Alle wichtigen Szenen aus dem Spiel zwischen den Tampa Bay Lightning und den Montreal Canadiens

Der Tampa Bay Lightning hat die Best-of-7-Serie in der Ersten Runde der Stanley Cup Playoffs 2026 in Spiel 2 am Dienstagabend in der Benchmark International Arena mit einem 3:2-Heimsieg n.V. gegen die Montreal Canadiens ausgeglichen (1:1). Zum großen Overtime-Helden wurde der Schweizer Verteidiger J.J. Moser.

Moser wird zum großen Helden in Spiel 2

„Das war ein Faceoff-Spielzug, an dem wir gearbeitet hatten. Der Puck wäre fast rausgerutscht, aber ich habe ihn drin gehalten. Plötzlich geht eine Lücke auf und ich schieße. Wir hatten zuvor viel darüber gesprochen, dass wir viele Pucks aufs Tor bringen wollen. So schießt du in den Playoffs Tore“, sagte Moser.

Die Overtime war genau 12:48 Minuten alt, als Anthony Cirelli ein Bully in der Offensivzone gewann und nach hinten spielte. Moser balancierte den Puck auf der blauen Linie, legte ihn sich auf die Vorhand und traf mit einem präzisen Handgelenkschuss ins Torwarteck (73.).

„Wir haben viel über Faceoffs und diese Spielzüge gesprochen. Manchmal musst du einfach improvisieren und den Puck zum Tor bringen“, freute sich Tampas Stürmer Corey Perry. „In der Overtime haben wir einfach immer weitergemacht. Wir sind drangeblieben, haben den Puck immer wieder tief gespielt und ihre Verteidiger gejagt. So spielen wir: Wir sind schnell und kommen rasch aus der eigenen Zone heraus. Es war ein Wahnsinnsschuss von Mo!“

„Er hat Geduld gezeigt, den Puck auf der Linie gehalten und ihn dann einfach reingehauen. Das war gut für ihn“, lobte auch Scoring-Maschine Nikita Kucherov.

Für Moser war es das erste Tor in den Stanley Cup Playoffs überhaupt. Zuvor hatte er in der regulären Saison 2025/26 in 79 Spielen sieben Treffer erzielt (7-22-29). In den 18 Partien vor Beginn der Playoffs war ihm kein Tor mehr gelungen. Und jetzt das: Es war Mosers erster Overtime-Treffer seiner NHL-Karriere (reguläre Saison und Playoffs). Der 25-Jährige aus Biel ist der erste Schweizer Verteidiger mit einem OT-Winner in den Playoffs und der vierte Schweizer Spieler überhaupt. Vor ihm gelangen das nur den Landsmännern Kevin Fiala, Nino Niederreiter und Damien Brunner, die allesamt Stürmer sind. Moser ist auch der erste Spieler in der Franchise-Geschichte des Lightning, dessen erstes Playoff-Tor auch gleich ein Overtime-Siegtreffer war.

MTL@TBL, GM 2: Mosers erstes Playoff-Tor ist ein Laser für den OT-Winner

Tampas PK wackelt nur einmal

Den Startschuss in einem engen und intensiven Spiel (34:27 Torschüsse, 27:25 Strafminuten, 34:43 Checks) hatte Brandon Hagel mit seinem bereits dritten Playoff-Treffer in diesem Jahr gegeben. Nachdem er mit seinem ersten Schussversuch hängengeblieben war, prügelte er mit enormer Vehemenz den Puck per Schlagschuss durch den Verkehr ins Tor (9.).

