Stanley Cup Final: Vegas Golden Knights v Carolina Hurricanes - Game Two

Den Start ins Stanley Cup Finale 2026 hatten sich die Carolina Hurricanes sicherlich anders vorgestellt. Nach zwölf Siegen und nur einer Niederlage in den ersten drei Runden der diesjährigen Stanley Cup Playoffs setzte es zu Hause im Lenovo Center in Spiel 1 eine bittere 4:5-Niederlage gegen die Vegas Golden Knights. Die Hurricanes schlugen jedoch zurück. In Spiel 2 riss Seth Jarvis am Donnerstag die Fans in Raleigh in der Verlängerung nach 63:56 Minuten mit dem Siegtor zum 4:3 für die Hurricanes von den Sitzen.

„Das erinnert mich an damals“, spielte Carolinas Trainer Rod Brind'Amour auf das Auf und Ab im Finale 2006 an. Das war der letzte Auftritt der Hurricanes im Finale, seinerzeit stand der Trainer selbst noch als Stürmer für Carolina auf dem Eis und durfte nach sieben Spielen als Kapitän den Stanley Cup in die Höhe stemmen. „Das passiert ganz natürlich. In dieser Atmosphäre im Finale und so wie die Spiele gelaufen sind, das stresst die Trainer ganz schön. Aber es ist auch etwas zum Genießen. Ich glaube, dass das sehr unterhaltsam ist. Hoffentlich geht es so weiter.“

Auswärts eine Klasse für sich

Ganz neu ist diese Situation für Carolina nicht. Die einzige Niederlage, die sie vor dem Finale kassiert hatten, kam in Spiel 1 der vorherigen Serie gegen die Montreal Canadiens, ebenfalls vor heimischem Publikum. Wie schon gegen Montreal, geht Carolina nun auch gegen Vegas beim Stand von 1:1 in die ersten beiden Auswärtsspiele. Die Eastern Conference Champions können mit breiter Brust in die Höhle des Löwen marschieren, denn auswärts sind sie in sechs Spielen bisher ungeschlagen.

„Ich weiß nicht, woran es liegt“, gab Brind'Amour zu. „Wir haben viel durchgemacht und ich glaube, wir haben verstanden, dass sich am Spiel nichts ändert, egal wo man aufläuft. Darüber wird viel gesprochen, aber wenn man selbst so viel erlebt hat, verinnerlicht man das. Das Publikum jubelt in anderen Momenten, aber das Spiel ist das gleiche. Jedes Team, das so weit kommt, versteht das.“

Carolina und Vegas kämpfen am 6. Juni in Spiel 3 um die Serienführung

In ihren sechs Auswärtsspielen dominierten die Hurricanes ihre Gegner mit 20:8 Toren. Das liegt an dem Stil, für den sie unter Brind'Amours Führung bekannt wurden. Sie spielen einen aggressiven Forecheck, lassen dadurch kaum einen kontrollierten Spielaufbau zu, erzwingen Puckverluste und verbringen viel Zeit in der Offensive, wo sie jede Gelegenheit zum Torschuss nutzen. Das hat gegen Vegas bis dato noch nicht so geklappt, wie in den ersten drei Runden gegen die Canadiens, Philadelphia Flyers und Ottawa Senators. Wenn sie in Vegas ein Spiel so dominieren können, wie gegen die vorangegangenen Gegner, könnte das entscheidend für die Serie werden.

