Die 1:2-Auftaktniederlage der Los Angeles Kings gegen die Colorado Avalanche in Spiel 1 der Ersten Runde der Stanley Cup Playoffs 2026 in der Western Conference mag auf den ersten Blick wie ein Rückschlag wirken, doch bei genauerem Hinsehen lieferte das erste Kräftemessen zwischen dem großen Favoriten und dem Außenseiter durchaus gute Gründe für vorsichtigen Optimismus aus kalifornischer Sicht. Vor Spiel 2 am Dienstag (10 p.m. ET; Mittwoch, 4 Uhr MESZ) in Denver steht fest: Diese Serie scheint enger zu werden, als es das eindeutige Kräfteverhältnis nach der regulären Saison auf dem Papier vermuten ließ.
Defensiv auf Augenhöhe mit dem Favoriten
Dass Colorado als offensivstärkstes Team der Hauptrunde am Sonntag lediglich zwei Treffer erzielte, ist aus Sicht der Kings bereits ein Erfolg. Die Avalanche, angeführt von Stars wie Nathan MacKinnon, sind es gewohnt, Gegner mit Tempo und Kreativität zu überrollen. Doch genau das gelang ihnen in Denver beim Serienauftakt lange Zeit nicht.
„Am Ende des Tages sind sie das Team mit den meisten Toren der Liga. Wenn wir sie bei zwei Treffern halten, dann ist das ein Ansatz, mit dem wir leben können“, erklärte Kings-Interimstrainer D.J. Smith und machte damit deutlich, worauf sich seine Mannschaft nach der Auftaktpleite stützen kann.
Los Angeles verteidigte in der Ball Arena diszipliniert, blockte 23 Schüsse und verteilte 49 Checks. Auch Torhüter Anton Forsberg wusste zu überzeugen. Verteidiger Mikey Anderson lobte die Leistung: „Wir haben gar nicht so viel zugelassen. Und wenn es darauf ankam, war unser Torhüter zur Stelle.“
Die Kings zeigten damit genau die Tugenden, die es in den Playoffs braucht: Geduld, Physis und defensive Struktur. Oder, wie Colorados Trainer Jared Bednar anerkennend feststellte: „Das ist genau die Art von Spiel, die man gegen die Kings erwarten kann - eng, intensiv und defensiv geprägt.“
Lektionen aus einem engen Spiel
Trotz der stabilen Defensive wurde auch deutlich, wo die Probleme lagen. Die Kings hatten große Schwierigkeiten mit dem aggressiven Forechecking der Avalanche und fanden kaum zu einem geordneten Spielaufbau. Über weite Strecken fehlte die offensive Durchschlagskraft.
„Wir hatten ein paar Situationen mit komplett offenem Tor, die wir nicht genutzt haben“, räumte Coach Smith hinterher unumwunden ein.
Besonders deutlich wurde die Problematik auch beim zweiten Gegentor. Nach einem misslungenen Befreiungsversuch setzte Colorado nach, und Logan O'Connor nutzte die Situation eiskalt zur scheinbaren Vorentscheidung. Es war sinnbildlich für das Spiel: Die Kings verteidigten lange gut, doch einzelne Fehler wurden sofort bestraft.
Dennoch blieb Los Angeles bis zur Schlusssirene im Spiel. „Wir haben zwar verloren, aber es gab viele gute Dinge“, betonte Smith. Diese Einschätzung passt zur Gesamtleistung: Die Kings wurden nicht überrollt, sondern hielten dem Druck über weite Phasen der Begegnung gut stand und arbeiteten sich zurück in die Partie.






















