Hofman320

NHL.com/de blickt in seiner Serie "International Ice" jeden Sonntag auf das Geschehen außerhalb Nordamerikas und berichtet über Themen oder Spieler aus den europäischen Ligen.

In dieser Ausgabe: Grégory Hofmann will mit dem EV Zug erneut Meister werden
Eine lange Anlaufzeit nach seiner Rückkehr aus den USA in die Schweizer National League im Januar benötigte Grégory Hofmann nicht. Gleich in seinem ersten Match für den EV Zug gegen den EHC Biel-Bienne erzielte der Angreifer ein Tor. Bis zum Ende der regulären Saison brachte er es auf 17 Einsätze und 20 Punkte (elf Tore, neun Assists) bei der Mannschaft aus der Zentralschweiz.
Mit durchschnittlich 1,18 Zählern pro Spiel war Hofmann seit seinem Comeback der erfolgreichste Scorer des Teams. Mit seinen Abschlussqualitäten trug er entscheidend dazu bei, dass der EVZ zum zweiten Mal in Folge die Hauptrunde für sich entschied und auf dem besten Weg ist, den im Vorjahr gewonnenen Meistertitel zu verteidigen.
Dass der 29 Jahre alte Flügelstürmer in den kommenden Wochen erneut ins Rennen um das Schweizer Championat eingreifen würde, war im Sommer nicht absehbar. Hofmann hatte sich im Trainingscamp der Columbus Blue Jackets einen Platz im NHL-Kader erkämpft und kam beim Klub aus Ohio regelmäßig zum Einsatz. Im Februar 2021 hatten sich die Blue Jackets die NHL-Rechte an ihm gesichert. Diese lagen bei den Carolina Hurricanes, die ihn 2011 in der vierten Runde an Gesamtposition 103 gedraftet hatten. Das Trikot der Vertretung aus Raleigh trug der gebürtige Bieler allerdings nie.
Ähnliches: [Krupp wirkt bei den Haien als Stabilisator und Motivator]
Umso mehr freute sich Hofmann, dass sein Traum von der NHL zehn Jahre nach dem Draft doch noch wahr wurde. Für die Blue Jackets bestritt er insgesamt 24 Partien und sammelte sieben Punkte (zwei Tore, fünf Assists).
Im Dezember kehrte Hofmann für die Geburt seiner ersten Tochter zu seiner Frau in die Schweiz zurück. In dieser Zeit reifte sein Entschluss, sein Engagement in der NHL komplett abzubrechen. Er bat er die Blue Jackets um eine Vertragsauflösung. Der EVZ empfing ihn mit offenen Armen.
Weil er sich beim amtierenden Titelträger pudelwohl fühlt, verlängerte er seinen Vertrag vor Kurzem vorzeitig bis 2028. "Es ist schön, bei der Mannschaft und der Organisation zu sein und vor diesen tollen Fans zu spielen. Ich habe noch große Ziele mit dem EVZ", sagte Hofmann nach der Ausdehnung seines Kontraktes, der ursprünglich bis 2023 datiert war.
General Manager Reto Kläy ist glücklich über den langfristigen Verbleib des Linksschützen. "Wir freuen uns sehr über dieses starke Zeichen von Grégory. Er hat eine Topeinstellung auf und neben dem Eis und wird auch in den nächsten sechs Jahren viel Leadership in unser Team bringen", ließ er auf der Vereinswebseite verlauten.
Hofmann stieß in der Saison 2019/20 zum EVZ. 2020/21 hatte er großen Anteil daran, dass der Klub seine zweite Schweizer Meisterschaft feiern konnte. In der regulären Saison und den Playoffs kam er auf insgesamt 49 Spiele und 55 Punkte (24 Tore, 31 Assists). Im Schnitt erzielte er 1,12 Zähler pro Begegnung.
Der Angreifer hat die Titelverteidigung fest im Blick. "Die letzten paar Jahre haben wir gesehen, was möglich ist. Es wäre unglaublich schön, wenn wir wieder die Meisterschaft für unsere Fans und die Region holen könnten. Dieser Herausforderung will ich mich gerne stellen", betonte er.
Mit seinem Speed und seinem präzisen Schuss ist Hofmann ein Spieler, der den entscheidenden Unterschied ausmachen kann, gerade in der entscheidenden Phase der Saison. So wie in den zurückliegenden Playoffs, als er den EVZ im dritten Finalspiel gegen den HC Genève-Servette mit einem Doppelpack inklusive dem Game Winner zum Champion machte.
Folge uns auf [Facebook und Twitter für exklusiven Inhalt und NHL-Neuigkeiten!]
In Zug bildet Hofmann als Linksaußen zusammen mit Center Jan Kovar und Rechtsaußen Dario Simion die Paradereihe. Das Trio heizte der Konkurrenz in den vergangenen Wochen mächtig ein und verbuchte zusammen 88 Punkte.
Zum Auftakt der diesjährigen Playoffs bekommt es der EVZ als Erster der regulären Saison mit dem Sieger der Pre-Playoff-Paarung zwischen Genève-Servette und dem HC Lugano zu tun. Sollten Hofmann und seine Teamkollegen das Viertelfinale überstehen, wartet im Halbfinale der Gewinner der Duellserie zwischen den ZSC Lions und Biel-Bienne auf sie.