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Am Donnerstag (21:10 Uhr MEZ) startet Deutschland gegen Dänemark in die Olympischen Spiele Milano Cortina 2026. Für beide Nationen geht es eine möglichst gute Positionierung in der Gruppe C, in der sich auch die hochfavorisierten USA sowie Lettland befinden.

Deutschland ist dank seiner sieben NHL-Exporte Leon Draisaitl (Edmonton Oilers), Moritz Seider (Detroit Red Wings), Tim Stützle (Ottawa Senators), Philipp Grubauer (Seattle Kraken), Nico Sturm (Minnesota Wild), Lukas Reichel (Vancouver Canucks, aktuell: Abbotsford Heat, AHL) und Josh Samanski (Edmonton Oilers) auf dem Papier leicht favorisiert.

Allerdings hatte zuletzt Dänemark die Nase vorne: Bei der Weltmeisterschaft 2025 in Stockholm und Herning kegelten die Dänen die DEB-Auswahl im letzten Spiel der Gruppenphase aus dem Turnier (2:1 n.P.), drangen am Ende bis ins Halbfinale vor und schlossen bei ihrer Heim-WM als Vierter ab (2:6 gegen Co-Gastgeber Schweden). Deutschland hat also noch eine offene Rechnung zu begleichen.

Dänemark kann ebenfalls auf NHLer zurückgreifen: Die Flügelstürmer Nikolaj Ehlers (Carolina Hurricanes) und Oliver Bjorkstrand (Tampa Bay Lightning), Center Lars Eller (Ottawa Senators) sowie Torwart Frederik Andersen (Carolina Hurricanes) haben sich in der besten Liga der Welt längst einen Namen gemacht. Hinzu kommen Mats Sogaard (Ottawa Senators, Belleville Senators), Jonas Rondbjerg (Vegas Golden Knights, Henderson Silver Knights) und Oscar Fisker Molgaard (Seattle Kraken, Coachella Valley Firebirds), die in der laufenden Saison sowohl in der NHL als auch in der AHL zum Einsatz kamen.

Gleich sechs Dänen spielen in der DEL und dürften ihre Gegner aus dem Effeff kennen. Darunter die Verteidiger Philip Bruggisser, Nicholas B. Jensen (beide Fischtown Pinguins) und Matias Lassen (Iserlohn Roosters) sowie die Angreifer Patrick Russell, Frederik Storm (beide Kölner Haie) und Christian Wejse (Fischtown Pinguins). Fahnenträger der dänischen Olympia-Mannschaft war Abwehrmann Jesper Jensen Aabo (Klagenfurter AC, ICEHL), der in Österreich die Schlittschuhe schnürt.

Spieler im Fokus

Leon Draisaitl (Deutschland) - Der 30-jährige Kölner ist einer der besten Eishockey-Spieler der Welt, trug die deutsche Fahne bei der Olympia-Eröffnungsfeier ins San Siro und führt die Nationalmannschaft als Kapitän an. Draisaitl kann Spiele im Alleingang entscheiden. Seit jeher ist Draisaitl ein Elite-Spielmacher, der Pässe mit der Präzision eines Chirurgen spielt. In den letzten Jahren hob der Oilers-Mittelstürmer auch sein Zwei-Wege-Spiel, seine Stärke bei Faceoffs, seine Übersicht auf dem Eis sowie seinen Schuss auf Weltklasse-Niveau. Besonders gefürchtet sind die Direktabnahmen des Linksschützen aus der „Rockstar Zone“ im rechten Faceoff-Kreis. Der 1,89-Meter-Mann schirmt den Puck mit seiner Größe gekonnt ab und ist kaum von der Scheibe zu trennen. Als erster Deutscher überhaupt gewann Draisaitl die Art Ross Trophy (Top-Scorer), Hart Trophy, den Ted Lindsay Award (beides MVP-Auszeichnungen) und durchbrach in der laufenden Saison die Schallmauer von 1000 Scorerpunkten (845 NHL-Spiele, 428-608-1036). Zuletzt stand er mit Edmonton zwei Jahre in Folge im Stanley Cup Finale, zog aber sowohl 2024 (3:4) als auch 2025 (2:4) den Kürzeren gegen den Back-to-Back-Champion Florida Panthers.

