Connor McDavid #97 and Leon Draisaitl #29 of the Edmonton Oilers celebrate a third-period goal against the Vancouver Canucks during the game at Rogers Place on November 7, 2026, in Edmonton, Alberta, Canada. (Photo by Leila Devlin/Getty Images)

Nach zwei sieglosen Spielen fanden die Edmonton Oilers am Samstag gegen die Vancouver Canucks zurück auf die Erfolgsspur. Beim hart erkämpften 4:2-Sieg glänzten Leon Draisaitl und Connor McDavid mit jeweils drei Scorerpunkten. Doch bemerkenswert war nicht nur ihre Leistung, sondern vor allem, wie wenig anschließend darüber gesprochen wurde.

Trainer Mike Babcock war bewusst, dass die punktschwächste Mannschaft der NHL keineswegs ein leichter Aufbaugegner sein würde. „Vancouver hatte sein vorheriges Spiel mit 1:6 verloren. Ich wusste, dass Manny Malhotra seine Mannschaft gut vorbereiten würde und sie sehr hart kämpfen wird“, sagte Trainer Mike Babcock. „Natürlich hätte ich sie gerne mit 6:0 geschlagen. In Wirklichkeit war dieses Spiel aber wertvoller für uns.“

Draisaitl mit zwei Toren und einem Assist bei Oilers-Sieg

Draisaitl sorgte im Schlussdrittel mit einem Powerplay-Treffer für das 3:1. Brock Boeser gelang zweieinhalb Minuten vor Spielende der Anschlusstreffer zum 2:3 für die Canucks, doch Draisaitl sorgte 45 Sekunden vor Spielende mit einem Empty Netter für die Entscheidung. Zudem hatte der Deutsche das zwischenzeitliche 1:0 für Mattias Ekholm vorbereitet, sodass er insgesamt auf drei Scorer-Punkte kam.

McDavid jagt den Rekord von Gretzky

Selbiges traf auf Connor McDavid zu, der bei dem Tor von Ekholm und beiden Treffern von Draisaitl assistiert hatte. Bemerkenswert: Der Kanadier ist erst der sechste Spieler in der NHL-Geschichte, der zu Saisonbeginn in 18 aufeinanderfolgenden Partien jeweils mindestens einen Scorerpunkt erzielen konnte. McDavid zog mit Adam Oates (18 Spiele vom 11. März bis 14. April 1993) gleich und hält nun gemeinsam mit ihm die zweitlängste Assist-Serie innerhalb einer Saison in der NHL-Geschichte. Vor ihnen liegt nur Wayne Gretzky (23 Spiele vom 8. Februar bis 24. März 1991). 

Für McDavid war es das 69. Spiel seiner Karriere, in dem er mindestens drei Assists verbuchte. Ihm fehlen noch zwei solcher Partien, um mit Adam Oates (71) gleichzuziehen, der in dieser Kategorie den vierten Platz in der ewigen NHL-Bestenliste belegt. Und doch werden solche Leistungen von McDavid und Draisaitl fast schon als selbstverständlich hingenommen.

Draisaitl und McDavid nur im Nebensatz erwähnt

Das zeigte sich schon daran, dass nach dem Spiel in der Pressekonferenz und den Presserunden in der Kabine nahezu gar nicht über die beiden Ausnahmespieler gesprochen wurde. Ein Journalist sagte in der Pressekonferenz lediglich, er wollte nicht die „Drei-Punkte-Leistungen von Connor McDavid und Leon Draisaitl übergehen“, wechselte dann aber doch das Thema. 

Tatsächlich standen diesmal andere Spieler im Fokus, die ansonsten weniger mediale Aufmerksamkeit bekommen und dennoch für den Erfolg der Mannschaft wichtig sind. Da wäre zunächst einmal Torwart Devon Levi, der nach zweieinhalbwöchiger Verletzungspause ins Aufgebot zurückkehrte, 20 von 22 Schüssen parierte und ein sicherer Rückhalt war. Vor allem bei den beiden Powerplays der Canucks war Levi der entscheidende Faktor, um ein Gegentor zu verhindern. 

Levi kompensiert schwaches Penalty Killing

„Das war unser schlechtestes Penalty Killing der Saison. Wir ließen einige hochkarätige Chancen zu, aber Levi parierte sie. Das freut mich für ihn und ist natürlich sehr gut für uns“, lobte Babcock. Zudem goutierte der Trainer die Arbeitseinstellung des Goalies: „Wir haben viele Akteure, die jeden Tag zusätzliche Arbeit investieren, damit ihr Körper, ihr Geist und ihre Gesundheit in einem optimalen Zustand sind und sie ihre Leistung abrufen können. Er ist definitiv einer davon.“

Levi war insgesamt zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft. „Ich fand, dass Vancouver ein gutes Spiel gemacht hat. Wir spielten aber ebenfalls sehr gut, standen defensiv stabil und verteidigten konsequent“, analysierte der 24-Jährige. „Es war eine enge Partie. Solche Spiele liebe ich. Wenn es mit einem 1:1 ins dritte Drittel geht, weiß ich, dass ich wahrscheinlich noch die eine oder andere wichtige Parade zeigen muss. Das liebe ich.“

Jason Dickinson trotz Lob nicht zufrieden

Ein Sonderlob des Trainers galt auch Jason Dickinson, der zu Beginn des Schlussdrittels das zwischenzeitliche 2:1 erzielte. „Ich hatte ihn bislang noch nicht auf dem Niveau gesehen, das er erreichen kann. Sein erstes Drittel war nicht überragend, aber danach sah er wieder wie ein richtig guter Eishockeyspieler aus. Darüber freue ich mich sehr“, sagte Babcock. Es wäre für jeden Spieler schwierig, „wenn man das Sommertraining und anschließend das Trainingslager verpasst, sich dann erneut verletzt und frustriert ist. Wir benötigen ihn als wichtigen Bestandteil unserer Mannschaft, und genau das möchte er auch sein. Das heutige Spiel war ein großer Schritt für ihn.“

Dickinson selbst sieht noch reichlich Steigerungspotenzial. „Ich würde nicht behaupten, dass ich bereits vollständig mit meinem Spiel zufrieden bin. In mir steckt noch deutlich mehr“, sagte der 31-Jährige. „In einigen Situationen habe ich das Gefühl, dass ich die Dinge nicht klar genug erkenne. Ich spekuliere zu viel und denke auf dem Eis zu viel nach. Das entspricht nicht meinem Spiel. Ich muss instinktiv agieren. Deshalb gibt es definitiv noch einige Bereiche, in denen ich mich verbessern muss.“

Oilers und ihre Superstars an der Spitze

Die Oilers führen mit einer 12-3-3 Bilanz und 27 Punkten die Pacific Division an. McDavid (47 Punkte) und Draisaitl (34 Punkte) sind die beiden besten Scorer der Liga, Draisaitl ist gemeinsam mit Kirill Kaprizov von den Minnesota Wild der erfolgreichste Torschütze (16) der Liga, McDavid zudem der beste Assistgeber (37). Diese außergewöhnlichen Leistungen sprechen für sich. Und zwar so sehr, dass es keiner mehr groß erwähnen muss.

Alle wichtigen Szenen aus dem Spiel zwischen den Edmonton Oilers und den Vancouver Canucks

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