CHI 4, OTT 3 - F/OT

Lange Gesichter hat es am Freitag bei den Ottawa Senators gegeben. Sie verspielten zu Hause im Canadian Tire Centre gegen die Chicago Blackhawks im letzten Drittel eine 3:1-Führung und verloren am Ende mit 3:4 n.V. Die beiden vorangegangenen Partien gegen die Calgary Flames (4:3 n.V.) und die New York Islanders (2:1 n.P.) hatte die Mannschaft jeweils in der Zusatzschicht für sich entschieden.

Tim Stutzle war beim Treffer zum 3:1 von Brady Tkachuk mit einem Assist beteiligt. Damit steht er bei 56 Punkten (24 Tore, 32 Assists) aus 50 Einsätzen. Allein in den zurückliegenden fünf Spielen gelangen ihm elf Zähler (vier Tore, sieben Assists).
Nachdem Tkachuk eine Zwei-Tore-Führung herausgeschossen hatte, wähnten sich die Senators auf der Siegerstraße. Doch es sollte anders kommen. Anstatt den Sack bei einem Powerplay endgültig zuzubinden, kassierten sie einen Shorthander durch Sam Lafferty. Damit hauchten sie den Blackhawks neues Leben ein. Folgerichtig gelang Patrick Kane in der Endphase noch der Ausgleich. In der Overtime nutzte Andreas Athanasiou das Momentum und markierte den Siegtreffer für die Gäste.

CHI@OTT: Kane nimmt Tempo auf und trifft

Ottawas Trainer D.J. Smith war die Enttäuschung über den verschenkten Punkt deutlich anzumerken. "Das ist die NHL. Sobald man den Fuß auch nur ein klein wenig vom Gaspedal nimmt, passiert genau das", sagte er. "Es waren noch neun Minuten zu spielen und wir haben uns bei eigenem Powerplay einen Konter eingefangen. Drei Minuten vor Schluss wollten wir unter allen Umständen einen Spielzug riskieren und wieder landete der Puck bei uns im Netz. Dabei hätten wir zu diesem Zeitpunkt gar kein viertes Tor gebraucht. In diesen beiden Situationen hat uns die nötige Reife gefehlt, das Spiel zu unseren Gunsten zu entscheiden", erläuterte der Coach.
Torhüter Mads Sogaard, der diesmal als Starter den Vorzug vor Kevin Mandolese erhalten hatte, zeigte sich ebenfalls selbstkritisch. "Wir hätten das Ganze erfolgreich zu Ende bringen müssen. Leider haben wir zu viele gegnerische Chancen zugelassen", bemängelte er. Vor allem der späte Ausgleich durch Kane wurmte ihn mächtig. "Ich bin der letzte Mann in der Defensive, also muss ich alles dafür tun, um den Puck zu halten. Es ist mir jedoch nicht gelungen. Deshalb werde ich im Training noch härter arbeiten", betonte der Schlussmann.
Die Senators hatten Sogaard am 9. Februar aus ihrem AHL-Farmteam Belleville hochgezogen, da mit Anton Forsberg und Cam Talbot beide Stammtorhüter ausgefallen waren. Gegen die Blackhawks absolvierte er sein zweites Match von Beginn an seit seiner Beförderung und brachte es auf 28 Saves.

CHI@OTT: Athanasiou fälscht zum Siegtor ab

Kapitän Tkachuk nahm den Goalie ausdrücklich in Schutz und sprach ihn von jeder Schuld an Kanes Tor zum 3:3 frei. "Darüber werde ich mit ihm auf alle Fälle reden. Er hat da überhaupt keinen Fehler gemacht. Wir haben uns schlicht und ergreifend zu viele Abspielfehler erlaubt, um das Spiel für uns zu entscheiden", hob er hervor und richtete den Blick nach vorne: "Wir müssen uns jetzt auf die anstehenden Aufgaben konzentrieren und die Fehler minimieren. Es liegen noch eine Menge Spiele vor uns."
Angreifer Claude Giroux, der neben Tkachuk und Shane Pinto zu den Torschützen der Senators gehörte, haderte ebenfalls mit dem Ausgang der Partie. "In der Schlussphase waren die Blackhawks das bessere Team. Allerdings hatten wir heute bei den Abprallern das Glück nicht immer auf unserer Seite. Aber das soll keine Entschuldigung sein", gab er zu Protokoll. Darüber hinaus räumte Giroux ein, dass sich das Team nach dem klaren Vorsprung nicht besonders clever verhalten habe und viel zu risikobereit gewesen sei. "Weniger ist manchmal mehr. Vor allem, wenn man im letzten Drittel klar in Führung liegt", meinte er.
Nach der Partie gegen die Blackhawks rangieren die Senators in der Atlantic Division mit 56 Punkten (26-24-4) aus 54 Auftritten weiterhin an siebter Stelle. Ihr Rückstand auf die zweite Wildcard in der Eastern Conference für die Stanley Cup Playoffs beträgt sieben Zähler.
Nächster Gegner der Senators sind am Sonntag (2 p.m. ET; NHL.tv; 20 Uhr MEZ) die St. Louis Blues. Die Begegnung findet wiederum vor eigenem Publikum statt.