LAK Kings 1/15

Den Los Angeles Kings fiel am Montag ein Stein vom Herzen, als sie ihre jüngste Niederlagenserie beendeten. Sie fuhren dank eines starken dritten Drittels und einer überzeugenden Leistung von Torwart David Rittich in der PNC Arena einen 5:2-Auswärtssieg gegen die Carolina Hurricanes ein.

„Die meisten Leute würden wahrscheinlich sagen, es ist eine Erleichterung“, kommentierte Kings-Trainer Todd McLellan den ersten Sieg im fünften Auswärtsspiel in Folge. „Ich würde eher das Wort Belohnung wählen, weil wir während dieser Auswärtsserie vieles richtig gemacht haben. Das ist ein gutes Zeichen für uns. In dieses Spiel sind viel Energie und viele Emotionen geflossen.“

Befreiungsschlag nach Negativserie

Vor der Begegnung ließen die Vorzeichen etwas anderes erwarten. Die Hurricanes hatten in den vorherigen acht Partien (7-0-1) nur einen Punkt liegen lassen. Die Kings hatten hingegen seit acht Spielen keinen Sieg mehr eingefahren (0-4-4).

Die Pechsträhne kam unerwartet, denn bis zur Pause rund um die Weihnachtsfeiertage war Los Angeles unter den Spitzenteams der NHL. Die starke Punktausbeute von 71 Prozent konnten nur die New York Rangers (74,2 Prozent) überbieten. Die Kings lagen mit 44 Punkten (20-7-4) auf dem dritten Platz der Pacific Division nur fünf Punkte hinter den Vancouver Canucks und drei hinter den Vegas Golden Knights, obwohl die Canucks bereits vier Spiele mehr bestritten hatten, die Golden Knights sogar fünf. Nach hinten hatten die Kings einen komfortablen Vorsprung von neun Punkten auf den Seattle Kraken und waren damit auf klarem Kurs Richtung Stanley Cup Playoffs.

Nach einem 5:1-Sieg gegen die San Jose Sharks am 27. Dezember sollte allerdings nichts mehr klappen. Los Angeles beendete das alte Jahr mit zwei 2:3-Niederlagen gegen die Golden Knights und die Edmonton Oilers. Das neue Jahr begann mit einem 0:3-Shutout gegen die Toronto Maple Leafs. Es folgten fünf weitere Enttäuschungen, ehe endlich der Befreiungsschlag gegen die Hurricanes gelang.

„Dieses Team weiß, wie man sich zurückkämpft“, lobte Stürmer Pierre-Luc Dubois. „Man wird immer Herausforderungen begegnen, aber die sind gut für eine Mannschaft. Natürlich will man keine acht Spiele in Folge verlieren, aber wir haben hier ein Team mit Kampfgeist.“

Rittich bleibt starker Rückhalt

Coach McLellan konnte sich einmal mehr auf Torwart David Rittich verlassen, obwohl der in dieser Saison nicht wirklich eingeplant war. Für den 31-Jährigen war es erst der fünfte Einsatz in dieser Spielzeit, davon wurde er ein Mal erst im dritten Drittel eingewechselt. Er steht überhaupt nur im NHL-Kader, weil sein Kollege Pheonix Copley sich im Training am Kreuzband verletzte und operiert werden musste.

Wenn Rittich spielt, dann auf hohem Niveau: Am Montag hielt er 30 von 32 Schüssen und kam so auf eine Fangquote von 93,8 Prozent. In den ersten 25 Minuten hielt er alle Schüsse und gab so Trevor Moore die Möglichkeit, die Kings in der siebten Minute in Führung zu bringen.

Rittich kassierte im zweiten Drittel zwar den Ausgleich durch Jordan Martinook (26.), ließ sonst aber nichts anbrennen. In seinen fünf Spielen der Saison kommt Rittich auf eine Fangquote von 93,2 Prozent und einen starken Durchschnitt von nur 1,61 Gegentoren pro Spiel, bei einer Bilanz von 3-0-1.

Kings schießen wieder Tore

Torhüter und Abwehr waren während der enttäuschenden Phase seit Weihnachten aber ohnehin nicht das große Problem der Kings. Die Offensive bereitete deutlich mehr Kopfzerbrechen, doch auch darauf fand die Mannschaft am Montag eine Antwort. In den vergangenen acht Spielen hatten die Kings nie mehr als drei Tore erzielt und selbst das war ihnen nur drei Mal gelungen. 17 Treffer in acht Spielen reichten schlicht und einfach nicht aus, um Spiele zu gewinnen.

„Ich finde, dass wir in einigen dieser Spiele nicht schlecht gespielt haben“, verteidigte Moore sein Team. „Heute haben wir aber auch das Tor getroffen und das war entscheidend. Das fühlt sich gut an.“

Nach Moores Startschuss im ersten Drittel und dem Ausgleich der Hurricanes ging es mit einem 1:1 in den Schlussabschnitt. Die Kings fackelten aber nicht lange und erzwangen mit einem Blitzstart die Vorentscheidung. Phillip Danault sorgte bereits 61 Sekunden nach der Pause für das 2:1. Rookie Alex Laferriere baute die Führung weitere 80 Sekunden später aus und Dubois legte in der 46. Minute das 4:1 nach.

„Wir hatten ein paar schlechte Wechsel“, gab Hurricanes-Trainer Rod Brind'Amour zu. „Dann ging es zack, zack, zack und das Spiel war vorbei. Das passiert, wenn man gegen gute Teams spielt. Es war klar, dass sie nicht mehr viel zulassen würden. Wir hätten die Chancen nutzen müssen, die wir hatten. Das haben wir aber nicht getan.“

Jack Drury brachte die Hurricanes zwar nochmal auf zwei Tore heran (49.), das reichte jedoch nicht aus. Moore gelang in der 59. Spielminute mit einem Empty-Netter in Unterzahl sein 20. Saisontor zum Endstand.

„Es gab nicht den einen Schlüssel zu diesem Spiel“, betonte McLellan. „Die Tore sind alle unterschiedlich gefallen. Ich kann nicht sagen, dass es einen bestimmten Trend oder bestimmte Umstellungen gab. Wir haben einfach unser Spiel und Druck aufs Tor gemacht, wenn der Puck da war und wir sind dafür belohnt worden.“

Zurück in die Spur finden

Auf diese Leistung müssen die Kings nun aufbauen, denn weitere Niederlagen könnten sie schnell ihren Playoff-Platz kosten. Sie belegen mit 50 Punkten zwar weiterhin den dritten Platz in der Pacific Division, doch die Edmonton Oilers und die Seattle Kraken, die gerade eine Serie von neun Siegen und 13 Spielen mit mindestens einem Punkt hatten, lauern nur noch drei Punkte hinter ihnen. Sollte eines der beiden Teams Los Angeles vom dritten Platz verdrängen, wären die Kings im Kampf um die Wildcards der Western Conference und müssten sich auch noch um die Nashville Predators Sorgen machen, die in hervorragender Form sind und ebenfalls 50 Punkte besitzen.

Gegen genau diese Predators kommt es am Donnerstag (10 p.m. ET; NHL.tv; Fr. 4 Uhr MEZ) in Los Angeles zum direkten Vergleich. Zuvor müssen die Kings am Dienstag (8 p.m. ET; NHL.tv; Mi. 2 Uhr MEZ) aber noch ihre Auswärtsserie bei den Dallas Stars beenden.