MIN@EDM: Draisaitl hilft den Oilers, aus einem Turnover

Nikolaj Ehlers (Dänemark) - Der 29-Jährige aus Aalborg war im letzten Sommer einer der begehrtesten Free Agents auf dem Markt und schloss sich den Carolina Hurricanes an, nach einem Jahrzehnt bei den Winnipeg Jets. Seitdem sammelte der 1,82 Meter große Linksschütze in 57 Spielen 43 Punkte (14-29-43) und ist damit der viertbeste Hurricanes-Scorer. Ehlers wurde in der Schweiz ausgebildet und feierte sein Profi-Debüt in der NLA für den EHC Biel-Bienne. Sein Vater Heinz Ehlers lief in der Schweiz, Österreich und in Deutschland auf. Nikolaj besticht durch seine Schnelligkeit und seinen präzisen Schuss. Nachdem er in der Zweiten Runde der Stanley Cup mit den Jets ausgeschieden war (2:4 gegen die Dallas Stars), flog er direkt nach Dänemark, um sein Land bei der Heim-WM zu unterstützen. Dabei hatte Ehlers einen bedeutenden Einschlag: Im letzten Gruppenspiel gegen Deutschland war er es, der den 1:1-Ausgleich besorgte (50.). In insgesamt vier WM-Spielen gelangen ihm drei Treffer (3-0-3).

FLA@CAR: Ehlers mit seinem sechsten Dreierpack

Schlüsselstatistiken

86,1 Prozent - Das war die kumulierte Erfolgsquote der deutschen Special Teams bei der Weltmeisterschaft 2025, also Powerplay (17,7 Prozent) plus Penalty Killing (68,4 Prozent). Eine goldene Regel besagt, dass gute Special Teams zusammengerechnet über 100 Prozent vorweisen können. Davon war Deutschland zuletzt also weit entfernt. Einen Schub für das deutsche Powerplay dürften NHL-Spieler wie Draisaitl und Peterka geben, die damals nicht dabei waren. Das Penalty Killing dürfte ein Spezialist wie Sturm merklich stabilisieren.

31 Prozent - Das ist die Erfolgsquote des dänischen Powerplays bei der WM 2025. Das zweitbeste Überzahlspiel des Turniers (hinter Kanada mit 32,4 Prozent) war ein wichtiger Faktor auf dem Weg zu Platz vier. Nick Olesen und Mikkel Aagard, die auch zum Olympia-Team zählen, trafen jeweils zweimal im Powerplay.
Du sagst es…

„Es gibt keine größere Bühne für uns als das. Es steht auf einer Stufe mit den (Stanley Cup) Finals“ - Leon Draisaitl (Deutschland)

„Es ist eine enge Gruppe. Wir sind definitiv eines der kleineren Länder und einer der Außenseiter. In den letzten Jahren haben wir diese Rolle angenommen und vertrauen dem Prozess. Wir machen alles, was wir können und werden so hart kämpfen wie möglich. Wenn wir das schaffen, werden gute Dinge passieren“ - Mads Sogaard (Dänemark)

Was dich erwartet…

Deutschland ist insbesondere in der Offensive exzellent aufgestellt und wird entsprechend Offensiveishockey spielen. Jede Reihe kann hohes Tempo gehen und verfügt dank der NHL-Spieler über enorme spielerische Klasse. Dänemark wird wie schon beim letzten Aufeinandertreffen bei der WM vor allem körperlich dagegenhalten und versuchen, den Deutschen mit harten Checks die Laune zu verderben.

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