Haakon Hanelt1

Der NHL Draft 2021 ist für den 23. Juli angesetzt. NHL.com/de hält Sie über die aussichtsreichsten Talente und die spannendsten Themen auf dem Laufenden. In dieser Ausgabe: Haakon Hänelt.

Der vergangene Draft war aus deutscher Sicht ein historisches Ereignis. Nicht nur, dass Tim Stutzle als dritter Draft Pick so hoch gezogen wurde wie vor ihm nur Leon Draisaitl. Mit Lukas Reichel wurde außerdem ein zweiter deutscher Spieler in der ersten Runde an 17. Stelle von den Chicago Blackhawks gewählt. Der Stürmer von den Eisbären Berlin ist ein weiteres Ausnahmetalent und stellt sein Können aktuell erneut in der DEL unter Beweis. In einer Reihe mit Marcel Nöbels, der mit 37 Punkten (5 Tore, 32 Assists) der Topscorer der Liga ist, und Leonhard Pföderl, der die Torschützenliste mit 18 Treffern anführt, ist Reichel mit 21 Punkten (7 Tore, 14 Assists) der fünftbeste Scorer der Eisbären und ligaweit auf Rang 27.
Reichel ist aber nicht der einzige junge Spieler in Reihen der Berliner, der von der NHL beobachtet wird. Mit Haakon Hänelt schaffte es erneut ein Angreifer der Eisbären auf die Players-to-watch-List des NHL Central Scouting Service. Wie Reichel vor der vergangenen Saison, erhielt Hänelt eine C-Bewertung, also die Einschätzung, dass er ein Kandidat für die späteren Runden beim Draft ist.

Chicago Blackhawks wählen Lukas Reichel als Nr. 17

Der gebürtige Berliner lernte sein Handwerk zunächst bei den Eisbären, wechselte aber 2017 für drei Jahre an die Red Bull Hockey Akademie. Dort spielte er stets über seiner Altersklasse. Mit 14 kam er bereits zu ersten Einsätzen in der U18. In der folgenden Saison war er mit 59 Punkten (16 Tore, 43 Assists) der zweitbeste Scorer der U18, obwohl er mit 20 Spielen deutlich weniger Partien bestritt, als der erstplatzierte Julian Lutz, der in 27 Spielen nur einen Punkt mehr erzielte. Zudem wurde Hänelt zeitweise als Verteidiger eingesetzt. Vergangene Saison war er bereits für die U20 aktiv und kam in fünf Einsätzen für die U18-Nationalmannschaft auf zwei Tore und vier Assists. Vor der aktuellen Saison kehrte er in seine Heimat zurück.
Ähnliches: [Eine starke erste Saisonhälfte für viele Rookies]
"Haakon ist ein Allrounder", lobte ihn Hardy Gensel, Trainer der Eisbären Juniors, im Interview mit Hauptstadteishockey. "Wie Florian Busch und Constantin Braun kann er im Sturm aber auch in der Verteidigung spielen. Er hat einen sehr hohen Hockey-IQ. Von den Jungs, die vor drei Jahren von den Juniors nach Salzburg gewechselt sind, hatte er das höchste Potenzial. Ich bin froh, dass er wieder zurück in Berlin ist."
Gensels Befürchtung, dass Hänelt den Juniors aber wohl kaum zur Verfügung stehen würde, weil er schlicht zu gut ist, bestätigte sich schnell. Um sich weiter für den Draft zu empfehlen, ist Hänelt mit nur 17 Jahren bereits in der DEL für die Eisbären aktiv. Die Produktivität von Reichel erreicht Hänelt in seiner ersten Profi-Saison nicht. Dessen 24 Punkte (12 Tore, 12 Assists) aus der vergangenen Saison sind allerdings ein sehr hohes Ziel. Außerdem bekommt Hänelt beim Tabellenersten der Gruppe Nord deutlich weniger Eiszeit, als ein Jahr zuvor Reichel. Hänelt kam in 17 von 25 Spielen zum Einsatz und stand im Schnitt 6:21 Minuten pro Partie auf dem Eis. Am 5. März erzielte er bei einem 5:1-Sieg gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven sein erstes Tor.

Haakon Hanelt

"Das ist sehr befreiend", ließ Hänelt die BZ nach dem Spiel wissen. "Ich habe es wirklich gebraucht, den Puck endlich reinzumachen. Ich hatte ja schon genug Chancen, und jetzt war er halt einfach mal drin."
Hänelt besitzt nicht Reichels Scorer-Qualitäten und dürfte ihm daher wohl kaum seinen Aufstieg vom C-Ranking in die erste Runde nachmachen. Als Allrounder, der durchaus in der Lage ist, Tore zu schießen und vorzubereiten und gleichzeitig in der Abwehr stabil steht, könnte er aber in den späteren Runden des Draft durchaus NHL-Teams auf sich aufmerksam machen.
Nach Reichels Erfolg könnte er damit für ein weiteres historisches Ereignis für die Eisbären sorgen, denn wenn er beim Draft berücksichtigt wird, würden erstmals in zwei Jahren hintereinander Spieler aus der Hauptstadt gedraftet werden.