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Treliving: Pat Quinn überzeugte durch Respekt

Langjähriger Freund beschreibt die ungewöhnliche Persönlichkeit von Pat Quinn, der in die Hall of Fame aufgenommen wird

von Jim Treliving / Gastautor auf NHL.com

Jim Treliving war über viele Jahre hinweg ein enger Freund von Pat Quinn, schon seit seinen Tagen als Präsident, General Manager und Trainer bei den Vancouver Canucks. Treliving ist seit Jahren schon in verantwortlicher Position bei der Boston Pizza International Inc. und der T&M Group of Companies. Sein Sohn Brad Treliving ist der General Manager der Calgary Flames. Jim teilt heute seine Gedanken zu Quinn auf NHL.com mit uns, da dieser am Montag in die Hall of Fame berufen werden wird:

Pat Quinn wird also am 14. November in die Hall of Fame aufgenommen, und ich denke, dass das längst fällig war.

Er hat so viele Dinge erreicht, so viele tolle Taten vollbracht. Er gewann Medaillen für Kanada als es zuvor lange Durststrecken gab. Ich war dabei, als ihm dies im Jahre 2002 in Salt Lake City gelang. Und ich sah welchen Einfluss er damals auf das Team dort hatte. Und Jahre später, als viele schon dachten er wäre zu alt um mit den jungen Leuten zu arbeiten, da gelang ihm das selbst noch mit der U-18 Juniorenmannschaft in 2008 und 2009, wo er die Goldmedaille gewann. Er bewies also das Gegenteil.

Das Tolle ist, dass eigentlich alle Leute mit denen e im Laufe der Jahre zusammengearbeitet hat ihn respektiert haben. Er hatte immer eine klare Ansprache und wenn er sagte "Wir machen das so und so", dann wusste jeder im Raum genau was seine Aufgabe war. Das war es, was Pat Quinn von vielen anderen unterschied. Und deshalb sollte er eben auch in der Hall of Fame sein. Da gehören die allerbesten rein.

Und so verhielt er sich auch gegenüber seiner Familie, und natürlich auch gegenüber seiner Frau Sandra.

Ich lernte ihn in Vancouver kennen. Zuerst traf ich ihn auf einem Golfturnier. Die Canucks durchlebten damals schwierige Zeiten. Er war noch neu im Team, kam zusammen mit Brian Burke. Er hatte damals einige Eintrittspreise für eine Auktion zur Verfügung gestellt, aber fast niemand wollte darauf bieten. Das war schon etwas peinlich. Jahre später konnten wir darüber lachen. Dann konnte man keine Tickets für die Canucks mehr bekommen, überall waren sie ausverkauft.

Er war ein toller Mann. Ein wirklich guter Freund. Ich respektierte ihn immer sehr. Er war immer ehrlich. Er war kein Angeber. Man wollte immer um ihn sein.

Er hatte viele Eigenschaften die man mit "irisch" umschreiben würde. Man konnte mit ihm immer viel Spaß haben.

Er hat immer gerne Geschichten erzählt. Das konnte er gut. Ich kann mich heute noch an viele davon gut erinnern.

Einmal zum Beispiel, da fragte ihn eine Frau am Flughafen von Calgary nach einem Autogramm. Sie schwärmte von ihm, machte ihm Komplimente. Und er stand bereitwillig auf, lächelte und war höflich. Am Ende bedanke sie sich mit einem freundlichen 'Thank you, Mr. Burns.' Wir lachten, denn wir waren uns sicher, dass sie bis zum heutigen Tage noch nicht weiß, dass sie mit Pat Quinn gesprochen hatte.

Als er in Toronto gearbeitet hat, da bin ich ebenfalls in die Stadt gezogen weil wir mit Boston Pizza dort expandiert hatten. Ich erinnere mich noch, wie ich eines Tages beim Friseur saß, wo ein Foto von Pat hing. Der Friseur erzählte mir, dass Pat sein Lieblingsspieler sei. Ich fragte ihn, ob er ihn je habe spielen sehen. Der Friseur verneinte, meinte, dass er es sich nicht leisten könne zu den Spielen zu gehen. Also gab ich ihm ein paar Tickets. Ich erzählte auch Pat von der Geschichte und bat ihn doch einmal dort vorbeizuschauen, was er auch tat, als er von seiner Mutter zurückkam, welche er besucht hatte. Pat fragte also nach Walter. Und der brach fast zusammen. Pat ließ sich die Haare schneiden. Er sah dann ein Foto von Tie Domi an der Wand. Er bat ihn das Foto herunterzunehmen, weil der Junge gar nicht so hart sei wie er glauben würde. Wir lachten herzlich.

Zudem konnte man seinen Zigarrengeruch immer schon in der Luft riechen, noch bevor man ihn sehen konnte. Pat liebte das. Er rauchte die Dinger bis es nicht mehr ging.

Es viel im schwer, als er am Ende nichts mehr mit dem Hockey zu tun hatte, als es nicht mehr ging. Da konnte er nur schwer drüber reden. Als er wieder in Vancouver war, da haben wir noch häufig telefoniert. Ich habe seine Nummer noch heute. Er hatte sie nie geändert.

Wir haben immer an den Freitagen telefoniert. In der Woche bevor er starb erreichte ich nur noch seinen Anrufbeantworter. Das schmerzt mich noch heute. Eine Woche später war er tot. In der Woche davor hat man ihm noch nichts angemerkt. Er sagte noch, dass es ihm gut ginge.

Er hat nie zugegen wie krank er wirklich war. Er war gerne der Harte Mann nach außen. Ich bin mir sicher, es gibt nicht viele Leute die ihn nicht mochten.

Er kam in einen Raum und seine Präsenz war sofort spürbar. Gar nicht so sehr aufgrund seiner Figur, sondern aufgrund seiner Persönlichkeit.

Pat Quinn war mir stets ein guter Freund und er ist eine tolle Bereicherung für die Hockey Hall of Fame.

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