Bichsel kam für Leksands auf 29 Spiele und erzielte dabei ein Tor und zwei Assists. Das mag sich nicht nach viel anhören, doch als einer der jüngsten Spieler der Liga, ist schon die Tatsache beeindruckend, dass er mit 17 Jahren bereits so viel Eiszeit bekam. Nur sechs Juniorenverteidiger erzielten mehr Punkte. Fünf davon wurden bereits von NHL-Teams gedraftet. Leksands erreichte die Pre-Playoffs, schied dort jedoch gegen IK Oskarshamn aus.
Kasper trat 46 Mal für Rögle an und war in der regulären Saison mit elf Punkten (7 Tore, 4 Assists) der sechstbeste U20-Spieler der Liga. Die fünf Spieler, die vor ihm liegen, sind alle älter als er und wurden bereits gedraftet, zwei davon in der ersten Runde. Er kämpft mit seiner Mannschaft aktuell um den Einzug ins Halbfinale, in der Serie des Viertelfinales gegen Oskarkshamn gewannen beide Mannschaften drei Partien, Spiel sieben wird am Dienstag die Entscheidung bringen. Am 8.
April erzielte Kasper sein erstes Playoff-Tor.
Wichtiger als ihre Statistiken, dürfte langfristig jedoch die Erfahrung sein, die die beiden Talente in der SHL sammelten. Der Ruf der Liga als erste Adresse für die Entwicklung junger Spieler in Europa wächst immer weiter und Spieler wie Fiala und Seider liefern schlagende Argumente für die Vorteile des Aufenthalts in Skandinavien. Mit den beiden diesjährigen Draft-Kandidaten könnten zwei weitere zukünftige Spitzenspieler eine Blaupause für ihre Nachfolger liefern und den Weg über Schweden in die NHL für Nachwuchsspieler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz populärer machen.
In dem Jahr in Schweden zeigten sowohl Kasper, als auch Bichsel, dass sie das nötige Talent haben, um eines Tages in der NHL zu spielen.
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Tatsächlich werden sie vom Central Scouting Service der NHL und den Fachmedien hochgeschätzt. Kasper ist ein Kandidat für einen Platz Mitte der ersten Runde, Bichsel wird in der zweiten Runde eingeordnet, mit Chancen auf einen Platz Ende der ersten Runde.
Der Schweizer könnte jedoch früher gewählt werden, als sein 14. Platz im Mid-Term Ranking der internationalen Skater vermuten lässt, denn er bringt Qualitäten mit, die in der NHL besonders gefragt sind. Mit 1,95 Meter Körpergröße und einem Kampfgewicht von 98 Kilogramm ist er bereits jetzt eine beeindruckende Erscheinung. Sein Gewicht dürfte sich in den nächsten Jahren noch steigern. Zudem ist sein Skating eine seiner großen Stärken. Ein Verteidiger dieses Kalibers, der schnell und wendig ist, wird im Draft für viele Mannschaften verlockend sein.
Dass beide in diesem Jahr gedraftet werden, ist praktisch sicher, nur von wem und wie lange sie darauf warten müssen, bis ihr Name aufgerufen wird, ist unklar. Ebenso unvorhersehbar ist, wie es nach dem Draft weitergeht. Die meisten Spieler werden nach dem Draft im Farmteam ihrer NHL-Organisation in der AHL, oder in einer der Nordamerikanischen Nachwuchsligen eingesetzt. Allerdings zeigten die Red Wings am Beispiel von Seider, dass die SHL eine ernstzunehmende Option ist, um junge Spieler an das Niveau der NHL heranzuführen.