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Am Sonntag, einen Tag bevor die NHL Global Series Challenge 2022 mit der Begegnung zwischen den Nashville Predators und dem SC Bern startet, hatte NHL.com/de Gelegenheit mit dem Berner Trainer Johan Lundskog und Neuzugang Sven Bärtschi über das bevorstehende Match, welche Bedeutung ihm zukommt und über die Entwicklung des Schweizer Eishockeys zu sprechen.

Die Stimmung in der Kabine ist bei den Bernern hervorragend, vor allem nachdem sie vor zwei Tagen den Lausanne HC mit 3:0 bezwingen und ihren ersten Shutout der Saison einfahren konnten. Mit elf Punkten und einer Bilanz von 2-1-0-1-2-1 liegt der SC Bern auf dem siebten Tabellenplatz der Schweizer National League.

VAN@EDM: Horvat, Baertschi im Zusammenspiel zum Tor

"Wir stehen mitten in der regulären Saison und das [Global Series Challenge] ist etwas, bei dem wir uns als Gruppe zusammenfinden können. Wir werden mitbekommen, wo wir momentan stehen, jedoch müssen wir auch geduldig sein. Wir haben schon ein paar Siege eingefahren und freuen uns auf das Spiel", verriet Lundskog.
Eine Signalwirkung wird der Besuch des NHL-Teams auch bei den Nachwuchsspielern hinterlassen, ist sich der Coach sicher: "Das steht ganz klar fest, das sind Profi-Eishockeyspieler, auf die junge Spieler aufschauen. Und zwar nicht nur der Eishockey-Nachwuchs hier in Bern, sondern der in der gesamten Schweiz. Die beiden [Roman Josi, Nino Niederreiter) sind besondere Persönlichkeiten. Wir haben hier auch erfahrene Spieler, die mit ihnen in der Nationalmannschaft zusammen gespielt haben.
Für alle Beteiligten ist das Spiel ein besonderes, jedoch ganz speziell für Josi. "Für Roman ist es natürlich eine ganz tolle Sache. Er kommt aus diesem Klub. Und wir werden morgen Abend im Publikum eine Menge Fans sehen, die NHL-Trikots mit seinem Namen anhaben. Schon bei unseren regulären Spielen gibt es viele Zuschauer, die NHL-Trikots tragen. Unumwunden, beide Spieler (Josi, Niederreiter) sind ganz große Namen des Schweizer Eishockeysports."

Josis Top 5 Tore in 2021/22

Auf Seiten des SC Bern gibt es Spieler mit NHL-Vergangenheit, die enorm wichtig für den Klub sind. "Sie bringen eine Menge Erfahrung mit. Sie wissen, wie man sich in kritischen Situationen zu verhalten hat. NHL-Erfahrung ist der größte Einfluss, den ein Spieler in eine Mannschaft einbringen kann, aber auch jene Spieler, die bereits in anderen Ländern wie Finnland und Schweden aktiv waren, sind die Vorbilder für die Jüngeren in der Mannschaft", erklärt der Trainer.
Einer dieser ehemaligen NHL-Profis ist Bärtschi. Von 2011/12 bis 2021/22 bestritt der 29-jährige Stürmer 292 Spiele für die Calgary Flames, Vancouver Canucks und Vegas Golden Knights, in denen ihm 138 Punkte (66 Tore, 72 Assists) gelangen. Bärtschi entschied sich in seine Schweizer Heimat zurückzukehren. "Es war schon schön, wieder nach Hause zu kommen. Ich wollte es so. Und ich wollte auch zu einem Klub wie diesen. Als Junge habe ich mir hier schon Spiele angeschaut. Ein Ziel von mir war es, meine Familie, um mich zu haben und hier Eishockey zu spielen", verrät Bärtschi, dem besonders die Atmosphäre in den Schweizer Arenen gefällt: "Die Stimmung bei den Partien fasziniert mich schon. Die kleineren Arenen, in denen es richtig laut zugeht, in denen die Teams fortwährend angefeuert werden, also das ist schone eine tolle Atmosphäre bei den Spielen. Auch das Niveau, auf dem hier gespielt wird, liegt mir. Es wird ebenfalls schnelles Eishockey gespielt."
Bärtschi versucht mit seiner Erfahrung den jungen Spielern in der Berner Mannschaft zu helfen.

OTT@VAN: Bärtschi vollendet Vorlage von Gaudette

"Bei jüngeren Spielern, weiß man nie wo sie einmal landen werden. Für sie ist es schon extrem schwierig, hier in der Liga Fuß zu fassen. Wir haben einige gute, junge Spieler in der Mannschaft. Jetzt sind sie Eishockeyprofis geworden, aber man weiß nie, wohin ihr Weg noch führen wird. Irgendwie träumen sie davon, irgendwann einmal in der NHL zu spielen. Ich weiß noch wie es bei mir war. Es kamen die Scouts aus Nordamerika, dann wird man gedraftet, ist überrascht 'was in der ersten Runde?' und so weiter. Ich versuche den jungen Spieler ein guter Guide zu sein."
Ein Guide, durch den das Schweizer Eishockey insgesamt profitieren könnte.
In den vergangenen Jahren haben immer mehr Spieler aus der Schweiz den Sprung in die NHL geschafft und "zukünftig wird man noch viel mehr Schweizer Spieler in der NHL zu sehen bekommen", prophezeit Bärtschi, denn "in Nordamerika erkennt man, dass wir gute Spieler haben und die Schweizer Liga zieht immer mehr Aufmerksamkeit auf sich."