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Die Spannung steigt, denn die Olympischen Winterspiele Milano Cortina 2026 werden am Freitag offiziell eröffnet. Am Samstag reisen dann die NHL-Spieler nach Italien, um für den Start des Eishockeyturniers der Herren am 11. Februar bereit zu sein. Die Stars aus Nordamerika werden zum ersten Mal seit 2014 wieder mit von der Partie sein. Einige der besten Spieler der Welt werden in unterschiedlichen Rollen womöglich einen entscheidenden Unterschied machen können.

Deutschland hofft auf Torjäger Draisaitl

In der laufenden Saison hinkt Leon Draisaitl im Rennen der besten Torschützen mit seinen 29 Treffern ein Stück hinter den Spitzenreitern Nathan MacKinnon (40 Tore) und Connor McDavid (34) hinterher. Der gebürtige Kölner bewies in Diensten der Edmonton Oilers aber über Jahre hinweg, dass er zu den besten Torjägern der Welt gehört. Seit Beginn der Saison 2021/22 erzielte er 229 Tore und ist damit über die vergangenen fünf Jahre die Nummer eins der Liga. Deutschland gehört zu den Außenseitern, doch wenn die Leistungen in der Abwehr und im Tor stimmen, kann ein Superstar wie Draisaitl mit den nötigen Toren den Unterschied machen.

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McDavid ist der Beste der Besten

Soll man den besten Spielmacher küren, hat man die Qual der Wahl. Draisaitl wäre auch in dieser Kategorie eine Option, genau wie MacKinnon. Die Nummer eins ist aber der beste Spieler der Welt, Drasaitls Teamkollege Connor McDavid. Der Oilers-Kapitän knackte erst vor zwei Wochen zum zehnten Mal in Folge die Marke von 60 Assists. In 770 Karrierespielen kommt er auf 1178 Punkte, 395 Tore und 783 Assists. Das Kanadische Team ist mit Starspielern gespickt, doch McDavid steht an der Spitze.

Slavin stoppt die besten Gegner

Wenn man Spieler wie McDavid, Draisaitl und MacKinnon gegen sich hat, braucht man einen erstklassigen defensiven Verteidiger. Schweden hat einige gute Spieler in der Kategorie, wie Gustav Forsling, muss aber auf den vielleicht besten Defensivverteidiger verzichten, da Jonas Brodin verletzt ausfällt. Ein weiterer Fluch für jeden Angreifer steht im Team der USA. Jaccob Slavin spielt bei den Carolina Hurricanes gegen die besten Stürmer und behält oft die Oberhand. Er fiel über weite Strecken der Saison verletzungsbedingt aus, gehört aber zu den besten seiner Zunft.

Grubauer in Bestform

Es war zu Beginn der Saison vielleicht nicht zu erwarten, doch der statistisch beste NHL-Torhüter steht bei Deutschland zwischen den Pfosten. Philipp Grubauer erlebte bei den Seattle Kraken eine enttäuschende Saison 2024/25, doch in der aktuellen Spielzeit ist er in seiner besten Form seit Jahren. Mit einer Fangquote von 91,6 Prozent liegt er auf Platz drei in der Liga, hinter zwei Torhütern, die nicht an den Olympischen Spielen teilnehmen. Sein Gegentorschnitt von 2,43 kann sich auf Rang sieben ebenfalls sehen lassen. Auch hier liegt kein Olympischer Torhüter vor ihm. Ein Torwart in dieser Form kann praktisch im Alleingang Spiele entscheiden.

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Augen auf gegen Gudas

Bei den Spielen gegen Tschechien ist besondere Vorsicht geboten, denn Verteidiger Radko Gudas bestraft Unaufmerksamkeit gerne mit krachenden Checks. Der Veteran der Anaheim Ducks fuhr in dieser Saison in 43 Spielen 147 Checks, über die vergangenen fünf Jahre führt er die Liga mit 1307 Checks an. Obwohl er mit 1,83 Metern kein Riese ist, setzt er seine 94 Kilogramm gerne wirkungsvoll ein, um seine Gegner zu stoppen und ihnen den Spaß am Spiel zu nehmen.

Im Powerplay ist Hughes unschlagbar

Ein Powerplay lebt davon, dass ein Spieler als Quarterback den Puck schnell und präzise an seine Mitspieler verteilt. Aktuell macht das kaum jemand besser als US-Verteidiger Quinn Hughes. Seit er am 12. Dezember in einem spektakulären Transfer von den Vancouver Canucks zu den Minnesota Wild ging, ist er mit 34 Punkten in 26 Spielen überragend. 13 dieser Punkte erzielte er durch Assists im Powerplay. Er ist eine vielseitige Waffe in Überzahl. Dank seinem überragenden Skating kann er Spieler alleine ausspielen, durch starkes Passspiel gibt er seinen Mitspielern Chancen und er hat ein Händchen dafür, harmlos anmutende Schüsse so zum Tor zu bringen, dass seine Kollegen abfälschen oder im Nachschuss punkten können.

Finnischer Kampfgeist in Unterzahl

Beim Turnier der besten Eishockeyspieler der Welt ist viel Talent versammelt, das im Powerplay angreifen kann. Umso wichtiger ist, dass man fähige Spieler hat, die eine Unterzahlsituation schadlos überstehen können. Finnland hat einen der besten Spieler in diesem Bereich. Esa Lindell steht bei den Dallas Stars im Durchschnitt 3:59 Minuten pro Spiel in Unterzahl auf dem Eis, so viel wie kein anderer NHL-Spieler in Mailand. Kein Wunder, dass er mit 129 geblockten Schüssen auf Platz fünf der Liga steht.

Samanski hat Potenzial zu überraschen

In der NHL ist der deutsche Center Josh Samanski noch kein großer Name, doch er arbeitet daran das zu ändern. Der ehemalige Stürmer der Straubing Tigers wurde im vergangenen April ungedraftet von den Oilers verpflichtet. Nach 39 Spielen in der AHL bekam er erst vor Kurzem seine erste Chance in der NHL. Mittlerweile kommt er auf fünf Spiele, in denen er zwei Punkte erzielte. Samanski macht auf dem Eis einen guten Eindruck, was auch seine Zahlen belegen. Er gewinnt fast 60 Prozent seiner Bullys. Wenn er auf dem Eis ist, geben die Oilers 62,3 Prozent aller Schussversuche ab. Er gehört zu den Spielern, die bei diesem Turnier über sich hinauswachsen und sich für größere Rollen in der Liga empfehlen können.

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