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Siebter Sieg in Folge bringt Islanders gutes Gefühl

New Yorker überzeugen mit ausgeglichener Mannschaft und trotzen eingetretenen Verletzungen

von Stefan Herget @NHLde / Freier Chefautor NHL.com/de

Barzals schöne Einzelleistung

PHI@NYI: Barzal lässt Verteidiger stehen und trifft

Mathew Barzal nimmt den Puck in der neutralen Zone, lässt einen Verteidiger stehen und tunnelt Carter Hart zum Ausbau der Islanders-Führung

  • 01:05 •

Die New York Islanders haben allen Grund optimistisch in eine kurze, dreitägige Spielpause zu gehen, ehe sie am Freitag im Nassau Coliseum den letztjährigen Presidents' Trophy Gewinner und Topfavoriten Tampa Bay Lightning zur nächsten Begegnung erwarten (24 Uhr MEZ; NHL.tv).

Das sah vor 17 Tagen noch anders aus, als die Islanders bei den Carolina Hurricanes mit 2:5 ihre dritte Niederlage in der vierten Partie zum Saisonauftakt einstecken mussten. Doch nur 24 Stunden später gewannen sie zu Hause gegen die Florida Panthers mit 3:2 nach Penaltyschießen und leiteten die Wende ein. Zwei Tage später gelang ein weiterer Erfolg in der Zusatzschicht mit 3:2 nach Verlängerung gegen die St. Louis Blues und seitdem in der Folge nur doppelte Punktgewinne. Das 5:3 am Sonntag daheim in Long Island gegen die zuvor vier Spiele ungeschlagenen Philadelphia Flyers bedeutete den siebten Sieg in Serie.

"Das Gefühl ist großartig", verdeutlichte Stürmer Anders Lee. "Wenn wir richtig spielen, dann bringen wir uns in eine gute Position und das haben wir gemacht. Jeder im Kader bringt sich entsprechend ein."

Die Besonderheit ist, dass die Islanders gerade im defensiven Bereich da weitermachen, wo sie in der Vorsaison aufgehört haben, als ihr Torhüter-Duo Robin Lehner und Thomas Greiss die William M. Jennings Trophy für das Paar mit den wenigsten Gegentoren gewann. Bisher liegen sie mit im Schnitt 2,45 Gegentoren pro Spiel hinter den Boston Bruins (2,18), Arizona Coyotes (2,2) und Anaheim Ducks (2,38) auf dem vierten Platz in der NHL-Gesamtwertung.

Video: NYI@CBJ: Greiss greift nach hinten und verhindert

Das ist sicher ein Verdienst der beiden Torleute Greiss (2,18 Gegentorschnitt, 93,1 % Fangquote) und Neuzugang Semyon Varlamov (2,53, 91,8 %). Doch ein Schlussmann ist immer nur so stark, wie seine Vorderleute Schüsse blocken, ihm freie Sicht geben und Nachschüsse verhindern.

Die gute Defensive führt auch dazu, dass häufig wenig erzielte Tore reichen, um einen Sieg einzufahren. So waren die fünf Treffer gegen die Flyers eine neue Saison-Bestleistung der Islanders.

"Über weite Strecken der vergangenen und auch in dieser Saison hatten wir Probleme beim Toreschießen", räumte Stürmer Mathew Barzal ein. "Die letzten sieben oder acht Spiele haben wir einen Punkt gesetzt und unsere Chancen besser genutzt. Ich denke, es liegt an der Chemie in der Mannschaft, die stimmt."

Beeindruckend gegen Philadelphia war, wie die Gegentore kaltschnäuzig weggesteckt bzw. beantwortet wurden. Die Führung der Gäste nach 67 Sekunden durch Jakub Voracek schockte keineswegs, sondern Lee und Derick Brassard drehten den Spielstand ab der 4. Minute innerhalb von 65 Sekunden zu Gunsten der Islanders und Ross Johnston baute die Führung in der 12. Minute auf 3:1 aus. Auch das Anschlusstor von Travis Konecny in der 17. Minute warf die Islanders nicht aus der Bahn und sie antworteten erneut mit einem Doppelpack innerhalb von 85 Sekunden durch Ryan Pulock in der 25. Minute und Barzal in der 26. Minute.

"Man schaut immer auf seine Führungsspieler. Sie haben heute den Ton angegeben", resümierte Trainer Barry Trotz. "Anders Lee war heute ein Biest. Sein Tor war ein großartiges Beispiel für Führungsqualität. Führung heißt, dass man keinen Freifahrtschein hat, weniger zu tun, sondern die Verpflichtung, mehr zu tun. Er wusste, dass es ein wichtiges Spiel war und er tat mehr."

Video: PHI@NYI: Brassard vollendet schönen Doppelpass

Die Siegesserie hat historische Dimensionen angenommen. Die Islanders haben sie in dieser Art und Länge zum sechsten Mal in ihrer Franchise-Geschichte erreicht und damit die bislang längste Erfolgsserie der Liga in dieser Saison aufgestellt. Letztmalig 1990, also vor fast 30 Jahren, konnten sie eine Anzahl an Siegen in dieser Höhe anhäufen. Vom 31. Dezember 1989 bis 19. Januar 1990 waren es sogar neun Erfolge nacheinander.

Die Islanders haben sich mit 16 Punkten auf den zweiten Platz in der Metropolitan Division vorgearbeitet. Sie stehen drei Zähler hinter den Washington Capitals, die allerdings schon zwei Partien mehr absolviert haben. Festzustellen ist, dass es sich um einen Teamerfolg handelt. Elf verschiedene Spieler konnten bereits mindestens einen Scorerpunkt verbuchen.

"Wir haben aus jedem Bereich profitiert, es war ein Sieg der gesamten Mannschaft", konstatierte auch Trotz nach dem doppelten Punktgewinn gegen die Flyers. Stürmer Brassard sah es ähnlich. "Ich denke, wir geben in den letzten Wochen alles und spielen füreinander. Die Jungs legen zu, wir haben gute Torhüter, jedes Teil passt derzeit ineinander."

Bestes Beispiel war gegen die Flyers Johnston, der nach den Ausfällen von Tom Kühnhackl und Matt Martin (beide vier bis sechs Wochen außer Gefecht) in die Mannschaft rutschte und mit 6:44 Minuten zwar die wenigste Eiszeit hatte, doch das wichtige 3:1 erzielte.

So lassen sich zugleich die weiteren Langzeit-Verletzten im Sturm Leo Komarov (Krankheit), Jordan Eberle (untere Körperhälfte) und Andrew Ladd (Knie) leicht kompensieren. Die Islanders scheinen derzeit die richtige Mischung zu haben und bleiben ein schwer zu bespielender Gegner. Darauf müssen sich die Lightning am Freitag ebenfalls einstellen. Doch sie dürften gewarnt sein.

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