„Er ist ein Wahnsinnsspieler und macht alles für uns“, sagte Kucherov über Hagel. „Er spielt im Penalty Killing und im Powerplay. Wir sind froh, dass wir ihn haben.“

Im weiteren Verlauf drehte Montreal das Spiel. Lane Hutson glich im Powerplay aus (17.), dann staubte Josh Anderson ab (39.). Das bislang anfällige Lightning-PK allerdings beließ es bei nur diesem einen Unterzahl-Gegentor (3/4). Im dritten Durchgang glich Nikita Kucherov mit einem frechen Bauerntrick aus (53.). Kurz vor dem Ende killten Tampas Unterzahl-Reihen eine ganz wichtige Strafe, um es überhaupt in die Verlängerung zu schaffen.

„Wir hatten über Veränderungen im Penalty Kill gesprochen. Im ersten Spiel war es nicht gut und auch heute haben sie in ihrem ersten Powerplay getroffen. Wir wussten also, dass wir ein paar Dinge umstellen mussten“, so Moser. „Es geht darum, uns als komplette Mannschaft zu vertrauen, auch unserem PK. Wir mussten uns zeigen und das haben wir. Das wird uns für die Zukunft viel Selbstvertrauen geben.“

„Das war ein wichtiges Penalty Killing“, betonte auch Kucherov. „Wir haben viele Pucks geblockt.“

MTL@TBL, GM 2: Kucherov sorgt mit einem Bauerntrick für den Ausgleich

„Genug war genug. Das wusste in unserer Kabine jeder, bevor es in die Overtime gegangen ist“, unterstrich auch Hagel. „Wir wussten einfach, dass es funktionieren würde. Das war vielleicht das beste Hockey, das wir in dieser gesamten Serie bislang gespielt haben. Es hat Spaß gemacht, zuzuschauen. Wir müssen uns an dieses Gefühl erinnern und daran, was funktioniert hat. In der Overtime haben wir klinisch gespielt.“

Eine „klinische“ Overtime

Klinisch bedeutete in diesem Fall, dass der Lightning keinen einzigen Torschuss in der Verlängerung mehr zuließ.

„Jeder in dieser Kabine weiß, wie er mit Emotionen umgehen muss. Nicht nur ich selbst, sondern jeder hier will seinen Mitspieler mit in den Kampf reißen. Das hat geklappt“, freute sich Hagel.

Das war insbesondere deshalb wichtig, weil Tampa die vorausgegangenen sieben Verlängerungen in den Stanley Cup Playoffs allesamt verloren hatte. So aber musste Torwart Andrei Vasilevskiy (25 Saves, 92,6 Prozent Fangquote) auf dem Weg zu seinem 68. Playoff-Sieg (nun gleichauf mit Andy Moog für die elftmeisten in der NHL-Geschichte) gar nicht erst eingreifen. Den Schlusspunkt setzte schließlich Moser mit seinem historischen OT-Winner.

„Darum geht es in den Playoffs: In jedem Spiel kann ein anderer den Unterschied machen. Heute war es Mo“, sagte Perry.

 Informationen zur Serie Lightning gegen Canadiens

Lightning erwartet eine lange Serie

Durch den Heimsieg glich Tampa die Best-of-7-Serie aus und reist mit einem Serienstand von 1:1 nun nach Montreal.

„Wir können das kurz genießen, dann geht es morgen ins Flugzeug und das nächste Spiel steht an“, weiß Perry. „Beide Teams haben 106 Punkte geholt. Beide Mannschaften ergänzen sich gut.“

„Wir spielen gegen eine gute Mannschaft, es wird noch eine enge Serie werden, und ich freue mich darauf, nach Montreal zu reisen“, so Hagel.

„Es ist eine spaßige Serie mit zwei Spielen in der Overtime. Es ist noch lange nicht vorbei“, ahnt auch Lightning-Trainer Jon Cooper.

„Wir wissen, dass es eine lange Serie wird. Sie haben eine Wahnsinnsmannschaft. Wir respektieren sie“, räumt Kucherov ein. „Aber wenn wir unser Spiel spielen, dann haben wir gute Chancen, zu gewinnen. Wir müssen einfach unser Spiel spielen und uns ans System halten.“

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