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Gegnerische Lobeshymnen für Alex Ovechkin

Spieler und Trainer anderer Klubs preisen die Qualitäten des Capitals-Kapitäns als Torjäger

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

Die Verhaltensweise des Publikums und der Protagonisten auf dem Eis ließ darauf schließen, dass etwas Außergewöhnliches in der Capital One Arena passiert sein musste. Washingtons Stürmer Alex Ovechkin tanzte Polka hinter dem Tor der Winnipeg Jets, bis ihn Sekunden später seine Teamkollegen eingefangen hatten und mit ihm ein Jubelknäuel bildeten. Die Zuschauer hatten sich derweil von den Sitzen erhoben und spendeten tosenden Applaus. Reihenweise zückten sie im Anschluss ihre Handys, um den magischen Moment festzuhalten. Ovechkin hatte soeben sein 600. Tor in der NHL geschossen und damit einmal mehr Liga-Geschichte geschrieben. Er ist der 20. Spieler, der diesen Meilenstein erreicht hat.

Den Jets war die Größe des Augenblicks ebenfalls bewusst. Patrik Laine störte es daher nicht sonderlich, dass er Ovechkins Lupfer über Torhüter Connor Hellebuyck hinweg nicht verhindern konnte, obwohl er direkt hinter ihm stand. "Es ist ziemlich cool, bei seinem 600. Tor dabei gewesen zu sein, auch wenn mir das ein Minus in der Statistik eingebracht hat. Aber so ist meine Anwesenheit bei dieser Aktion wenigstens für alle Zeiten dokumentiert", sagte der finnische Angreifer im Anschluss an die 2:3-Niederlage in den Katakomben.

Ähnlich pragmatisch sah es Jets-Center Mathieu Perreault. "Ich freue mich, dass ich die Chance hatte, dieses Ereignis mitzuerleben und dass ich meinen Kindern und Enkeln erzählen kann, wie ich früher gegen Ovechkin gespielt habe. Dann gehört er längst zu den Legenden unseres Sports", meinte der Jets-Center.
Eine ausgedehnte Lobeshymne stimmte Winnipegs Coach Paul Maurice auf den Superstar der Capitals an.

Video: WPG@WSH: Ovechkin versenkt Rebound zum 600. NHL-Tor

"Seine Spielanlage ist im Laufe der Jahre reifer geworden. In seiner Anfangszeit hat er nicht nur häufig geschossen, sondern auch enorm viel gecheckt. Er war ein physisch starker Spieler, der während des Matches an jedem erdenklichen Fleck der Eisfläche auftauchte. Inzwischen wählt er sich die Spots mit mehr Bedacht aus. Darüber hinaus bezieht er seine Nebenleute besser ein. Was sich nicht verändert hat, ist seine körperliche Stärke. Es ist unglaublich schwer gegen ihn zu spielen."

Respekt und Anerkennung für Ovechkin brachten ebenfalls einige Akteure der drei kalifornischen Mannschaften zum Ausdruck, bei denen die Capitals während ihres Roadtrips vor dem Jets-Heimspiel gastiert hatten.

 

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Peter DeBoer, Coach der San Jose Sharks, sieht bereits höchste Weihen auf Washingtons 32-jährigen Sturmführer zukommen. "Er ist später ein sicherer Kandidat für die Hall of Fame. Ich hatte das Glück, dass ich mit Joe Thornton und Jaromir Jagr zwei Spieler betreuen durfte, die dafür ebenfalls in Frage kommen. Ovechkin steht auf der gleichen Stufe. Ich schätze ihn für das, was er in den vergangenen zehn Jahren geleistet hat."

Eine besondere Geschichte über Ovechkin wusste Sharks-Angreifer Eric Fehr zu erzählen. "In einer Saison, die wir zusammen bei den Capitals verbrachten, hatte ich zwischendurch mit ein paar Problemen zu kämpfen. Ovi riet mir deshalb, einen seiner Stöcke mit stark gebogener Schlagfläche zu benutzen.

Also probierte ich ihn beim Einspielen unmittelbar vor einer Partie aus, war aber nicht zufrieden und wollte ihn wieder weglegen.". Ovechkin ließ Fehrs Einwände jedoch nicht gelten und ermunterte ihn, ihn unter Wettkampfbedingungen zu testen. "Ich ließ mich schließlich überzeugen. Gleich beim ersten Shift bin ich über die Bande gesprungen, habe einen Konter gefahren und getroffen. Ich habe den Schläger dann das gesamte Jahr über nicht mehr aus der Hand gelegt. Dabei stand immer noch der Name Ovechkin drauf. Egal, es wurde am Ende meine erfolgreichste Spielzeit."

Für Drew Doughty, Verteidiger der Los Angeles Kings gehört Ovechkin bereits jetzt zu den bedeutendsten Torjägern aller Zeiten in der NHL. "Wenn er zu uns ins Staples Center kommt oder wir in der Capital One Arena antreten, ist für mich klar, dass ich gegen einen der erfolgreichen Torschützen der Liga spielen muss. Ich freue mich jedes Mal darauf. In diesen Begegnungen sind eigene Scorerpunkte zweitrangig für mich. Viel wichtiger ist, dass zum Schluss hinter Ovechkins Name die Null steht. Oft verliere ich diesen Kampf. Aber meistens habe ich einen guten Job gegen ihn gemacht", sagte der Defensivspezialist der Kings.

Doughtys Mannschaftskamerad Alec Martinez sieht es als Privileg an, gegen einen Stürmer von Weltrang wie Ovechkin auflaufen zu dürfen. "Er ist ein wirklich guter Hockeyspieler und dazu noch ein verdammt guter Torschütze. Aber genau deswegen respektiere ich diesen Mann. Gegen einen solchen Typen zu spielen ist ziemlich cool."

Nicht nur die Fachkräfte in der Kings-Defensive, wie Doughty und Martinez, zerbrechen sich regelmäßig den Kopf über wirksame Mittel gegen Ovechkin. Vor allem der Trainerstab um den verantwortlichen Coach John Stevens sucht immer wieder nach Lösungen, um den Capitals-Angreifer aus dem Spiel zu nehmen. Ein kompliziertes Unterfangen, wie Stevens einräumt.

 

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"Es sind nicht nur seine Direktabnahmen, die ihn so gefährlich machen. Selbst wenn er den Puck überläuft oder zwischen den Füßen hat, ist er jederzeit in der Lage, noch eine erfolgversprechende Aktion zu starten. Er braucht nicht viel Zeit dafür. Man muss daher stets wissen, wo er steht und darf ihm keinen Raum lassen", erläuterte der Kings-Trainer.

Stevens traut Ovechkin sogar zu, als Rekordtorschütze in die Annalen der NHL einzugehen und Wayne Gretzky mit seinen 894 Treffern von der Spitze zu verdrängen. "Das Ganze ist eine einfache Rechnung. Er müsste dafür noch zehn Jahre spielen und pro Saison 30 Tore schießen. Wenn er gesund bleibt, ist das nicht unwahrscheinlich, zumal er nicht langsamer zu werden scheint."

Ähnlich sieht es Center Ryan Getzlaf von den Anaheim Duck. "Es ist verrückt, mit welcher Geschwindigkeit Jungs wie er Tore erzielen. Scorerpunkte zu machen, ist eine Sache, den Puck ins Netz zu befördern nochmal eine ganz andere. Ich denke, er wird seine NHL-Karriere als einer der Top-5-Torschützen beenden", sagte der Kapitän der Ducks über Ovechkin.

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