Am 11. Februar beginnt das Eishockeyturnier bei den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026. Deutschland trifft in der Vorrunde in der Gruppe C auf Dänemark, Lettland und die USA. Folgende drei Fragen sind für die DEB-Auswahl von besonderer Bedeutung.
1. Trägt Draisaitl das Team, oder bleibt er ein Solist?
Keine Personalie ist für das deutsche Eishockey vor den Olympischen Winterspielen 2026 so zentral wie Leon Draisaitl. Der Superstar der Edmonton Oilers ist der mit Abstand beste Spieler, den der DEB jemals aufbieten konnte. Gemessen an individueller Klasse, internationaler Anerkennung und NHL-Produktivität ragt er zweifelsohne heraus. Und doch stellt sich vor den Spielen Mailand eine unbequeme, aber zwingende Frage: Kann Draisaitl seine Dominanz auch in den Dienst einer Turniermannschaft stellen, die auf Augenhöhe gegen Weltmächte bestehen will?
Bei vergangenen Einsätzen im Nationaltrikot war Draisaitls Einfluss im Team oft begrenzt, was an verschiedenen Gründen lag. Mangelnden Einsatz konnte man ihm dabei allerdings nie vorwerfen, sondern es lag eher an strukturellen Problemen. Deutschland konnte ihm selten annähernd gleichwertige Mitspieler zur Seite stellen, die sein Tempo, sein Spielverständnis und seine physischen Anforderungen mitgehen konnten. Olympia 2026 bietet nun ein anderes Umfeld: Mit Tim Stützle, Nico Sturm, Lukas Reichel oder auch JJ Peterka steht im Kader diesmal deutlich mehr NHL-Qualität zur Verfügung. Doch Quantität allein garantiert keine Funktionalität.
Die entscheidende Frage lautet daher: Wird Draisaitl das Zentrum einer klar definierten Top-Formation – oder erneut ein Fixpunkt, um den herum viel improvisiert wird? Auf internationalem Spitzenniveau reicht es erfahrungsgemäß nicht, den besten Spieler einfach „laufen zu lassen“. Kanada, Schweden oder die USA neutralisieren Einzelstars gnadenlos, wenn deren Umgebung nicht mitzieht.
Für Bundestrainer Harold Kreis wird es darum gehen, Draisaitls Rolle exakt zu definieren.
Alle Aufgaben auf einmal wird Draisaitl als Fixstern im Team nicht übernehmen können. Olympia 2026 entscheidet, ob der gebürtige Kölner im Nationaltrikot mehr sein kann als der beste deutsche Spieler auf dem Eis – nämlich der entscheidende.
























