Als San Jose dann eine vierminütige Unterzahl-Situation überstand - Brenden Dillon erhielt 2+2 Strafminuten wegen eines hohen Stocks - wurde die Brust der Sharks merklich breiter. "Nach dem erfolgreichen Penalty Killing haben wir Selbstvertrauen bekommen und haben darauf aufgebaut. Wir waren energiegeladen und haben die Kontrolle über das Spiel übernommen", erinnerte sich Thornton, der selbst mit gutem Beispiel voran ging und zum 2:2-Ausgleich traf (31.). Sein Reihen-Kollege Kevin Labanc besorgte wenig später das 3:2 (37.), dann legte Thornton auch noch das 4:2 durch Brent Burns mit auf (40.). Es war sein 100. NHL-Playoff-Assist.
Danach verwaltete San Jose den Vorsprung gekonnt und rieb die Avalanche mit ihrem aggressiven Forechecking auf. "Wir wollten sie so lange wie möglich unter Druck setzen", so Thornton. Ein "Empty Netter" vom Schweizer Timo Meier besorgte dann noch den 5:2-Endstand.
Thornton kam auf 13:44 Minuten Eiszeit (davon 0:32 im Powerplay), erhielt 30 Wechsel und glänzte mit einem Tor, einem Assist sowie einem Plus-Minus-Wert von +3. Gleichzeitig führte er die dritte Sturmreihe der Sharks an und ragte vor allem in der schwierigen Phase nach beiden Rückständen auch spielerisch heraus. Nicht umsonst wurde der 39-jährige Routinier zum Spieler des Spiels ausgezeichnet. "Das gab es schon lange nicht mehr", freute sich der bullige Mittelstürmer.
Für die Nord-Kalifornier stand am Ende wichtige Erkenntnisse: Zum einen verfügt San Jose über eine produktive dritte Sturmreihe: Labanc (ein Tor, +2), Thornton (ein Tor, ein Assist, +3) und Marcus Sorensen (zwei Assists, +3) brachten es zusammen auf fünf Scorerpunkte und einen Plus-Minus-Wert von +8. Zum anderen haben die Sharks auch ohne ihren verletzten Kapitän Joe Pavelski Spieler im Kader, die die Mannschaft auf dem Eis anführen. In diesem Fall waren es die drei Assistenzkapitäne Logan Couture, Brent Burns und "Jumbo Joe".
Ähnliches: [Sharks schlagen Avalanche in Spiel 1]
Letzterer, der zwischen 2010 und 2014 selbst das "C" auf dem Sharks-Trikot getragen hatte, unterstrich zum Schluss noch einmal, wie groß der Teamgeist in seiner Mannschaft ist und wie sehr alle den Sieg für Pavelski erkämpfen wollten. "Er bedeutet dieser Mannschaft und dieser Stadt so viel. Wir lieben ihn so sehr", so Thornton. "Er ist trotzdem ganz nah bei uns. Er würde am liebsten mit den Jungs aufs Eis gehen. Wir wollen genauso weitermachen, damit er noch einmal spielen kann."
Und so wird San Jose auch mit dem Motto "Für die beiden Joes" in Spiel 2 der Serie in der Nacht von Sonntag auf Montag (1.30 Uhr, MESZ) gehen: Für den verletzten Pavelski und für Thornton, der seine Karriere im Sommer wohl beenden wird.