Das 36-jährige Red Wings Urgestein ist vieles, aber sicherlich nicht der Grund für das vorzeitige Saisonende. In seinem fünften Jahr als Red Wings Kapitän bewies er, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Zetterberg sammelte 63 Punkte (16 Tore, 47 Assists) und erwies sich als der geborene Leader. Kein Wunder, dass er die Verantwortung, die er auch in der Defensive regelmäßig übernahm, auch nach dem Verpassen der Playoffs nicht abgibgt.
"Es stinkt gewaltig, dass es kein Playoff-Eishockey geben wird", ärgerte sich Red Wings Assistant General Manager Kris Draper, der in seiner aktiven Zeit in Deitroit von 1993-94 bis 2010-11 immer die Stanley Cup Playoffs erreichte. "Ich kann mich noch erinnern, als ich Spieler war. Wir nannten es March Madness. Das Masters und die Red Wings in den Playoffs, für mich war das die allerschönste Zeit des Jahres."
Doch auch wenn sich nun im Lager der Red Wings berechtigter Frust breitmacht, sie sollten nicht vergessen, dass sie großartiges geleistet haben und dies in Ehren halten.
"Niemand ist jemals glücklich darüber, wenn er nicht in die Playoffs kommt", erklärte Red Wings Senior Vice President Jimmy Devellano. "Aber wie ich den Leuten schon sagte, 16 machen es, 14 nicht. Wir haben unseren Fans ein Vierteljahrhundert lang wundervolles Eishockey geboten.
"Es musste einfach irgendwann passieren, es musste passieren."
Auch wenn jeder wusste, dass es irgendwann passieren muss. Dass es wirklich einmal wahr werden wollte, malte sich niemand aus. Dass die Red Wings die Stanley Cup Playoffs erreichen, war wie ein Naturgesetz. Das jetzige ausscheiden kommt für Anhänger des Teams daher, wie eine bahnbrechende physikalische Entdeckung, die das Erdgleichgewicht aus dem Ruder bringt.
Stanley Cup Playoffs ohne die Detroit Red Wings dürften für die meisten eine entweder völlig neue oder längst vergessene Erfahrung sein. Als die Red Wings mit ihrem Team um Jimmy Carson, Bernie Federko, Gerard Gallant, Adam Graves, Petr Klima, Jim Nill, Bob Probert Borje Salming und Steve Yzerman das letzte Mal in der Hauptrunde scheiterten, war noch kein heute aktiver NHL-Spieler in der NHL.
Die Welt, in der es noch kein massentaugliches Internet gab und Matthias Reim gerade mit seinem Kassenschlager Verdammt, Ich Lieb' Dich, die Spitze der deutschen Hitparade erklomm, war eine andere.