uwe krupp

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In dieser Ausgabe: Uwe Krupp und die Kölner Haie vereinbaren langfristige Zusammenarbeit

Die Kölner Haie galten lange Zeit als das Maß der Dinge im deutschen Eishockey. Doch vor ein paar Jahren haben sie den Anschluss an die Spitzenklubs in der PENNY DEL verloren. Diese Lücke wieder zu schließen, ist das große Ziel der Verantwortlichen des Teams aus der Domstadt. Entscheidend dabei mithelfen soll ein Mann, für den die Haie eine Herzensangelegenheit sind: Uwe Krupp.
Der frühere Bundestrainer und Stanley Cup Champion war vor zwei Jahren auf die Trainerbank in Köln zurückgekehrt, als die Haie nach einer dramatischen Niederlagenserie am Boden lagen. Es gelang ihm, den freien Fall der Mannschaft zu stoppen und sie in der Folge zumindest in ein klein wenig ruhigeres Gewässer zu führen. Vor Kurzem entschlossen sich Trainer und Verein, das Arbeitsverhältnis langfristig fortzusetzen, ohne dabei eine konkrete Vertragsdauer zu nennen.
"Uwe Krupp passt zu unserem Konzept. Er identifiziert sich mit dem Plan, den wir beim KEC haben. Seine Kompetenz, seine Führungsstärke, sein Ehrgeiz und auch seine persönliche Bindung zu Klub und Stadt machen ihn sehr wertvoll. Er ist ein wichtiger Baustein für uns, da er in der Lage ist, die Mannschaft zu stabilisieren und langfristig weiterzuentwickeln", ließ Haie-Geschäftsführer Philipp Walter in einer Stellungnahme zu der Vertragsverlängerung auf der Klubwebseite verlauten.

krupp

Als Spieler gewann Krupp mit dem KEC in den 1980-er Jahren zweimal die Deutsche Meisterschaft, bevor er nach Nordamerika wechselte und dort mit den Colorado Avalanche und den Detroit Red Wings den Stanley Cup holte. Zwischen 2011 bis 2014 stand er schon einmal auf der Trainerbank der Haie. Ein Titelgewinn blieb ihm dabei jedoch verwehrt. 2013 und 2014 zogen die Kölner in der Finalserie der DEL-Playoffs den Kürzeren.
Von solchen Sphären sind die Haie derzeit weit entfernt. Sie wären froh, wenn sie in dieser Saison noch die Qualifikation für die Pre-Playoffs in der PENNY DEL erreichen würden. Dafür müssten sie in der Hauptrunde mindestens auf Platz zehn durchs Ziel gehen. Im Moment liegen sie an elfter Stelle.
"Jeder weiß, dass es eine Ehre für mich ist, hier in Köln zu arbeiten", wird Krupp in den klubeigenen Medien zitiert. "Seit ich vor zwei Jahren wieder bei den Haien angefangen habe, manövrieren wir uns durch eine für das Eishockey, aber insbesondere für unseren Verein, schwierige Zeit. Wir haben uns kurz- und langfristige Ziele gesetzt und wir arbeiten weiter hart daran, diese zu erreichen. Ich freue mich über die Vertragsverlängerung und ich werde alles dafür tun, um das Vertrauen, das man mir entgegenbringt, zurückzugeben", fügte er hinzu.
Trotz und vielleicht sogar wegen der Herausforderungen der letzten zwei Jahre, sehe er die Haie als Organisation gefestigt. So sei es gelungen, zahlreiche Hürde zu überwinden und den Eishockey-Standort Köln zu erhalten. Wegen der Coronavirus-Pandemie wurde der Klub nicht nur sportlich, sondern auch finanziell schwer gebeutelt.
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Ein wirtschaftlich solides Fundament ist nach Ansicht von Krupp unabdingbar, um die ehrgeizigen Zukunftspläne der Haie zu verwirklichen. "Spielerische Konstanz folgt einer gewissen Stabilität im Umfeld und da müssen wir ansetzen. Unser Plan ist es, den Charakter unseres Spiels Schritt für Schritt zu festigen. Wir haben diese Saison schon zeitweise das Eishockey gezeigt, das wir spielen wollen. Wir wollen eine lauf- und kampfstarke Mannschaft aufs Eis stellen, die mit Dampf spielt. Leider sind wir dann nach einem soliden Start von unberechenbaren Faktoren ausgebremst worden. Aber die Richtung, in die es geht, ist erkennbar", erläuterte er.
Mittel- und langfristig geht es laut Krupp darum, die Mannschaft so zusammenzustellen und zu entwickeln, dass sie die Anforderungen an Geschwindigkeit, taktische Disziplin, Einsatzbereitschaft, Spielstärke und Charakter bestmöglich erfüllt. Es gelte, Rollen in der Mannschaft zu definieren und dafür Spieler zu finden oder auszubilden, die diese gut ausfüllen. "Alles folgt der Idee, das Team besser zu machen. Es ist ein ständiger Prozess, der in aller Regel nicht linear verläuft", so der Coach.
In die Kaderplanung der Haie ist eine ganze Reihe von Fachleuten eingebunden. Dazu gehören neben Cheftrainer Krupp der gesamte Trainerstab der Profiabteilung, Matthias Baldys als Leiter Hockey Operations und die Geschäftsführung. Sie benötigen ohne Zweifel ein gutes Händchen, wenn die Haie irgendwann wieder zum Maß aller Dinge im deutschen Eishockey werden wollen.