„Ich würde sagen, es geht nicht darum, sich vom Publikum mitnehmen zu lassen, sondern zur Ruhe zu finden“, erklärte Torwart Frederik Andersen den Umgang mit der Atmosphäre in gegnerischen Arenen. „Je lauter es wird, desto ruhiger wird es in der eigenen kleinen Welt. Dann konzentriert man sich darauf, seinen Job zu erledigen und es macht einfach nur Spaß. Das ist eine besondere Phase der Saison. Es ist eine super Chance und Erfahrung für uns. Es wäre eine Schande, wenn wir das nicht genießen würden.“

Rupp fasst die ersten zwei Spiele des Stanley Cup Finals in Carolina zusammen

Schwung mit nach Vegas nehmen

Das Eastern Conference Finale gegen Montreal hat die Blaupause dafür geliefert, wie man das Beste aus der gegenwärtigen Situation machen kann. Die Hurricanes glichen in Spiel 2 aus, erkämpften sich auswärts in Spiel 3 die Führung in der Serie und ließen den Canadiens in den folgenden zwei Spielen keine Chance. Das berühmte Momentum zu entwickeln, kann das Gleichgewicht in der Serie auf die Seite der Hurricanes drücken, wenn sie in Spiel 3 auf die Leistungen vom Donnerstag aufbauen können.

„Wir haben uns das erste Spiel nochmal angeschaut und einige Fehler ausgebessert“, ließ Angreifer Andrei Svechnikov wissen. „Im zweiten Spiel haben wir unser Ding durchgezogen, sind geduldig geblieben und haben das Momentum behalten. Es wird schwierig werden, in der anderen Atmosphäre zu spielen. Aber das haben wir schon erlebt, wir wissen, wie man auswärts auftritt und das wird aufregend sein.“

Konstante Leistungen bringen Selbstbewusstsein

Wenn es eine Mannschaft gibt, die in der NHL für ein stabiles und konstant hohes Niveau steht, dann ist das Carolina. Ihre starke reguläre Saison erhielt oft nicht die Aufmerksamkeit und den Respekt, den sie verdient hätte. Das lag daran, dass sie weder dramatische Negativserien noch spektakuläre Aufholjagden in der Tabelle zu verzeichnen hatten. Tatsächlich muss man im Spielplan fünf Monate zurückgehen, um das letzte Mal zwei Niederlagen in Folge in der Statistik der Hurricanes zu finden. Am 12. und 13. Januar unterlagen sie zuerst den Detroit Red Wings in der Verlängerung mit 3:4 und im Anschluss den St. Louis Blues mit 0:3. Seitdem verloren sie nie mehr als ein Spiel zwischen zwei Siegen.

„Wie wir das geschafft haben, ist eine gute Frage“, sagte Svechnikov. „Ghost (Shayne Gostisbehere) hat über unseren Glauben gesprochen. Wir glauben an unser Team, wir vertrauen darauf, was wir tun und wir es tun. Wir spielen unser Spiel und das klappt.“

Die Konstanz und das Selbstvertrauen, das damit einhergeht, verschafften den Hurricanes einen sensationell guten Lauf durch die ersten drei Runden der Playoffs. Das Vertrauen auf das System und das eigene Spiel ist ein Markenzeichen, das zu fast perfekten Ergebnissen führte. Daher dürfte das Motto für Brind'Amour und seine Mannschaft klar sein: Weitermachen wie bisher, nichts verändern, und an das System glauben.

Genau das taten die Hurricanes in Spiel 2, selbst als sie nach zwei Dritteln mit 0:2 zurück lagen. Im dritten Drittel drehten sie die Partie mit drei Toren innerhalb von 5:05 Minuten, ehe sie in der Verlängerung gewannen. Die Overtime ist ein weiteres Musterbeispiel für die Zuverlässigkeit des Teams. Sie mussten in den Playoffs sechs Mal in die Zusatzschicht und gewannen alle sechs Spiele.

„Spiel 1 war ein Lernprozess für beide Mannschaften“, betonte Gostisbehere. „Man muss ein Gefühl für den Gegner bekommen. Spiel 2 war viel enger. Man wartet auf den einen Fehler oder Puckverlust, den man ausnutzen kann. Davon gibt es nicht viele. Aber man muss dranbleiben und solche Ergebnisse geben einem Schwung.“

Spiel 3 in Vegas findet am Samstag in der T-Mobile Arena statt (8 p.m. ET; So. 2 Uhr MESZ).

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