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Western Conference will aufholen

Die Ostteams dominierten in den vergangenen Jahren, doch mit klugen Transfers wollen die Westteams wieder an die Spitze

von Marc Rösch / NHL.com/de Autor

Wenn NHL-Fans Vergleiche darüber anstellen, wie ihr Team gegenüber den gegnerischen Teams dasteht, so beschränken sie sich häufig auf lokale Vergleiche. Fans der San Jose Sharks werden für gewöhnlich unter die Lupe nehmen, wie sich ihre Mannschaft im Vergleich zu den anderen kalifornischen Teams, wie den Los Angeles Kings oder den Anaheim Ducks schlägt.

Wer das Geschehen in Florida verfolgt, wird sich in der Regel damit befassen, wie die Florida Panthers im Vergleich zu den Tampa Bay Lightning abschneiden, doch kaum jemand interessiert sich in diesem Kontext ernsthaft dafür, ob beispielsweise die Carolina Hurricanes mit den Vancouver Canucks mithalten können.

Die Entfernungen sind zu groß, zu selten gibt es Kräftemessen zwischen Teams aus unterschiedlichen Conferences. Dennoch gibt es seit einigen Jahren einen Trend, der in seinem Ausmaß überrascht.

Jahrelang dominierten Teams aus der Western Conference die Liga. Von 1995 bis 2015 ging der Stanley Cup 13 Mal an Mannschaften aus dem Westen. Lediglich sieben Mal wurde er im gleichen Zeitraum an Ost-Teams vergeben.

Wenn man eine kurze Phase der Ostdominanz in den frühen 2000er Jahren ausklammert, in denen die New Jersey Devils, die Lightning und die Hurricanes drei Mal in Folge die Meisterschaft an die Ostküste holten, war die Überlegenheit des Westens jahrelang erdrückend.

Doch das Blatt scheint sich in den vergangenen Jahren nachhaltig gewendet zu haben. Die zwei Meisterschaften der Pittsburgh Penguins und die Presidents Trophies der Washington Capitals sind nicht die einzigen Gradmesser für diese Entwicklung.

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Auch ein Blick auf die Zahlen unterstreicht eine verblüffende Tendenz: Die 14 Teams der Western Conference sammelten in den beiden vergangenen Jahren insgesamt 2.513 Punkte (durchschnittlich 179). Im gleichen Zeitraum ergatterten die 16 Mannschaften aus dem Osten 2.971 Punkte (durchschnittlich 186).

Teams aus beiden Conferences stellten nun in der Offseason die Weichen für die kommende Spielzeit. Der Entry Draft, der Expansion Draft und die Free Agency Phase mischten das Teilnehmerfeld gehörig durcheinander.

Konnten sich die Westteams in den vergangenen Wochen an die enteilten Ostmannschaften heranrücken? Konnten sich die Clubs der Western Conference entscheidend verstärken und werden sie in der kommenden Spielzeit das Zepter wieder an sich reißen?

Eine Zwischenbilanz der Sommerpause zeigt, dass die Westteams vor allem in der Tiefe ein wenig aufschließen konnten.

Mit den Dallas Stars und den Arizona Coyotes hat die Western Conference zwei Clubs in ihren Reihen, die mit cleveren Trades einen großen Sprung machen konnten. Hingegen können im Osten einzig die Carolina Hurricanes einen ähnlichen Fortschritt verzeichnen.

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So ist es wahrscheinlich, dass die Westteams in der Saison 2017-18 punktetechnisch aufholen und den Mannschaften im Osten den ein oder anderen Sieg mehr abringen können. Auf der anderen Seite zeichnete sich jedoch ab, dass bei den Spitzenteams kein Stellungswechsel zu erwarten ist. Weiterhin werden die Penguins und die Capitals, die in in den beiden vorherigen Spielzeiten zusammengerechnet 238 beziehungsweise 215 Punkte einfuhren und damit die erfolgreichsten Hauptrundenteams waren, die Favoriten auf die Presidents Trophy bleiben.

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