Im Development Camp der Edmonton Oilers mischt derzeit ein Deutscher mit: Luca Münzenberger. Der 19-jährige Verteidiger wurde beim NHL Draft 2021 in der dritten Runde an insgesamt 90. Stelle von den Oilers ausgewählt und will die Trainer von seiner Entwicklung überzeugen.
Münzenberger spielt im Development Camp der Oilers vor
Deutsches Verteidiger-Talent will sich zeigen und kehrt mit der U20-Nationalmannschaft bald nach Edmonton zurück

Erfolgserlebnis mit Team Blau
"Bis jetzt war es super", schilderte Münzenberger seine Eindrücke vom Development Camp und muss lachen: "Die Spieler sind wirklich nett, es ist eine schöne Umgebung hier, das Eis, die Halle, die Umkleidekabine ist riesig, manchmal verlaufe ich mich noch."
Ganz neu ist der Rogers Place für das deutsche Talent allerdings nicht: "Ich war schon zweimal für die Junioren-Weltmeisterschaften hier", erklärt Münzenberger. "Wegen Covid haben wir aber nur das Hotel und die Eisfläche gesehen, ansonsten durften wir nicht raus. Es war außerdem Winter, also war es sehr kalt draußen. Jetzt ist es Sommer und man kann viele Leute kennenlernen, auch alle in der Organisation."
Ein Erfolgserlebnis gab es für den 1,89 Meter großen und 88 Kilogramm schweren Linksschützen in einem Testspiel unter 35 Talenten. Münzenberger gewann mit der Nummer 51 auf dem Rücken mit Team Blau mit 9:6 gegen Team Weiß. Doch abgesehen davon möchte er sich in gewissen Bereichen weiterentwickeln.
"Ich will mich auf die Defensive konzentrieren und besser gegen Gegner verteidigen, die mit Tempo kommen", erläutert Münzenberger. "Aber auch meine offensiven Fähigkeiten möchte ich verbessern, denn letztes Jahr in Vermont habe ich zwar daran gearbeitet, aber es ist nicht so gelaufen, wie ich mir das vorgestellt hatte. Da gibt es viele Dinge, an denen ich feilen kann: den Schuss zum Beispiel oder wie man im Powerplay spielt."
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Feinschliff an der Uni in Vermont
Der gebürtige Düsseldorfer wurde bei den Kölner Junghaien ausgebildet und wechselte nach dem Draft 2021 an die University of Vermont in die US-amerikanische College-Liga NCAA.
"Die größte Umstellung für mich war das Hockey: Das Level im deutschen Juniorenbereich war nicht schlecht, aber es ist nicht vergleichbar mit dem bei den Juniors in den Vereinigten Staaten oder auf dem College", so Münzenberger. "Außerdem sind meine Eltern und meine Brüder sind nicht hier. Selbst klarzukommen, war eine wichtige Erfahrung."
Eine Herausforderung war zum Beispiel das Kochen. "Ich koche nicht schlecht, aber es ist noch ausbaufähig", meint der Deutsche mit einem Lächeln. "Zu Hause hat immer meine Mum gekocht. Es war aber schön, das zu lernen. Ich bin ein großer Fan von Pasta und italienischem Essen."
In 32 NCAA-Spielen sammelte Münzenberger drei Assists, 45 Strafminuten und kam auf einen Plus-Minus-Wert von -17. "Die Saison in Vermont war nicht allzu gut für uns, denn wir haben gerade mal so um die acht Spiele gewonnen. Für mich persönlich war es aber eine großartige Erfahrung, an einem neuen Ort zu sein, weg von zu Hause. Ich habe auf und neben dem Eis viel gelernt und viele neue Leute kennengelernt."
Enger Draht zu Mitspieler Määttä
Zu denen zählte Stürmer Joel Määttä, der zur neuen Saison der Mitbewohner von Münzenberger werden wird. "Wir sind enge Freunde. Es ist schön, hier jemand wie ihn zu haben. Er ist ein toller Hockeyspieler: Ruhig auf dem Eis, groß und er arbeitet hart", erzählt Münzenberger.
Genau das haben auch die Oilers in Määttä gesehen und ihn beim Draft 2022 in der siebten Runde an insgesamt 222. Stelle ausgewählt. "Wir waren in Vermont auf dem Eis, dann ist der Trainer rausgekommen und hat gesagt: Joel, du wurdest von den Edmonton Oilers gedraftet." Somit stand fest, dass die beiden Freunde n Zukunft weiter in derselben Organisation bleiben. das aktuelle Development Camp bestreiten die beiden Freude ebenfalls zusammen - wenn auch mit Määttä in Team Weiß.
Doch es gibt noch eine weitere Parallele zwischen Vermont und Edmonton: An der Uni ist ein gewisser Todd Woodcroft der Trainer von Münzenberger, bei den Oilers ist es nun dessen jüngerer Bruder Jay Woodcroft. "Todd ist ein toller Trainer, ich habe viel von ihm gelernt. Seine Pre-Game-Meetings, Skills-Sessions und das System, das wir spielen, sind richtig gut. Er macht einen klasse Job, steht mit den Spielern in Kontakt und führt sie durch ihre vierjährige Zeit an der Universität von Vermont", berichtet Münzenberger. "Jay habe ich schon am Flughafen getroffen, denn wir waren zufällig im selben Flugzeug von Montreal nach Edmonton. Es war schön, Todds Bruder zu treffen, denn auch Jay ist großartig. Es hat mir gefallen, mich mit ihm zu unterhalten, denn er ist sehr offen. Ich kenne ihn noch nicht als Trainer, aber als Person war es einfach, mit ihm ins Gespräch zu kommen."
Out of the box and into the net! @deb_teams ties it up thanks to Luca Munzenberger #WorldJuniors #FINGER@EdmontonOilers pic.twitter.com/7X0r4BjZVo
— IIHF (@IIHFHockey) December 26, 2021
U20-WM mit Deutschland
Der große Traum von Münzenberger ist es, eines Tages mit Leon Draisaitl für die Oilers in der NHL zu spielen. Egal, wie das Development Camp läuft, die Arena in Edmonton wird der Verteidiger schnell wiedersehen, denn vom 9. bis 20. August findet im Rogers Place die U20-WM statt.
Münzenberger wird bis dahin in Nordamerika bleiben und direkt zum Nationalteam stoßen. "Ich werde nach dem Development Camp für zwei Wochen nach Vermont zurückgehen, denn es macht keinen Sinn mit der Zeitverschiebung und dem ganzen Reisestress für fünf Tage nach Deutschland zu gehen. Ich treffe mich also am 31. Juli mit dem Team hier", blickt das Talent auf das nächste Abenteuer in Edmonton voraus.

















