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Drei Duelle der Stanley Cup Playoffs gehen am heutigen Montag bereits in das zweite Spiel, eine andere Serie beginnt.

Die Philadelphia Flyers haben ihr Auftaktspiel gegen die Pittsburgh Penguins gewonnen und treten in Spiel 2 (7:00 p.m. ET; Dienstag, 1:00 Uhr MESZ) der Eastern Conference erneut auswärts an. Die Ottawa Senators peilen nach ihrer Niederlage aus Spiel 1 den ersten Sieg bei den Carolina Hurricanes (7:30 p.m. ET; Di., 1:30 Uhr MESZ) an. 

Wiedergutmachung vor eigenem Publikum wollen die Dallas Stars nach ihrer 1:6-Pleite gegen die Minnesota Wild (9:30 p.m. ET; Di., 3:30 Uhr MESZ) betreiben. Die Edmonton Oilers und die Anaheim Ducks hingegen blicken in der Western Conference dem ersten Spiel (10 p.m. ET; Di., 4 Uhr MESZ) entgegen.

Oilers setzen auf Erfahrung und hoffen auf Draisaitl

Das Comeback von Leon Draisaitl rückt näher. Der Deutsche befindet sich bereits im Training. Ein Einsatz zum Auftakt gegen Anaheim ist nicht ausgeschlossen. Trainer Kris Knoblauch hält sich alle Optionen offen. Der Coach erwartet Draisaitl in Runde 1 zurück, wisse aber noch nicht, „ob das zu Spiel 1 oder Spiel 5 sein wird".

Möglicherweise kann er wirklich nicht absehen, wann der 30-Jährige auf dem Eis stehen wird. Eventuell geht es auch darum, den Gegner im Unklaren zu lassen. Sicher ist: Nachdem die Oilers in den vergangenen zwei Spielzeiten im Finale an den Florida Panthers gescheitert sind, können sie den Playoff-Auftakt kaum erwarten.

„Es gibt diese Aufregung, die nie verschwindet“, sagt Draisaitl. „Du kannst das so oft machen, wie du willst, aber dieses erste Spiel - eigentlich jedes Spiel, besonders zu Hause - ist mit diesen Fans hier so besonders. Ich freue mich, dass einige unserer Jungs, die noch nicht viel Playoff-Eishockey gespielt haben, das nun erleben können und Spaß haben.“

Die beiden Teams trafen in der regulären Saison dreimal aufeinander und boten torreiche Spiele. Edmonton gewann 7:4 und 4:2, dazwischen siegte Anaheim mit 6:5. Die Erfahrung spricht für Edmonton, weil die Ducks erstmals seit 2018 in den Playoffs stehen.

„Erfahrung hilft immer“, sagt Draisaitl. „Aber am Ende des Tages, wenn der Puck fällt, werden beide Teams gegeneinander kämpfen. Beide Teams werden versuchen, ihr Spiel zu etablieren. Jede Serie, jedes Spiel, jeder Playoff-Lauf schreibt ihre eigene Geschichte und verläuft anders.“

NSH@EDM: Draisaitl bekommt die Scheibe von McDavid und trifft im Powerplay

Die Erfahrung der Ducks steht hinter der Bande

Die junge Mannschaft der Ducks mag wenig Playoff-Erfahrung haben. Beim Trainer allerdings sieht es ganz anders aus. Joel Quenneville weiß, wie sich Titel gewinnen lassen. Der 67-Jährige trainierte von 2008 bis 2019 die Chicago Blackhawks und gewann dreimal den Stanley Cup. 

Eine Parallele zu Anaheim: Auch die Blackhawks verfügten anfangs über eine junge Mannschaft, die sich unter Quenneville zum Top-Team entwickelte. Die Erfahrung des Trainers gibt der Mannschaft Sicherheit. 

