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Leon Draisaitl beweist einen großen Torhunger

Der Oilers-Stürmer erzielt gegen die Canadiens bereits den elften Treffer in dieser Saison

von Axel Jeroma @NHLde / NHL.com/de Autor

Als Leon Draisaitl in der 17. Minute mutterseelenallein vor ihm auftauchte, dürfte Montreals Torhüter Antti Niemi geahnt haben, was gleich passieren würde: Voller Entschlossenheit nagelte der Oilers-Stürmer den Puck unter die Latte und brachte sein Team am Dienstagabend im Rogers Place mit 2:1 in Führung. Es war der Auftakt zu einem Drei-Punkte-Spiel für den Kölner, seinem ersten in dieser Saison. Zu den Treffern von Matt Benning und Darnell Nurse steuerte er jeweils einen Assist bei. 6:2 hieß es am Ende für die Edmonton Oilers im kanadischen Duell gegen die Montreal Canadiens. Damit beendeten die Gastgeber eine Negativserie, in deren Verlauf sie vier Niederlagen in Folge hinnehmen mussten.

Video: EDM@FLA: Draisaitl verwertet Zuspiel von McDavid

Draisaitl befindet sich in bestechender Form. In den vergangenen fünf Spielen verbuchte er sechs Scorerpunkte (vier Tore, zwei Assists). 20 Zähler (elf Tore, neun Vorlagen) sind es insgesamt in dieser Spielzeit. Mit den elf Toren aus 18 Begegnungen setzte er sich nach dem Match gegen die Canadiens vor Connor McDavid (10) an die Spitze der teaminternen Torjägerliste. Seit Esa Tikkanen 1988/89 hat kein Oilers-Spieler mehr mit 23 Jahren oder jünger nach 18 Einsätzen öfter getroffen als Draisaitl.

Mit der momentanen Abschlussfrequenz ist er auf einem guten Weg zum alleinigen deutschen Rekordtorschützen in einer NHL-Hauptrunde. Die bestehende Bestmarke von 29 Toren muss sich Draisaitl bislang mit Marco Sturm teilen. Der frühere Bundestrainer und jetzige Assistenz-Coach der Los Angeles Kings erreichte diesen Wert in der Saison 2005/06, der Oilers-Angreifer folgte ihm 2016/17. In jener Runde verbesserte Draisaitl zugleich den deutschen Scorer-Rekord auf 77 Zähler.

Video: MTL@EDM: Draisaitl haut McDavids schöne Vorlage rein

Im Anschluss an den Erfolg gegen die Canadiens zeigte sich Draisaitl höchst zufrieden. "Wir haben heute unser Spiel aufgezogen, waren schnell und bissig. Wenn uns das gelingt, sind wir schwer zu schlagen. Alle vier Angriffsreihen haben geliefert und auch sonst eine starke Leistung abgerufen", sagte er. Draisaitl bildete zusammen mit McDavid und Drake Caggiula die Top-Formation der Oilers. Das Trio harmonierte prächtig und kam zusammen auf sieben Scorerpunkte. "Wir ergänzen uns gut und spielen auf dem gleichen Level. Drake macht viele Dinge, die man nach außen hin nicht so wahrnimmt, die aber enorm wichtig für uns sind. Ich verdanke den Jungs sehr viel. Ohne Connors Zuspiele hätte ich in dieser Saison mit Sicherheit noch nicht so viele Tore geschossen", würdigte Draisaitl seine Teamkollegen.

Anerkennung erhielt Edmontons erste Reihe auch von den unterlegenen Canadiens. "Wenn man Leute von diesem Kaliber zu Angriffen einlädt, muss man sich nicht wundern, wenn sie diese Chancen in Tore ummünzen", lautete das Urteil von Montreals Stürmer Andrew Shaw.

 

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Für Edmonton kam der Gala-Auftritt zu rechten Zeit. Nach den vier Pleiten hintereinander gegen die Washington Capitals (2:4), die Tampa Bay Lightning (2:5), die Florida Panthers (1:4) und die Colorado Avalanche (1:4) hatten die Oilers einigen Boden in der Tabelle verloren und standen deshalb gehörig unter Druck. Der ist selbst durch den Sieg gegen Montreal noch nicht vollends aus dem Kessel entwichen. Nach wie vor befinden sich die Oilers nicht wie angestrebt in der Playoff-Zone. In der Pacific Division rangieren sie mit 19 Punkten hinter Spitzenreiter San Jose Sharks (23), den Vancouver Canucks (22) und den Calgary Flames (21) auf dem vierten Platz. Die beiden Wildcard-Plätze im Westen halten die Dallas Stars und die Colorado Avalanche.

Am Samstag steht für die Oilers ein weiteres richtungsweisendes Lokalderby bei den Flames auf den Spielplan. Zwei Punkte gegen den direkten Konkurrenten in der Gruppe wären Gold wert. Danach folgt am Sonntag ein Heimspiel gegen die Vegas Golden Knights, bevor Edmonton zu einem drei Spiele umfassenden Roadtrip nach Kalifornien aufbricht.

 

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Von besonderem Reiz für Draisaitl ist dabei die Abschlussbegegnung am 25. November im Staples Center bei den Los Angeles Kings. Dort kommt es zum Wiedersehen mit Marco Sturm. Der erlebte am Dienstag einen bitteren Einstand als Co-Trainer in der NHL und verlor mit seiner Mannschaft sang- und klanglos mit 1:5 gegen die Toronto Maple Leafs. Im Duell gegen seinen ehemaligen Schützling bei der Nationalmannschaft hofft er sicherlich auf einen schöneren Abend.

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