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Der Playoffdino ist ausgestorben

25 Saisons in Folge erreichten die Detroid Red Wings die Stanley Cup Playofs; am Dienstag riss diese einmalige Serie

von Marc Rösch / NHL.com/de Autor

Sichtlich gezeichnet schlichen die Detroit Red Wings am Dienstag vom Eis der PNC Arena. Sie hatten bei den Carolina Hurricanes mit 4-1 verloren und, was wesentlich tiefer haften bleibt, als die Niederlage: Eine Serie, die im Profisport ihresgleichen sucht, ist gerissen.

25 Saisons in Folge qualifizierten sich die Detroit Red Wings für die Endrunde der NHL. Mit der jüngsten Niederlage war es amtlich. Die Red Wings werden zum ersten Mal seit der Saison 1989-90 nicht an den Stanley Cup Playoffs teilnehmen.

"Zu diesem Zeitpunkt ist es schwer, Worte zu finden", druckste ein sichtlich emotionaler Henrik Zetterberg. Für den Red Wings Kapitän, der zur Spielzeit 2002-03 in die NHL kam, endet zum ersten Mal eine Saison nach der NHL-Hauptrunde. "Weil man selbst ein großer Grund dafür ist, dass es nicht weitergeht."

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Das 36-jährige Red Wings Urgestein ist vieles, aber sicherlich nicht der Grund für das vorzeitige Saisonende. In seinem fünften Jahr als Red Wings Kapitän bewies er, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Zetterberg sammelte 63 Punkte (16 Tore, 47 Assists) und erwies sich als der geborene Leader. Kein Wunder, dass er die Verantwortung, die er auch in der Defensive regelmäßig übernahm, auch nach dem Verpassen der Playoffs nicht abgibgt.

"Es stinkt gewaltig, dass es kein Playoff-Eishockey geben wird", ärgerte sich Red Wings Assistant General Manager Kris Draper, der in seiner aktiven Zeit in Deitroit von 1993-94 bis 2010-11 immer die Stanley Cup Playoffs erreichte. "Ich kann mich noch erinnern, als ich Spieler war. Wir nannten es March Madness. Das Masters und die Red Wings in den Playoffs, für mich war das die allerschönste Zeit des Jahres."

Doch auch wenn sich nun im Lager der Red Wings berechtigter Frust breitmacht, sie sollten nicht vergessen, dass sie großartiges geleistet haben und dies in Ehren halten.

"Niemand ist jemals glücklich darüber, wenn er nicht in die Playoffs kommt", erklärte Red Wings Senior Vice President Jimmy Devellano. "Aber wie ich den Leuten schon sagte, 16 machen es, 14 nicht. Wir haben unseren Fans ein Vierteljahrhundert lang wundervolles Eishockey geboten.

"Es musste einfach irgendwann passieren, es musste passieren."

Auch wenn jeder wusste, dass es irgendwann passieren muss. Dass es wirklich einmal wahr werden wollte, malte sich niemand aus. Dass die Red Wings die Stanley Cup Playoffs erreichen, war wie ein Naturgesetz. Das jetzige ausscheiden kommt für Anhänger des Teams daher, wie eine bahnbrechende physikalische Entdeckung, die das Erdgleichgewicht aus dem Ruder bringt.

Stanley Cup Playoffs ohne die Detroit Red Wings dürften für die meisten eine entweder völlig neue oder längst vergessene Erfahrung sein. Als die Red Wings mit ihrem Team um Jimmy Carson, Bernie Federko, Gerard Gallant, Adam Graves, Petr Klima, Jim Nill, Bob Probert Borje Salming und Steve Yzerman das letzte Mal in der Hauptrunde scheiterten, war noch kein heute aktiver NHL-Spieler in der NHL.

Die Welt, in der es noch kein massentaugliches Internet gab und Matthias Reim gerade mit seinem Kassenschlager Verdammt, Ich Lieb' Dich, die Spitze der deutschen Hitparade erklomm, war eine andere.

Doch auch wenn sie am Dienstag in Detroit kurz stehen blieb, sie wird sich weiterdrehen.

"Wir wissen alle, dass wir gerade einen schweren Stand haben" erklärte Red Wings Coach Jeff Blashill. "Wir fokussieren uns jetzt zu 100-Prozent darauf, dass das eine einmalige Sache ist. Das machen wir, indem wir unsere Kultur, die diese Serie für eine lange Zeit aufrechterhielt, beibehalten. Wir werden auf Details achten und selbstlos sein. Wir müssen das an jedem einzelnen Abend sicherstellen. Man kann Geschehenes nicht rückgängig machen, zurückgehen können wir auch nicht."

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