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Für Thomas Larkin erfüllt sich ein Lebenstraum, wenn er bei den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026 auf dem Eis steht. Erstmals hat der italienische Nationalspieler die Möglichkeit, sich mit den Superstars der NHL zu duellieren. Und das auch noch in Mailand – nicht weit von seiner Heimatstadt Varese entfernt.

„Es ist sehr aufregend für mich“, sagt er im Gespräch mit NHL.com/de. „Meine Mutter ist nur etwa 15 Minuten von hier entfernt aufgewachsen. Ich bin eine Stunde entfernt aufgewachsen – wir haben hier Familie und Freunde in der Nähe. Es ist also total surreal, hier ein Turnier spielen zu können. Davon hätte ich nie zu träumen gewagt. Aber wir sind uns auch der Verantwortung für das italienische Eishockey bewusst.“

Eishockey statt Fußball

Fußball ist in Italien die Nationalsportart. Eishockey ist laut Larkin eher „ein Nischensport. Fußball hat mich aber nie wirklich interessiert. Und in den 1990er Jahren gab es eine Zeit, in der Eishockey in Italien sehr beliebt war.“

Larkin kam per Zufall mit diesem Sport in Kontakt. „Die Eisbahn in Varese hat ein angeschlossenes Schwimmbad. Beim Schwimmunterricht sah mein älterer Bruder ein Eishockeytraining und fragte unsere Mutter, ob wir es auch mal versuchen dürfen. Ich bin ihm gefolgt und wurde vom Eishockey-Virus infiziert.“

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Mit Erfolg: Der 35-jährige Deutsch-Italiener wurde 2009 in der 5. Runde an 137. Position von den Columbus Blue Jackets gedraftet. Der Verteidiger kam allerdings lediglich in der AHL zum Einsatz, ehe er in die KHL und später in die DEL wechselte. Sieben Spielzeiten verbrachte er bei den Adler Mannheim, mit denen er 2019 Deutscher Meister wurde. Seit 2023 steht er bei den Schwenninger Wild Wings unter Vertrag.

Italien möchte Außenseiter-Rolle nutzen

Italien startet am Mittwoch um 21:10 Uhr gegen Schweden in die Olympischen Winterspiele. „Es wird ein unglaublich hart umkämpftes Spiel gegen einen der Favoriten des Turniers“, sagt Larkin und kündigt an: „Ich glaube, wir werden einige Leute überraschen. Ich denke, wir werden definitiv unterschätzt, da wir ja keine NHL-Vertragsspieler haben. Wir werden versuchen, das zu unserem Vorteil zu nutzen.“

Larkin wurde im gleichen Jahr gedraftet wie der schwedische Nationalspieler Victor Hedman (Tampa Bay Lightning), der nun sein Gegenspieler sein wird. „Ich habe seine Karriere genau verfolgt. Er ist ein unglaublicher Spieler, genauso wie Erik Karlsson. Es ist schwer, sich nicht von ihrer Spielweise und ihren Karrieren inspirieren zu lassen“, so Larkin. „Es wird eine großartige Erfahrung für uns alle sein, gegen diese Jungs anzutreten.“

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