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Im Shootout sind die Coyotes spitze

Kein Team in der NHL besitzt eine bessere Trefferquote als der Vorletzte aus Arizona

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

Die Spieler der Arizona Coyotes hätten bestimmt nichts dagegen, wenn möglichst viele der restlichen Hauptrunden-Partien in den Shootout gehen würden. Denn mit der Entscheidungsfindung durch die Sololäufe aufs Tor haben sie in dieser Saison mehrfach gute Erfahrung gemacht. Zuletzt am Samstag beim 2:1 gegen die New York Islanders in der heimischen Gila River Arena. Für die Mannschaft aus Glendale war es der vierte Sieg im fünften Penalty-Schießen der aktuellen Spielzeit. Mit dem Erfolg endete zugleich eine gruselige Serie. Vor dem Duell gegen die Islanders waren die Coyotes neunmal am Stück als Verlierer in die Katakomben geschlichen.

Die Shootout-Statistiken gehören derzeit zu den wenigen Zahlen, die den Fans, dem Team und den Verantwortlichen der Franchise aus Arizona gleichermaßen das Herz erwärmen. Von 13 Versuchen schlossen die Aktiven der Coyotes sieben mit einem Tor ab. Das entspricht einer Quote von 53,8 Prozent und ist aktuell der Top-Wert aller 30 NHL-Klubs. Mit seinem verwandelten Penalty im Shootout gegen New York - dem 44. in seiner Laufbahn - setzte sich Radim Vrbata darüber hinaus an die Spitze der ewigen NHL-Bestenliste in dieser Kategorie.

"Wir legen es nicht zwingend auf einen Shootout an. Auf der anderen Seite wissen wir natürlich, dass wir treffsichere Leute haben, sollte es doch dazu kommen", sagte Coyotes-Coach Dave Tippett über die Erfolgsbilanz bei den Penalty-Duellen in dieser Saison.

Wie alle seine Mannschaftskollegen war auch Vrbata erleichtert, dass es nach neun vergeblichen Anläufen endlich wieder mit einem doppelten Punktgewinn geklappt hat. "Den haben wir dringend gebraucht. Noch besser wäre es gewesen, wenn wir schon vor ein oder zwei Wochen mal gewonnen hätten. Zumindest können wir jetzt mit einem besseren Gefühl in die Pause gehen und haben ein paar Tage Zeit, uns neu zu sortieren", meinte der 35-jährige Routinier.

Bester Laune nach dem Triumph gegen die Islanders war Arizonas Goalie Louis Domingue, der diesmal anstelle von Mike Smith das Tor hütete. "Ich wollte heute mir und den anderen Jungs etwas beweisen. Ich habe einen guten Weg gefunden. Die gesamte Truppe vor mir hat natürlich auch klasse gespielt", lautete sein Fazit.

Bereits vor dem ersten Puckwurf der Begegnung gegen die Islanders gab es für Kapitän Shane Doan einen Grund zum Feiern. Er wurde für 1500 Spiele und 400 Tore in der Liga geehrt. Kris King, Senior Vice President of Hockey Operations der NHL, überreichte ihm ein Geschenk. King stand auf dem Eis, als Doan seinen ersten Treffer erzielte. Das war in der Saison 1995-96 für die Winnipeg Jets.

Die positiven Schlagzeilen des Wochenendes können jedoch nicht über die unbefriedigende Bilanz der Coyotes nach fast der Hälfte der Hauptrunde hinwegtäuschen. Mit 30 Punkten liegt Arizona auf dem vorletzten Platz in der NHL-Tabelle. Nur der Colorado Avalanche geht es momentan noch schlechter. Der Abstand zum Drittletzten, den Islanders, beträgt satte acht Punkte. Zu den Wildcard-Plätzen, die zum Einzug in die Playoffs berechtigen, sind es 14 Zähler.

Ein Grund für das dürftige Abschneiden ist die anhaltende Verletzungsmisere. Am Samstag gegen New York fehlten gleich sieben malade Spieler, darunter die Stürmer Martin Hanzal und Jordan Martinook. Aus diesem Grund wurde Kevin Connauton von Coach Tippett kurzerhand in den Angriff beordert. Zudem genügen nicht alle Akteure im Kader den in der NHL geforderten Ansprüchen. Untrügliches Kennzeichen dafür: Am Sonntag schickte General Manager John Chayka die Stürmer Laurent Dauphin und Brendan Perlini sowie Defensivmann Anthony DeAngelo zu den Tucson Roadrunners, dem AHL-Farmteam der Coyotes.

Durchwachsen verlief die Serie bislang für den Deutschen Tobias Rieder. Der 23-jährige Landshuter kam bei seinen 38 Einsätzen auf 16 Punkte (acht Tore, acht Vorlagen). Nach der Hauptrunde der letzten Saison hatte er 37 Punkte (14 Tore, 23 Vorlagen) auf dem Konto. Ein Wert, der durchaus noch im Bereich des Machbaren liegt - sollte er von Verletzungen verschont bleiben und die Mannschaft sich generell steigern.

Nur wenig Bewegung gibt es in Sachen Arena-Neubau. Die Coyotes wollen ihr bisheriges Zuhause in Glendale verlassen und im rund 30 Autominuten entfernten Tempe eine neue Halle mit einem Fassungsvermögen für 16.000 Zuschauer bauen. Als Grundstück haben die Verantwortlichen den Golfplatz der Arizona State University ins Auge gefasst. Die Baukosten belaufen sich nach ersten Berechnungen auf rund 400 Millionen US-Dollar. Allerdings sind noch einige Fragen hinsichtlich der Finanzierung offen, wie Coyotes-Präsident Anthony LeBlanc gegenüber dem Phoenix Business Journal einräumte. Bis in Tempe der Zamboni das erste Mal über die Eisfläche fährt, dürfte es daher noch ein Weilchen dauern.

Für die Coyotes stehen in dieser Woche noch zwei Heimspiele in Folge an. Am Freitag sind die Winnipeg Jets zu Gast, einen Tag später die Anaheim Ducks. Zumindest gegen die Jets ist nach Lage der Dinge ein Sieg drin - selbst wenn er erst wieder im Shootout unter Dach und Fach gebracht werden muss.

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