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Der Beginn des Eishockeyturniers der Herren bei den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026 am 11. Februar rückt immer näher. Am Samstag reisten die NHL-Spieler aus Nordamerika an, mittlerweile liegen die ersten Trainingseinheiten hinter den Mannschaften, und am Montag wurden auch die Kapitäne der deutschen Mannschaft bekanntgegeben. Wenig überraschend wird Leon Draisaitl das „C“ des Kapitäns tragen, während Moritz Seider und Tim Stützle als Assistenzkapitäne ein „A“ auf der Brust haben werden.

Stützle beschwört Teamgeist

Am Montag sprach Stützle zum ersten Mal seit der Bekanntgabe seiner neuen Position mit Medienvertretern. Seine Nachricht war klar: Er ist stolz, eine Führungsrolle einnehmen zu können, doch am Ende führt der Weg zum Erfolg nur über eine geschlossene Mannschaftsleistung.

„Das ist natürlich eine große Ehre, dass ich dieses Vertrauen kriege“, freute sich der Star der Ottawa Senators. „Wir haben hier aber viele Führungsspieler im Team. Alle werden mit anpacken und ihre Meinung sagen müssen. Es ist egal, wer einen Buchstaben auf der Brust trägt, wir müssen als Team zusammenwachsen.“

Mit nur 24 Jahren wird der junge Center einer der wichtigsten Spieler der deutschen Mannschaft sein. In der NHL sammelte er diese Saison bereits 61 Punkte, 28 Tore und 33 Assists in 57 Spielen. Nur 13 Spieler erzielten mehr Tore, Draisaitl (29) ist der einzige Spieler mit mehr Toren, der nicht aus Nordamerika oder Russland kommt. Stützle bildet sich darauf allerdings nichts ein und lässt keine Gelegenheit aus, die Qualität seiner Mitspieler in der Nationalmannschaft zu loben und den Teamgeist in den Mittelpunkt zu stellen.

OTT@PHI: Stützle markiert den Siegtreffer

Ein Kindheitstraum wird wahr

Bei den Olympischen Spielen antreten, davon träumt wohl jeder junge Sportler. Dieser Traum wird für Stützle nun wahr und das auch noch in einer Führungsrolle. Bevor er zum Profi und Starspieler wurde, teilte er diesen Traum mit einem seiner heutigen Teamkollegen.

Stützle und Seider verbrachten zusammen einige Zeit im Nachwuchs bei den Jungadlern Mannheim und spielten bereits in der U18 und U20 der Nationalmannschaft zusammen. Nun bilden sie gemeinsam mit Draisaitl das Kapitänstrio.

„Wir haben eine besondere Beziehung“, ließ Seider wissen. „Wir waren schon als Kinder befreundet. Wir kennen uns seit wir 13 oder 14 sind und haben in der Schule und beim Training viel Zeit miteinander verbracht. Unsere Familien stehen sich auch sehr nahe. Es bedeutet wirklich viel, ihn an meiner Seite zu haben. Wir haben immer darüber geredet, wie cool das wäre hier zu sein. Jetzt haben wir die Chance, hoffentlich Geschichte zu schreiben.“

Vertrauen in die deutsche Mannschaft

So gut war Deutschland im Eishockey wohl noch nie besetzt. Im Angriff stehen mit Draisaitl, Stützle und JJ Peterka einige absolute Stars. In der Abwehr ist Seider ein Kandidat für die Norris Trophy, mit der der beste Abwehrspieler der NHL ausgezeichnet wird. Im Tor liefert Philipp Grubauer bei den Seattle Kraken seine beste Saison seit Jahren und gehört aktuell zu den besten Torhütern der NHL.

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Diese Starbesetzung ist der starken Entwicklung im deutschen Eishockey in der jüngeren Vergangenheit zu verdanken. Auch dadurch gab es 2018 bei den Olympischen Spielen bereits Silber, 2021 landete das Team bei der WM auf dem vierten Platz und 2023 holte Trainer Harold Kreis in seinem ersten Jahr mit der Mannschaft WM-Silber.

Die Konkurrenz in Mailand ist aber gewaltig, da die großen Eishockeynationen wie Kanada, die USA, Schweden und Finnland komplett mit NHL-Spielern besetzt sind. In den vergangenen 15 Jahren zeigten aber auch kleinere Eishockeyländer wie Deutschland immer wieder, dass man durchaus im Stande ist, einen der Favoriten zu überrumpeln und in die Knie zu zwingen. Dafür muss aber alles passen.

„Die Special Teams sind in so einem Turnier immer wichtig“, betonte Stützle. „Hoffentlich kriegen wir ein gutes Powerplay und eine gute Unterzahl hin. Wir wollen ein gutes Zwei-Wege-Spiel, wir müssen alle im Angriff und in der Abwehr unseren Teil leisten. Dann sehen wir, wie weit wir kommen.“

Respekt vor jedem Gegner

Dank der guten Platzierung in der IIHF-Weltrangliste, landete Deutschland in Gruppe C und hat in der Vorrunde zumindest auf dem Papier die leichteste Gruppe. Die USA ist das einzige ganz große Kaliber. Die beiden weiteren Gegner sind Lettland und Dänemark.

Unterschätzen sollte man aber auch diese Mannschaften nicht. Immerhin verlor Deutschland bei der WM 2025 das letzte Gruppenspiel gegen Dänemark mit 2:1 nach Penaltyschießen und verpasste dadurch das Viertelfinale. Dafür gibt es jetzt die Chance zur Revanche, denn Dänemark ist zum Auftakt am 12. Februar der erste Gegner für Stützle und seine Kollegen.

„Ich denke, dass jedes Team hier gut ist“, warnte Stützle. „Man darf niemanden unterschätzen. Dänemark hat auch viele gute Spieler, sowohl aus der NHL, als auch aus Europa. Das wird ein gutes Spiel. Da müssen wir einfach aufs Eis gehen, kämpfen und unser Spiel durchziehen.“

Stützle weiß, wovon er spricht, denn er wird gegen Mads Sogaard antreten, der in Ottawa sein Torwart ist, und gegen seinen Teamkollegen Lars Eller, der 1159 Spiele NHL-Erfahrung mitbringt. Deutschland geht aber sowohl gegen Dänemark als auch gegen Lettland als Favorit aufs Eis, dank seiner Stars wie Stützle.

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