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Kanada ganz bestimmt, Schweden und Finnland mit Sicherheit genauso wie die USA. Sie alle gelten als Medaillenkandidaten des Eishockeyturniers der Männer bei den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026. Und die Schweiz? Aber klar, auch die Eidgenossen haben alle ihre NHL-Stars im Gepäck. Dazu noch viele Arrivierte aus der heimischen National League, darunter ebenfalls einige mit NHL-Erfahrung. Die Erwartungen werden entsprechend offensiv formuliert.

Angeführt wird die Schweiz von einem wahrhaft teuflischen Trio – Nico Hischier, Timo Meier (beide Sturm) und Verteidiger Jonas Siegenthaler verdienen alle ihr Geld bei den New Jersey Devils. Hischier ist mit 42 Scorerpunkten (19 Tore, 23 Assists) aktuell bester Scorer der Devils. Mit 28 Punkten (14 Tore, 14 Assists) liegt Meier in dieser teaminternen Wertung auf Platz fünf. Siegenthalers Aufgabe ist vornehmlich die Absicherung des eigenen Tores. Er wartet in dieser Spielzeit noch auf seinen ersten Treffer, hat aber schon sieben vorbereitet.

NYI@NJD: Hischier und Bratt im Zusammenspiel

Im Angriff kann sich Trainer Patrick Fischer zwei komplette NHL-Reihen zusammenstellen – oder aber diese geschickt mit den Akteuren aus der heimischen Top-Liga kombinieren. Kevin Fiala ist mit 18 Toren und 22 Vorlagen einer der zuverlässigsten Scorer in dieser Saison bei den Los Angeles Kings. Acht Tore und elf Vorlagen stehen bislang für Nino Niederreiter (Winnipeg Jets) zu Buche. Allerdings wartet der Churer, der auch die Schweizer Fahne bei der Eröffnungsfeier getragen hat, noch auf seinen 500. Punkt auf NHL-Level. Überraschend gut schlagen sich bislang die San Jose Sharks. Philipp Kurashev hat mit sieben Toren und zehn Vorlagen daran seinen Anteil. Nicht so gut läuft es für die St. Louis Blues in der Central Division. Mit 15 Scorerpunkten (7 Tore, 8 Assists) spielt Pius Suter aber eine ordentliche Saison für die Blues. Sven Andrighetto (ZSC Lions, ehemals Montreal Canadiens und Colorado Avalanche) sowie Denis Malgin (ZSC Lions, ehemals Florida Panthers, Toronto Maple Leafs und Colorado Avalanche) zählen ebenfalls zu den Akteuren mit NHL-Erfahrung im Team.

Die Verteidigung wird angeführt vom offensivstarken Verteidiger Roman Josi. Der Berner, Kapitän der Nashville Predators, hat vor Kurzem sein 1000. NHL-Spiel absolviert und sein 200. Tor in der NHL geschossen. J.J. Moser hat sich an der blauen Linie bei den Tampa Bay Lightning festgespielt, Siegenthaler ist eine feste Größe in der Defensive der Devils. Dean Kukan läuft aktuell für die ZSC Lions auf, hat aber auch schon 153 Partien für die Columbus Blue Jackets auf dem Buckel.

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„Mit einer Medaille würde ein Traum wahr werden. Die Olympischen Spiele sind die größte Bühne. Mit den NHL-Spielern im Kader und nach den Erfolgen bei den Weltmeisterschaften ist es ein großer Erfolg, dass wir uns nun bei den Olympischen Spielen mit den besten Spielern der Welt messen können“, meinte Josi.

Im Tor kämpfen Akira Schmid (Vegas Golden Knights), Reto Berra (Fribourg-Gottéron) und Leonardo Genoni (EV Zug) um den Starterjob zwischen den Pfosten. Schmid hat in dieser Saison bislang gute Leistungen für die Golden Knights gezeigt. 16 Siege und zwei Shutouts bei 25 Starts stehen für ihn zu Buche. Berra hat ebenfalls NHL-Erfahrung (Calgary, Florida, Colorado, Anaheim). Er ist mit 39 Jahren der Senior im Team. Da sieht Genoni fast automatisch wie der Außenseiter aus. Allerdings hat er 2024 und 2025 bei den Weltmeisterschaften jeweils hervorragend gehalten. Beide Male gewannen die Eidgenossen Silber. 2025 wurde er sogar als wertvollster Spieler des Turniers ausgezeichnet. Wer auch immer den Zuschlag bekommt, muss Top-Leistungen abliefern, denn er wird sich dem Besten gegenübersehen, was das Welt-Eishockey zu bieten hat. Der Vorteil für den Coach: Er kann entsprechend reagieren, wenn es bei einem der Keeper nicht optimal läuft.

Entsprechend selbstbewusst gehen die Eidgenossen die Aufgaben in Italien an. „Wir müssen uns vor niemandem mehr verstecken. Also werden wir rausgehen und unser Spiel spielen“, kündigte Niederreiter im Gespräch mit NHL.com/de an. Die Schweizer könnten es mit den Besten aufnehmen, zeigte er sich überzeugt. „Wir werden konkurrenzfähig sein. Wir fahren dorthin, um jedes Spiel zu gewinnen“, betonte auch Moser. Durch die zahlreichen NHL-Stars im Kader herrsche ein richtiger Konkurrenzkampf unter den Spielern, die für die „Nati“ spielen wollten, meinte Niederreiter. „Das gab es früher in dieser Form noch nicht.“

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1928 und 1948 holte die Schweiz beim olympischen Eishockeyturnier jeweils Bronze. Wenn es mit der dritten Medaille – egal welcher Farbe – bei Olympischen Spielen etwas werden soll, muss die Mannschaft von Anfang an voll da sein. Die Sturmreihen müssen vom Start weg funktionieren. Denn schon die Gruppe hat es für die Eidgenossen in sich. Zum Auftakt trifft man am 12. Februar mit Frankreich auf den vermeintlich leichtesten Gegner. Doch schon am Tag drauf geht es gegen Kanada und am 15. Februar gegen Tschechien. Eine Schwächephase oder Unkonzentriertheiten zur Unzeit könnten die Medaillenträume der Schweizer schon früh platzen lassen.

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