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Als am Sonntag die Toronto Maple Leafs die Washington Capitals in der Scotiabank Arena empfingen, erlebte eine Reihe von Spielern einen besonderen Abend. Beim 5:1-Heimsieg der Maple Leafs stand aber vor allem ein Akteur im Rampenlicht. Torontos Kapitän John Tavares trat in seinem 1000. NHL-Spiel an und war mit zwei Assists am Erfolg der Kanadier beteiligt. Damit knackte er zugleich die 50-Punkte-Marke in dieser Saison.

"Das Jubiläum war mir natürlich bewusst, aber ich habe den ganzen Tag versucht auf dem Boden zu bleiben und mich vorzubereiten", erklärte Tavares, der vor dem Match auf dem Eis geehrt wurde. Bei der Zeremonie waren seine Eltern, seine Frau und seine zwei Söhne anwesend. "Dass meine Familie dabei war, war etwas Besonderes."
Im ersten Drittel hatten die Maple Leafs allerdings wenig zu feiern. Das einzige Tor des Spielabschnitts fiel für die Capitals. Der Schütze war Nicklas Backstrom (18.), der verletzungsbedingt erst in seinem neunten Saisonspiel antrat und sich über seinen ersten Treffer freuen durfte.

WSH@TOR: Engvall aus dem Bullykreis erfolgreich

Im zweiten Drittel leitete Tavares aber ein beeindruckendes Comeback ein. 89 Sekunden nach der Pause legte er im Powerplay den Ausgleich durch Michael Bunting (22.) auf und bereitete später die Führung durch Morgan Rielly (28.) vor. Der Verteidiger feierte in seinem 36. Saisonspiel ebenfalls seinen ersten Treffer und beendete damit eine für ihn untypische Flaute.
"Ich weiß nicht, ob ich je mit einem kompletteren Profi als Morgan gespielt habe", versicherte der Kapitän. "So wie er auftritt, denkt man nicht, dass er auf sein erstes Tor wartet. Er ist ein Spieler von Weltklasse, ein großartiger Typ und ein Anführer. Wenn der Puck nicht rein will, ist das nie einfach, besonders psychisch. Er lässt aber in keiner Phase den Kopf hängen."
Die Maple Leafs erzielten im zweiten Drittel noch zwei weitere Tore durch William Nylander (31.) und Pierre Engvall (35.) und sorgten damit für die Vorentscheidung. Im dritten Drittel besorgte Zach Aston-Reese (57.) den Endstand.

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Für Torontos Mann zwischen den Pfosten war es ebenfalls ein besonderer Abend. Ilya Samsonov trat erst zum zweiten Mal gegen die Capitals an, für die er zuvor seine ersten drei NHL-Saisons bestritten hatte, ehe er im Sommer als Free Agent nach Toronto kam. Er hatte bereits am 13. Oktober einen Sieg gegen Washington eingefahren.
"Heute haben wir vor allem für Johnny gespielt", lenkte der Torhüter die Aufmerksamkeit auf Tavares. "1000 Spiele, das ist Wahnsinn. Es ist unglaublich, wir freuen uns wirklich für ihn und es war natürlich ein schöner Sieg gegen mein ehemaliges Team. Das habe ich genossen."
Der Erfolg war nicht nur für einige Spieler ein besonderes Ereignis, sondern kam auch für die Mannschaft zur richtigen Zeit. Die Maple Leafs hatten am Freitag ihr vorheriges Spiel und zwei der letzten vier Partien verloren. Die Niederlagen setzte es gegen die beiden letztplatzierten Mannschaften der Atlantic Division, die Montreal Canadiens (2:3 n. V.) und die Ottawa Senators (2:6). Trotzdem belegen die Maple Leafs mit 70 Punkten (31-12-8) den zweiten Platz der Atlantic Division und den dritten Platz in der NHL-Gesamtwertung.
"Das war gut, wir wollten eine Antwort finden", ließ Rielly mit Blick auf die jüngste Enttäuschung gegen die Senators wissen. "Wir waren nicht sonderlich stolz auf uns, als wir nach dem Spiel gegen Ottawa aus der Arena kamen. Wir hatten gestern ein gutes Training und dann aufs Eis zu gehen und ein gutes Spiel abzuliefern, tut gut."

WSH@TOR: Backstrom zur Führung im Powerplay

Für die Capitals war es hingegen das nächste Kapitel in einer Reihe von Enttäuschungen. Am Donnerstag hatten sie noch mit 3:2 nach Verlängerung gegen die Pittsburgh Penguins gewonnen, verfehlten aber einmal mehr den zweiten Sieg in Folge. Zwei Erfolge hintereinander gelangen Washington zuletzt am 23. und 27. Dezember. Durch diesen Trend ist ihr Platz in den Stanley Cup Playoffs in Gefahr. Aktuell liegen sie mit 58 Punkten (26-20-6) noch auf dem ersten Wildcard-Platz der Eastern Conference. Allerdings lauern die Penguins einen Punkt hinter ihnen, die Buffalo Sabres folgen zwei Punkte dahinter und die New York Islanders und Florida Panthers halten in Abständen von je einem weiteren Punkt ebenfalls Schritt.
Die Capitals haben vor einer längeren Pause rund um das Honda NHL All-Star Weekend 2023 am Dienstag noch ein Auswärtsspiel gegen die Columbus Blue Jackets vor sich (7 p.m. ET; NHL.tv, Mi. 1 Uhr MEZ). Die Maple Leafs treffen am Mittwoch zum Spitzenduell der Atlantic Division zu Hause auf die Boston Bruins (7:30 p.m. ET, NHL.tv; Do. 1:30 MEZ).