte für den Zeitraum der Jahre 2005 bis 2015 zu den Aushängeschildern des deutschen Eishockeys in der NHL. Der heute 35-jährige Stürmer der Adler Mannheim wurde beim NHL Draft 2001 von den San Jose Sharks an insgesamt 20. Position in der ersten Runde gedraftet und absolvierte in der regulären NHL-Saison 636 Spiele mit erzielten 75 Toren und 113 Assists sowie 63 Spiele der Stanley Cup Playoffs mit fünf Toren und zehn Assists. Der langjährige Kapitän der deutschen Nationalmannschaft und Silbermedaillengewinner bei Olympia 2018 wird in einer regelmäßigen Kolumne exklusiv für NHL.com/de seine Ansichten zu Teams, Spielern und brennenden Fragen teilen.

Hier die neueste Ausgabe:

Während es in der DEL mit großen Schritten auf die Playoffs zugeht und ich nach langer Verletzungspause endlich wieder ins Geschehen eingreifen konnte, steht die NHL aus zwei Gründen vor einer spannenden Woche. Am kommenden Montag, den 25. Februar ist die NHL Trade Deadline 2019, also das Ende der Wechselfrist. Zuvor steht am Samstag die NHL Stadium Series 2019 mit dem Spiel der Pittsburgh Penguins gegen die Philadelphia Flyers unter freiem Himmel in Philadelphia an. Ein besonderer Event.

 

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Ich hatte nur das Vergnügen beim DEL Winter Game 2017 in Sinsheim dabei gewesen zu sein und habe so etwas leider in der NHL nicht erlebt. Ich zehre noch heute von dem wunderbaren Erlebnis beim Spiel gegen die Schwenninger Wild Wings.

Ein Spiel im Freien hat eine unglaubliche tolle Atmosphäre, vor so vielen Zuschauern zu bieten. Überhaupt ist alles anders als bei einem normalen Ligaspiel in der Eis-Arena. Das fängt schon beim Medieninteresse, bei den Kabinen, der Größe des Stadions und der anderen Eisfläche sowie der unterschiedlichen Lichtverhältnisse an. Schließlich hat das Wetter auch großen Einfluss auf das Spiel. Die Eisqualität ist in der Regel schlechter und sie wird nicht besser, wenn es regnet. Regen wird von den Spielern und Verantwortlichen am meisten gefürchtet. Trotz allem wäre ich sofort wieder begeistert, bei einem solchen Spiel dabei sein zu dürfen.

 

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Die Begegnung am Samstag wird natürlich noch getoppt, weil es das Battle von Pennsylvania ist. Ich habe in meinem Jahr bei den Penguins von 2014 bis 2015 mitbekommen, welche Rivalität zwischen den beiden Mannschaften herrscht. In diesem Zusammenhang fällt mir die Stanley Cup Playoff Serie in der ersten Runde der Eastern Conference 2012 ein, die für mich immer noch eine der besten und der am meisten umkämpften der letzten Jahre ist.

In den ersten vier Spielen fielen unglaubliche 45 Tore - bis heute NHL-Rekord, und es wurden 309 Strafminuten gesammelt. Die Flyers führten als Außenseiter 3:0 in der Serie, ehe die Penguins durch zwei Siege wieder herankamen, aber dann im sechsten Spiel den Kürzeren zogen. Ich bin überzeugt, dass sich die Flyers damals in dieser Runde so verausgabten, dass in der zweiten Runde die Luft raus war und sie deswegen ausschieden.

Doch zurück zur Trade Deadline. Es stimmt, was überall geschrieben steht, denn durch die enge Western Conference ist besonders spannend, was passieren wird. Ich wurde 2014 kurz vor der Trade Deadline von den Florida Panthers zu den Penguins transferiert. Als Spieler machst du dir keine großen Gedanken darüber, was passieren könnte. Du musst damit umgehen, wenn es passiert. Es ist selbstverständlich einfacher, wenn du keine Familie hast, denn dann packst du einfach deine Sachen und fliegst an deinen neuen Einsatzort. Wenn Frau und Kinder davon betroffen sind, dann gibt es etwas mehr zu entscheiden.

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Einer, der keine Angst vor einem Trade haben muss, ist Leon Draisaitl. Wahnsinn, dass er in dieser Saison bereits 35 Tore erzielt hat und er trotzdem mit den Edmonton Oilers nicht auf einem Playoff-Platz liegt. Von außen ist es schwer zu sagen, was die Ursache ist. Aber dennoch ist es für ihn persönlich wirklich eine tolle Geschichte. Er hat in den letzten Jahren unheimlich viel dazugelernt und er gehört zu den besten Stürmern der NHL, weil er, neben seinem Talent, seinen großen Körper einzusetzen und perfekt zu nutzen weiß. Ich habe ihm schon zugetraut, dass er in der NHL eine gute Rolle spielen kann, doch dass er so gut sein würde, war nicht abzusehen. Für das deutsche Eishockey ist er ein absoluter Glücksfall.

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Ein solcher wäre es auch, wenn Thomas Greiss zusammen mit seinem Torhüter-Kollegen Robin Lehner die William M. Jennings Trophy gewinnen könnte, als NHL-Torhütergespann mit den wenigsten Gegentoren in der regulären Saison. Mich beeindruckte, wie entschlossen Thomas schon zu unserer Anfangszeit bei den San Jose Sharks auf eine NHL-Karriere hingearbeitet hat, und davon überzeugt war, es zu schaffen. Sein Biss hat sich ausgezahlt und er ist ebenso zu einem Aushängeschild des deutschen Eishockeys geworden. Es wäre eine logische Konsequenz, wenn er als erster Deutscher nach Olaf Kölzig eine persönliche NHL-Trophäe gewinnen könnte. Ich würde mich sehr für ihn freuen.

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