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Hurricanes auf dem Weg ins Mittelfeld

Dank ihrer jungen Stürmer, wie Teravainen und Aho, sind die Hurricanes auf der Überholspur

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Seit mittlerweile sieben Jahren fristen die Carolina Hurricanes eine Art Schattendasein in der NHL. Außerhalb der Eishockeygemeinschaft wird das Team aus North Carolina nur peripher wahrgenommen, was keinesfalls despektierlich sondern verständlich ist. 2009 hatten die Hurricanes zum letzten Mal die Stanley Cup Playoffs erreicht und das Jahr, in dem sie den größten Erfolg ihrer Franchisegeschichte, den Gewinn des Stanley Cups mit 4-3 Siegen im Finale gegen die Edmonton Oilers, feiern konnten, liegt bereits mehr als eine Dekade zurück. Im Kader der Hurricanes stand damals ein Rod Brind'Amour, ein Mark Recchi oder ein Doug Weight. Allesamt Spieler, die schon seit mindestens fünf Jahren ihre Schlittschuhe an den Nagel gehängt und ihre aktive Karriere beendet haben.

Doch der Trend der Hurricanes zeigt wieder nach oben. Schon in der vergangenen Spielzeit konnten sie mit dem zehnten Platz in der Eastern Conference ihre beste Saisonplatzierung seit 2010/11 erreichen, obwohl sie in der stark besetzten Metropolitan Division eingeteilt sind.

Bill Peters hatte vor der Saison 2014/15 das Amt des Cheftrainers in Carolina übernommen und in den vergangenen zwei Jahren haben er und General Manager Ron Francis durch Draft Picks und Trades eine Mannschaft zusammengestellt, die das auf Puckbesitz ausgerichtetes Spielsystem nicht nur verinnerlicht haben, sondern mittlerweile auch ganz gut auf dem Eis umsetzen. Nach einem schwachen Saisonstart, mit nur drei Siegen aus den ersten 13 Partien (3-5-5) bis zum 10. November, legten die Hurricanes eine eindrucksvolle Serie mit vier Heimsiegen hin und bauten diese in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch durch einen 2-1 Auswärtserfolg bei den Toronto Maple Leafs noch weiter aus.

Es sind vor allem die jungen Spieler im Kader der Hurricanes, die sehr beeindrucken können. Der 22-jährige Linksaußen Teuvo Teravainen stellte mit einem Tor und drei Assists am 12. November gegen keinen Geringeren als die Washington Capitals eine persönliche Bestleistung auf. Mittlerweile liegt der finnische Außenstürmer punktgleich mit Lee Stempniak und Landsmann Sebastian Aho auf dem dritten Platz der teaminternen Scorerwertung. Auch der 19-jährige Aho, den die Hurricanes beim NHL Draft 2015 in der zweiten Runde an 35. Stelle gezogen hatten, fand mit zwei Treffern und einer Vorlage gegen die Capitals zurück auf die Erfolgsspur, nachdem er in den acht Partien zuvor nur zu einem Assist gekommen war. In der Partie gegen die Canadiens konnte er sich mit einer Vorlage in den Spielberichtsbogen eintragen.

Peters ist sich sicher, dass er mit Teravainen und Aho an der Seite von Jordan Staal über eine Topangriffsreihe verfügt: "Sie haben ein enormes Eishockeyverständnis. Teravainen fühlt sich in dieser Formation wohl und Aho wird motiviert durch seine Tore einen weiteren Schritt nach vorne machen."

Zudem verfügen die Hurricanes mit Victor Rask über einen äußerst effektiven Center. Der 23-Jährige steuerte den Siegen über Washington, Montreal und Winnipeg jeweils ein Tor bei und baute mit einem weiteren Assist seine Punkteausbeute auf 15 Zähler aus. Carolinas punktbester Mann ist Jeff Skinner. Der 24-jährige Außenstürmer hat es in seinen 17 Saisonauftritten auf acht Tore sowie acht Vorlagen gebracht und ist in diesem Jahr dabei seine Bestleistung aus der Saison 2013/14 (33 Tore, 21 Assists) zu überbieten.

Auf die Hurricanes warten nun im Osten Kanadas zwei weitere schwere Auswärtsaufgaben, in denen sie ihren Aufwärtstrend bestätigen können. Bereits am Donnerstag, 7:30 pm, möchten sie aus dem Bell Centre der Montreal Canadiens zwei Punkte entführen und den nächsten Schritt in Richtung oberes Tabellenmittelfeld machen.

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