LAK Fiala

Am Sonntag siegten die Los Angeles Kings mit 2:1 bei den Pittsburgh Penguins. Im Mittelpunkt des Interesses stand an diesem Tag die NHL-Legende Jaromir Jagr, dessen Rückennummer 68 vor dem Spiel unter das Hallendach der PPG Paints Arena gezogen wurde. Sie wird Jagr zu Ehren bei den Penguins zukünftig nicht mehr neu vergeben werden.

Ein Teil dieses besonderen Abends in Pittsburgh war auch der Schweizer Kevin Fiala. Der Stürmer, der derzeit in Diensten der Kings steht, blieb an diesem Tag persönlich zwar punkt- und torlos, geriet nach dem Spiel gegenüber NHL.com/de aber trotzdem ins Schwärmen. Grund dafür war nicht das Spiel selber, sondern eben Jagr, einer der ganz großen Helden in Fialas Kindheit, wie er uns gegenüber mit leuchtenden Augen zu berichten wusste.

„Für mich war es eine sehr große Ehre, hier mit dabei sein zu dürfen“, sagte Fiala. „Es war sehr emotional, direkt vor Ort miterleben zu dürfen, wie sein Trikot ‚retired‘ wird. Ich war schon bei einigen solcher Zeremonien mit dabei. Ich glaube, es waren bisher vier oder fünf, aber diese hier war für mich etwas ganz Besonderes. Er war mein großes Idol, als ich aufwuchs. Deshalb war es etwas Spezielles. Ich war sehr emotional vorhin. Es war toll, ihn hier zu erleben und ein gemeinsames Foto beim Aufwärmen mit ihm machen zu können. Ich habe schon immer sehr zu ihm aufgesehen“, gab der Schweizer bewegt zu Protokoll, nicht ohne Jagrs immense Bedeutung noch einmal in einen weiteren Kontext einzuordnen: „Er ist so groß in Tschechien und auf der ganzen Welt. Jagr ist eine echte Eishockeylegende. Ihn kennt wirklich jeder, der etwas mit diesem Sport zu tun hat.“

Für Fiala brachte der Abend dann auch ein paar persönliche Erlebnisse mit dem gefeierten Star mit sich. „Ich habe mir einen Puck gesichert, der mich an diesen besonderen Abend erinnern wird. Beim Aufwärmen hatte ich zudem die Chance, ein paar Takte mit ihm persönlich sprechen zu können. Ich habe ihm gesagt, dass er immer schon eines meiner absoluten Vorbilder war und ich früher Fotos und Poster von ihm an meinen Wänden hängen hatte. Ich wollte ihn aber nicht zu sehr in Beschlag nehmen und ihm an seinem großen Tag nicht zu viel Zeit stehlen. Daher habe ich nur ein paar kurze Worte mit ihm gewechselt.“

Auf Nachfrage versuchte sich Fiala, an ein paar besondere Spielsituationen zu erinnern, bei denen sein Kindheitsidol die Eishockeywelt besonders beeindruckte - zunächst vergeblich. „An eine besondere Spielsituation mit ihm erinnere ich so spontan nicht. Es waren so viele Highlights. Ich habe eigentlich immer gerne gesehen, wenn er ins Tor getroffen hat“, sagte er zunächst. Einige Sekunden später kam Fiala dann aber doch noch ein einzigartiger Treffer Jagrs in Erinnerung: „Gegen Chicago hat er einmal ganz cool eine Menge Leute umspielt, bevor er die Scheibe dann mit der Rückhand im Netz versenkt hat. Diese Szene kommt mir jetzt gerade als erstes wieder in den Kopf, wenn ich so darüber nachdenke.“

„Es hat wirklich immer unglaublich viel Spaß gemacht, ihm zuzusehen“, ergänzte er. „Aber ich war noch so jung, als er seine ganz große Zeit hatte. Ich schaue die Videos von seinen Toren aber auch heutzutage immer noch gerne. Ich muss dann immer direkt an meine eigene Kindheit zurückdenken und daran, wie sehr ich damals zu ihm aufgesehen habe. Das waren wirklich schöne Zeiten.“

In Sachen Fitness beeindruckt Jagr Fiala noch immer. „Für seine 52 Jahre ist er wirklich unglaublich fit. Das ist schön zu sehen“, sagte der Stürmer der Kings. „Mit ihm kann sich in dieser Hinsicht wohl niemand vergleichen. Wenn man ihn heute hier erlebt hat, dann ist es schlicht beeindruckend, wie gut er bis heute in Form ist. Er scheint in einer Verfassung zu sein, mit der er noch immer hier mitspielen könnte, wie man ja auch beim Aufwärmen vor dem Spiel sehen konnte. Er scheint einfach nicht zu altern. Alleine die Tatsache, dass er das Aufwärmen heute hier mitgemacht hat, zeigt, was für ein unglaublicher Typ er ist. Das habe ich so bei einer solchen Zeremonie noch nie erlebt. Es freut mich für ihn, dass er offenbar noch immer so viel Spaß am Spiel hat. Es war rundherum ein gelungener Abend.“

Doch nicht nur auf dem Eis hat Jagr den Schweizer nachhaltig beeindruckt. „Bemerkenswert an ihm finde ich auch die Tatsache, dass er hier nach Übersee kam, ohne ein Wort Englisch zu sprechen“, ließ Fiala wissen. „Dass er sich dann hier trotzdem so schnell mit seiner Klasse durchgesetzt hat, ist ebenfalls beeindruckend. Er hat das toll hingekriegt, der Liga seinen Stempel aufzudrücken. Es ist natürlich nicht einfach, wenn du die Sprache nicht sprichst. Sich an die Sprache im Alltag zu gewöhnen, ist auch mir anfangs recht schwer gefallen. Und ich konnte schon ganz gut Englisch, als ich hierher kam. Trotzdem war es in der ersten Zeit hart, mich einzugewöhnen. Er hat das auf seine Art ohne Sprachkenntnisse geschafft. Das ist eine weitere tolle Leistung von ihm.“