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Als erster Deutscher überhaupt gewann Leon Draisaitl die Hart Memorial Trophy, den Ted Lindsay Award und die Art Ross Trophy. In einer von NHL.com/de organisierten Zoom-Pressekonferenz sprach der 24-jährige Mittelstürmer der Edmonton Oilers über die Bedeutung der Auszeichnungen, seine Anfänge in Köln und sein ultimatives Ziel.

Besonders stolz auf den Ted Linsay Award
Für einen NHL-Spieler ist es nicht weniger als ein Ritterschlag: Nach der Art Ross Trophy als Top-Scorer der Hauptrunde (43 Tore, 67 Assists, 110 Scorerpunkte) wurde Draisaitl in der Nacht von Montag auf Dienstag bei den NHL Awards 2020 gleich doppelt als wertvollster Spieler der regulären Saison ausgezeichnet: mit der von Journalisten (Professional Hockey Writers Association) verliehenen Hart Trophy sowie dem von Spielern (Spielergewerkschaft NHLPA) verliehenen Ted Lindsey Award.

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Vor allem auf Letzteren ist Draisaitl ganz besonders stolz: "Als Spieler ist jede Trophäe speziell und sehr wichtig. Trotzdem glaube ich, dass eine von Mit- und Gegenspielern verliehene Trophäe für uns Sportler das Schönste ist. Das sind die Jungs, gegen die du spielst oder mit denen du jeden Tag trainierst. So etwas ist enorm wichtig. Ich bin am meisten stolz darauf, dass mich meine Mit- und Gegenspieler gewählt haben."
Gretzky überbringt die guten Nachrichten
Doch auch von den Journalisten war der Zuspruch enorm: Draisaitl machte das Rennen sogar mit großem Abstand und 1309 Punkten vor den beiden weiteren Finalisten Nathan MacKinnon (Colorado Avalanche, 1162 Punkte) und Artemi Panarin (New York Rangers, 889 Punkte).
Für den Mittelstürmer war es also gleich eine doppelte Auszeichnung als wertvollster NHL-Spieler. "Natürlich gab es viele Emotionen, ich habe mich riesig gefreut, keine Frage", erzählte Draisaitl, der von keinem geringeren als Wayne Gretzky - dem Rekordgewinner der Hart Trophy (acht Titel) - über den Gewinn der Auszeichnungen informiert wurde. "Ich habe es über Zoom durch Wayne erfahren und durch die Award Show."

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Aufgrund der Covid-19-Pandemie war der MVP statt auf der glamourösen Bühne in Las Vegas lediglich auf dem Bildschirm zu sehen. "Durch das, was momentan in der Welt passiert, war es dieses Jahr alles ein bisschen anders als sonst", sagte Draisaitl. "Natürlich gehört diese Nacht in Las Vegas mit der Familie und den Freunden eigentlich dazu, das hat mir ein bisschen gefehlt. Aber ich werde noch Zeit finden, in der ich mit ihnen das zelebrieren kann." An genau diese richtete der Kölner Dankesworte: "Es gibt viele Menschen, denen ich dafür danken muss und die eine Rolle dabei gespielt haben, dass ich so erfolgreich sein und mein Ding durchziehen konnte. Ein Riesendankeschön, an die Menschen, die immer an meiner Seite stehen und die mir helfen."
Die teils wuchtigen Pokale konnte Draisaitl also noch nicht selbst in Empfang nehmen. "Dadurch, dass alles virtuell stattgefunden hat, hatte ich sie noch nicht in der Hand. Ich hoffe, dass ich sie mir bald mal anschauen kann." Die Titelträger dürfen sich über eine Replik der Original-Auszeichnungen freuen. Diese dürften im Hause Draisaitl sicher einen Ehrenplatz bekommen.

Draisaitl holt 110 Punkte zum Gewinn der Ross Trophy

Die Anfänge in Köln
Bei all der Euphorie um seine Person hat der gebürtige Kölner nicht vergessen, wo er herkommt und blickte auf seine Anfänge beim KEC zurück. "Das mache ich schon in meiner ganzen Karriere. Der KEC war und ist schon immer eine Herzensangelegenheit. Das wird sich auch niemals ändern. Da habe ich das Eishockeyspielen gelernt und auch die einfachen Dinge wie das Schlittschuhlaufen. Ich bin mit dem KEC groß geworden."
Über seine Heimat Köln zog der 1,89 Meter große Linksschütze gen Mannheim weiter nach Nordamerika. Nur sechs Jahre nach seinem Draft (2014 in der 1. Runde an 3. Stelle) ist Draisaitl ganz oben angekommen: Dass ein Deutscher die Art Ross Trophy, die Hart Trophy und den Ted Lindsay Award abräumen würde, galt vor Jahre noch als utopisch.

Draisaitl über die Hart Trophy und den Lindsay Award

Der Stanley Cup als Ziel
Als Individualist ist Draisaitl mit dem Gewinn dieser drei Auszeichnungen also bereits im Alter von 24 Jahren auf dem Eishockey-Thron angekommen. Doch der Center hat auch mit seinen Edmonton Oilers noch viel vor und das ultimative Ziel vor Augen: "Wir werden alles dafür tun, den Stanley Cup zu gewinnen", verspricht Draisaitl. "Das ist der Grund, warum wir alle spielen. Mich freuen und ehren die Auszeichnungen persönlich, aber ich spiele Eishockey, um mit meiner Mannschaft erfolgreich zu sein und den Stanley Cup zu gewinnen. Darauf werde ich mich jetzt aufs Neue vorbereiten."