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Kevin Fiala wurde von Jahr zu Jahr besser, was seinen bisherigen Klub Minnesota Wild vor ernsthafte Probleme stellte. Nach seinem Wechsel von den Nashville Predators zu den Wild im Februar 2019 etablierte sich der Schweizer spätestens in seinem zweiten Jahr dort als Führungsspieler. 54 Punkte (23 Tore, 31 Assists) in 64 Spielen (Schnitt 0,84) in der Saison 2019/2020, folgten 40 Punkte (20 Tore, 20 Assists) in 50 Spielen (0,8) der Saison 2020/21 und dann 85 Punkte (32 Tore, 52 Assists) in 82 Spielen (1,04) der abgelaufenen Spielzeit. Letzte Werte stellten allesamt mit Abstand persönliche Karriere-Bestleistungen dar.

Im Sommer 2019 waren die Wild noch vorsichtig, als sie Fiala für zwei Jahre mit jeweils drei Millionen Dollar unter Vertrag nahmen. Im Rückblick hätten sie gutgetan, ihn längerfristig zu binden, denn schon im Sommer 2021 lief der Vertrag erneut aus. Nach zähen Verhandlungen einigte sich der Restricted Free Agent mit den Wild noch einmal auf einen mit 5,1 Millionen US-Dollar dotierten Ein-Jahres-Vertrag. Mehr war in Minnesota aufgrund des Salary Cap (Gehaltsobergrenze) nicht möglich. Seine tolle Saison 2021/22 sorgte dafür, dass eine nochmalige Weiterverpflichtung ziemlich unmöglich schien.
Dieser Fakt war General Manager Bill Guerin von den Wild, aber auch Fiala selbst, schon lange bewusst und es wurde nach Lösungen gesucht. Eine solche bot General Manager Rob Blake von den Los Angeles Kings an und schickte am vergangenen Mittwoch seinen Erstrunden-Draft in 2022 (Nr. 19) und den Nachwuchsverteidiger Brock Faber im Austausch für die Rechte an Fiala nach Minnesota. Fiala unterschrieb bei den Kings am Tag darauf einen Vertrag über sieben Jahre mit einem durchschnittlichen jährlichen Verdienst von 7,875 Millionen.
"Es ist einfach eine großartige Gelegenheit und eine großartige Organisation", schwärmt Fiala am Dienstag im Gespräch mit der Presse. "Wissen Sie, ich sehe das Team im Aufwind. Letztes Jahr haben sie es in die Playoffs geschafft. Ich habe gehört, dass sie eine tolle Truppe sind, und auf dem Eis werden sie einfach immer besser. Ich habe das Gefühl, dass die Zukunft rosig aussieht, also bin ich sehr zufrieden damit."

MIN@NSH: Fiala läuft um Verteidiger herum und trifft

Auch Blake zeigte sich im Anschluss zufrieden mit der Verpflichtung, die er getätigt hat. Einen 25-jährigen Stürmer, der mehr als einen Punkt pro Spiel erzielte, erhält man am Markt schließlich selten. Erst mit 26 Jahren werden NHL-Spieler in der Regel zu Unrestricted Free Agents, wenn ihr Vertrag ausläuft.
"Als wir die Möglichkeit hatten, einen Spieler von Kevins Kaliber zu bekommen, waren wir sofort am Start", verdeutlicht Blake. "Wir haben ihn schon länger im Blick gehabt, aber der Deal an sich dauerte ungefähr zehn Tage. Vom Beginn bis zum Ende gibt es immer ein paar Dinge zu klären. Wir haben schon etwas Zeit gebraucht, um alles unter Dach und Fach zu bringen."
Fiala war schon lange klar, dass sich seine Wege und die der Wild wohl trennen werden. "Nachdem ich im letzten Sommer nur einen Vertrag über ein Jahr bekommen habe, war ein eindeutiges Zeichen, dass sie es nicht hinkriegen, mich langfristig zu halten. Aber ich habe mich erst einmal auf die Saison konzentriert und versucht, mein Bestes zu geben."
Das ist ihm gelungen und so hat er sich für den Markt attraktiv gemacht. Fiala darf sich über seinen ersten langfristigen Vertrag freuen, der ihm gewisse Sicherheit gibt, für die nächsten Jahre an einem Ort anzukommen. Allerdings muss er sich auch in einem neuen Umfeld, mit neuen Kollegen und einem etwas anderen Spielsystem anfreunden. Seiner Ansprüche an sich hat er bereits abgesteckt.
"Natürlich will ich den Unterschied in einem Spiel ausmachen und ein Spieler sein, der in den Playoffs mitspielt", erzählt Fiala, darauf angesprochen, dass er in sechs Spielen der zurückliegenden Playoffs ohne Treffer blieb (3 Assists). "Man will in den Playoffs so gut wie möglich sein, ganz klar. Das ist das nächste Ziel für mich, nicht nur in der regulären Saison gut zu sein, sondern in den Playoffs noch besser zu werden und dem Team zu helfen, mehr Spiele zu gewinnen. Aber wie ich schon sagte, es ist noch Sommer, es bleibt noch viel Zeit, und bis zu den Playoffs ist es noch eine ganze Saison hin. Ich bin sicher, dass ich es schaffen werde."

SJS@MIN: Fiala liefert Tor, drei Assists

Fiala blickte auch noch einmal zurück auf seine Zeit in Minnesota. "Es war eine tolle Zeit, in den letzten drei Jahren dort zu spielen", meint er. "Als ich von Nashville getradet wurde, war ich noch sehr jung und es war hart für mich, neu anzufangen. Doch die Kollegen haben mich super aufgenommen und da fiel es mir leicht. Es hat sehr viel Spaß mit den Jungs gemacht. Ich habe die Leute dort geliebt, es ist einfach eine besondere Gruppe. Ich war sehr dankbar, dass ich dort drei Jahre lang spielen durfte."
Doch jetzt beginnt mit dem Trainingscamp im September ein neues Kapitel, in dem Fiala als einer der Eckpfeiler dazu beitragen möchte, die Kings zurück an die Spitze der NHL zu führen.
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