„Er hat viele Eishockeyspiele gewonnen, viele Playoff-Spiele und Titel“, sagt Stürmer Troy Terry. „Und man sieht noch immer seine Begeisterung. Für ihn ist es wie Weihnachten, ein Team durch die Playoffs zu führen.“ 

Hinzu kommt, dass die Ducks frei aufspielen können, weil bereits die Playoff-Qualifikation ein Erfolg ist. Niemand erwartet von ihnen, dass sie den Finalisten der vergangenen zwei Jahre besiegen. Genau das macht eine Mannschaft gefährlich.

Ducks, Oilers face off in Stanley Cup Playoffs for first time since 2017

Selbstkritischer Stützle will zur alten Stärke zurückfinden

Die Senators sind mit einem 0:2 gegen die Hurricanes in die Serie gestartet, bleiben aber optimistisch. „Es gab einige Dinge, die uns an unserem Spiel nicht gefallen haben. Es war trotzdem ein enges Spiel. Es gibt noch einiges zu verbessern. Wir sind bereit für Spiel 2“, kündigt Tim Stützle an.

Der Deutsche spricht die Schwachstellen aus der ersten Begegnung an: „In den ersten beiden Dritteln waren wir etwas nervös. Wir haben unsere Spielzüge nicht gut umgesetzt. Wir kamen zwar zu unseren Chancen. Aber sie haben die Schüsse gut abgeblockt und hatten einen großartigen Goalie, wir allerdings auch.“

Stützle nimmt sich selbst in die Pflicht, wenn es um die Gestaltung des Offensivspiels geht: „Insbesondere wenn ich über mich selber spreche, haben wir vor allem in den ersten zwei Dritteln zu viele Pucks einfach auf das Tor geschossen. Wir haben den Puck nicht lange genug gehalten. Das ist eigentlich mein Spiel. Ich muss den Puck halten und die Plays machen. Das ist unsere Stärke.“

TBL@OTT: Tim Stützle trifft und liefert zwei Assists beim 6:2-Erfolg der Senators

Sidney Crosby ist nach Niederlagen besonders effektiv

Die Penguins sind mit einer 2:3-Niederlage gegen die Philadelphia Flyers in die Playoffs gestartet. Was Pittsburgh Mut machen dürfte: Crosby ist nach Playoff-Niederlagen immer besonders effektiv. 

Der Routinier verbuchte in den Spielen nach Playoff-Niederlagen insgesamt 76 Scorerpunkte. Sollte heute gegen die Flyers ein Punkt dazukommen, würde er mit Nicklas Lidström (77) auf Platz sechs der ewigen Bestenliste der NHL-Geschichte gleichziehen. 

Vor ihnen liegen Wayne Gretzky (111), Doug Gilmour (93), Mark Messier (83), Ray Bourque (79) und Nikita Kucherov (78).

PIT@CAR: Crosby gelingt ein schönes Rückhand-Tor bei seiner Rückkehr

Dallas Stars bleiben trotz Auftakt-Pleite positiv 

Viele Experten bezeichneten das Duell zwischen den Dallas Stars und Minnesota Wild als die qualitativ ausgeglichenste Serie. Umso überraschender, dass Minnesota in Spiel 1 mit 6:1 auswärts in Dallas gewann. Stellt sich die Frage: Wie werden Lian Bichsel und die Stars auf diese Pleite reagieren? 

Trainer Glen Gulutzan sprach Torwart Jake Oettinger von jeglicher Schuld frei und nahm dafür die anderen Spieler in die Verantwortung: „Für mich lag es nicht am Goaltending. Für mich war es eher so, dass unsere Special Teams besser sein müssen. Unser Spiel im Fünf-gegen-Fünf war ebenfalls nicht gut genug. Wir müssen konsequenter zum Puck gehen. Solche Spiele hatten wir das ganze Jahr über nicht. Jeder Einzelne kann besser sein. Das ist das Positive.“

Oettinger bleibt selbstbewusst: „Natürlich war das nicht unser bestes Spiel. Aber wir haben viele Playoff-Serien gespielt und öfter Spiel 1 verloren. Ich habe das Gefühl, dass wir wissen, was wir im nächsten Spiel tun müssen.“

Wild at Stars | Recap

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