Ein Grund dafür war Blackhawks-Torwart Alex Stalock mit seinen 44 Saves. "Ihr Torhüter hat eine großartige Leistung erbracht", sagte Kadri anerkennend. Flames-Trainer Darryl Sutter hingegen haderte: "Dieses Spiel muss man gewinnen. Wenn man nur eine Strafzeit kassiert, zwei Powerplay-Tore erzielt und nur wenige Schüsse zulässt, sollte man das Spiel eigentlich für sich entscheiden."
Doch dies gelang nicht, weil die Blackhawks, die zum zweiten Mal in Folge verletzungsbedingt auf ihren Stürmer Patrick Kane verzichten mussten, schlicht und einfach effektiver waren. "Das war ein großartiges Spiel", sagte Domi. "In der ersten Periode haben wir sie überlistet. Im zweiten Drittel fielen wir etwas zurück, aber Stalock war wieder einmal unglaublich. Wir haben Wege gefunden, um in unserer eigenen Zone sicher zu stehen. Und dann haben wir uns die Chance erarbeitet, das Spiel zu gewinnen."
Für Reichel wird dieser Sieg wohl ewig in Erinnerung bleiben. Er bewies allerdings nicht nur seine Treffsicherheit, sondern unterstrich mit seinen beiden Vorlagen auch seine Spielintelligenz. Beim Treffer zum 3:1 durch Kurashev befand er sich in einer guten Position, um selbst aus kurzer Distanz den Abschluss zu suchen. Viele junge Spieler hätten nach ihrem ersten NHL-Treffer wohl versucht, ein Tor nachzulegen. Doch Reichel hatte den Blick für den Nebenmann und leitete den Puck an zwei Gegenspielern vorbei zu Kurashev.
"Mein erster Gedanke war, dass ich selbst schieße. Aber dann sah ich, dass es eine kleine Lücke für den Pass gibt, sodass Kurashev ihn per One-Timer abschließen kann. Ich bin froh, dass die Scheibe ankam", erklärte Reichel. Auch beim Siegtreffer in der Overtime steckte er den Puck in einer hektischen Spielsituation zu Domi durch, sodass dieser verwandeln konnte.