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Huberdeaus eindrucksvolle Rückkehr

Panthers Stürmer verpasste die ersten 51 Partien und erzielt sieben Punkte in vier Spielen

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

In den letzten 14 Tagen gab es im Zusammenhang mit den Florida Panthers häufig nur ein Thema - Jagr, sein 45. Geburtstag und seine Rekorde. Bei der Franchise aus Sunrise gibt es aber mit dem Comeback von Jonathan Huberdeau eine weitere große Sensation.

Fast vier Monate lang musste Huberdeau zusehen, wie sich seine Florida Panthers, die im letzten Jahr noch die Atlantic Division als Erstplatzierter abgeschlossen hatten, schwer taten wenigstens einen Wildcard Platz einzunehmen. Der 23-Jährige hatte sich im letzten Vorbereitungsspiel gegen die New Jersey Devils am 8. Oktober die Achillessehne gerissen und musste operiert werden. 51 Saisonspiele hatte Floridas Erstrundendraftpick (Nr. 3) vom NHL Draft 2011 pausieren müssen. Am 3. Februar, in der Heimpartie gegen die Anaheim Ducks, gab er dann seinen Saisoneinstand - und was für einen. Fünf Minuten vor dem Ende des zweiten Durchgangs gelang dem flinken Rechtsaußen das 2-1 Siegtor. Überglücklich äußerte sich Huberdeau nach der Partie: "Ihr wisst doch alle, dass es etwas ganz Besonderes ist, wenn man nach vier Monaten, in denen man zum Zusehen verbannt war, sein erstes Tor schießt. Es hat sich schon ziemlich gut angefühlt. Es ist wichtig, dass man sich darauf fokussiert besser zu werden und dass man immer noch etwas zulegen kann."

Video: FLA@SJS: Huberdeau versenkt Barkovs Pass zum OT-Sieg

Gesagt, getan! Nach einer sechstägigen Spielpause und der bitteren 3-6 Heimniederlage gegen die Los Angeles Kings, wo ihm ein Assist gelang, was ihm ein schwacher Trost war, legte Huberdeau erst richtig los und brachte seine Fans schier zur Verzückung. Die Panthers lieferten sich mit den Nashville Predators am Samstagabend ein Offensivdebakel, das die Gäste aus Sunrise am Ende mit 7-4 Toren für sich entschieden - der Dank geht an Huberdeau, der an zwei Treffern der Panthers mit der Vorarbeit beteiligt war, und den 6-3 Führungstreffer zu Beginn des dritten Durchgangs selbst besorgen konnte. Der gleichaltrige Center Vincent Trocheck hob noch einmal hervor, wie wichtig der Außenstürmer für die Mannschaft ist: "Es ist großartig, dass sie [Huberdeau, Barkov] wieder zurück sind. Sie sind Puzzlestücke unserer Mannschaft. Wenn sie dabei sind fühlen sich alle etwas wohler und es kann jeder seine Rolle spielen."

Gegenüber NHL.com International erwähnte Huberdeau wie gut er sich mit Aleksander Barkov auf dem Eis verstehe: "Wir spielen schon eine zeitlang zusammen. Er hat eine Vorstellung vom Spiel und er kann es lesen. Wir ticken ähnlich. Wenn wir uns den Puck zuspielen, dann wissen wir, wann und wo wir ihn wieder bekommen werden."

Der dritte im Bunde dieser zuletzt sehr effektiven Sturmformation der Panthers ist kein geringerer als Jaromir Jagr.

Ihre Offensivstärke aus der Partie gegen die Predators nahmen die Panthers auch mit auf die Reise nach San Jose, wo sie den Sharks die Krallen zeigten. Auch wenn die Sharks zurückbissen, sie holten zweimal, unter anderem in den letzten 3 1/2 Minuten der regulären Spielzeit, einen 2-Tore Rückstand auf, wurden sie nach Verlängerung von den Gästen erlegt.

Wem anders als Huberdeau sollte der 6-5 Siegtreffer in der Overtime gelingen. "Wir hatten ein ganz gutes Forechecking und bei 3-gegen-3 kommst du zu einer Menge Torchancen, da gibt es viel freien Raum. Vielleicht waren sie auch etwas müde und wir konnten davon profitieren", suchte der Siegtorschütze nach einer Erklärung warum es so gut lief.

Es ist keineswegs eine Selbstverständlichkeit, dass ein junger Spieler, unabhängig davon, über wieviel Talent er verfügt, nach einer schweren Verletzung in einer solchen Topform zurückkommt.

"Meine Teamkameraden haben mir geholfen zurückzukommen. Wenn du im Sommer verletzt bist, dann ist es etwas anderes als während der Saison. Es fällt einem schwerer das Tempo mitzuhalten. Ein-, zweimal bin ich mit der Mannschaft gereist, doch die meiste Zeit blieb ich zuhause. Ich wollte [den anderen] nicht im Wege sein", erzählte der Topscorer der Panthers aus der Saison 2014/15 (79 Spiele, 15 Tore, 39 Assists), dem man großen Respekt zollen sollte, NHL.com International.

Tom Rowe, Panthers General Manager und Interimstrainer seit dem 27. November 2016, zeigte sich ebenfalls überrascht von Huberdeaus Vorstellungen: "Wir hätten niemals gedacht, dass er reinkommt und dann auf Anhieb so produktiv ist. Er befindet sich in einer phänomenalen Verfassung. Er ist ein hervorragender Spieler. Jetzt wo ich jeden Tag mit ihm auf der Bank sitze, muss ich sagen, dass er um einiges besser ist, als ich dachte, dass er es zuvor war. Er hat gezeigt, dass er in diesem Jahr über eine enorme physische Stärke verfügt. Obwohl er die ganze Saison gefehlt hat, ist seine Kondition überragend. Das zeigt, dass er das Rehabilitationsprogramm voll durchgezogen und während der Rekonvaleszenz auf sich aufgepasst hat."

Wie Huberdeau NHL.com International sagte, respektiere die Mannschaft Rowe: "Ich mag Gerard [Gallant]. Wir haben eine gemeinsame Geschichte. Es ist nicht schön, wenn ein Trainer das Team verlassen muss, doch das Management meinte, es sei so besser. Nun haben wir Tom und wir werden es von hier an gemeinsam durchziehen."

Dank Huberdeaus professioneller Einstellung zu seinem Sport und Beruf stehen die Aussichten der Panthers auf einen Playoffplatz gar nicht mehr schlecht. Sollten sie es nun auch noch schaffen ihre Defensive zu stabilisieren, dann dürfte einem erfolgreichen Saisonendspurt nichts mehr im Wege stehen.

Noch belegen die Panthers in der Atlantic Division den fünften Rang, doch ihr Rückstand auf den zweiten Wildcardplatz, den momentan die Toronto Maple Leafs innehaben, beträgt nur drei Zähler. Auch die in der Atlantic drittplatzierten Boston Bruins liegen nur vier Punkte vor den Panthers, die gegenüber Boston noch drei Spiele mehr in der Hinterhand haben.

In der Nacht von Freitag auf Samstag setzen die Panthers ihre Auswärtstour im Süden Kaliforniens gegen die Anaheim Ducks (10:00 PM ET) fort.

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